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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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einsetzenden Ostwinde verursacht. Als sie nach viertägiger Dauer ein Ende 
nahmen und wieder Westwind durchgekommen war, nahm die Reise jedoch 
wieder einen ziemlich günstigen Verlauf. 
Am 24, Dezember, nach 23tägiger, in Anbetracht der Jahreszeit ruhiger 
Fahrt, erreichte „Charlotte“ die Kanalmündung. 70° W-Lg war in 36,5° N-Br 
am 3, Dezember, 50° W-Lg in 40° N-Br am 8, Dezember und 30° W-Lg in 
44,5° N-Br am 17. Dezember überschritten worden, 
2. Reise der Bremer Bark „Felix Mendelssohn“, Kapt. J. Barber. 
Die am 2. September 1880 von der Weser aus eine Reise nach New- 
York autretende Bark „Felix Mendelssohn“ befand sich am 9. September in 
der Nähe der Nordspitze von Schottland. Bei veränderlichen westlichen Winden 
ging es von hier aus zunächst in langsamer Fahrt nach Westen, und gelangte 
man in dieser Weise bis zum 26, September nach 35° W-Lg in 53,8° N-Br., 
Unweit dieses Punktes setzten östliche Winde ein, die längere Zeit hindurch 
vorherrschten und die Bark in acht Tagen bis westlich von 57° West führten. 
Der von dieser Länge ab noch vorliegende Theil der Reise konnte schliefslich 
bei veränderlichen Winden auch in ziemlich kurzer Zeit zurückgelegt werden. 
Mit Ausnahme eines sehr heftigen, am 22., 23. und 24, September unweit 
55° N-Br in 32,5° W-Lg erlebten Sturmes wurden keine der besonderen Er- 
wähnung werthe Stürme während der Reiso überstanden. Dieser auf längere 
Windstille folgende Sturm begann aus Ost, veränderte dann, bei rasch ab- 
nehmendem Luftdrucke, seine Richtung zuerst nach NE und wehte von daher 
für eine Zeit lang orkanartig. An Stärke abnehmend, bei jedoch noch stetig 
sinkendem Barometerstande lief der Wind dann nach SE zurück, und nachdem 
für einige Stunden ganz flaue Briese geherrscht, der Luftdruck mit 731,3 mm 
seinen niedrigsten Stand erreicht hatte, sprang der Wind nach NW um, nahm 
abermals bis zu orkanartiger Stärke zu, um sich dann endlich nach und nach 
zu mäfsigen. Am 13. Oktober, nach 34tägiger Reise von /Wair Island ab, 
ankerte der „Felix Mendelssohn“ im Hafen von New-York. Es war 30° W-Lg 
in 55,2° N-Br am 28, September, 50° W-Lg in 46,5° N-Br am 2. Oktober, 
60° W-Lg in 43° N-Br am 5. Oktober und 70° W-Lg in 405° N-Br am 
11. Oktober geschnitten worden. 
Von New-York versegelte der „Felix Mendelssohn“ nach Savannah. Am 
7. November wurde diese Reise angetreten, und am 14. November erreichte man 
den Bestimmungsplatz. Nachdem dort eine aus Baumwolle bestehende Ladung 
eingenommen worden war, ging die Bark am 22. Dezember abermals in See, 
am nach dem Heimathshafen zurückzukehren. 
Es zeichnete sich diese Reise sowohl durch die ungewöhnlich grofe 
Anzahl äußerst heftiger Stürme aus, die während derselben zu bestehen waren, 
wie durch die lange Dauer der sie verzögernden Ostwinde. Der erste schwere 
Sturm, welcher am 25, Dezember unweit 33° N-Br in 76° W-Lg begann, wehte 
zuerst aus südöstlicher Richtung und erreichte, nachdem am 26. Dezember der 
Wind nach West umgelaufen war, bei einem niedrigsten Luftdrucke von 747,7 mn 
aus letzterer Richtung seine gröfste Stärke. Mit diesem Sturme endeten die 
bis dahin vorherrschenden leichten Ostwinde; es folgten jetzt für längere Zeit 
westliche Winde, die, wenn sie auch stürmisch waren, doch einen befriedigenden 
Fortgang ermöglichten. 
Am 3., 4. und 5. Januar 1881 litt das Schiff wieder unter einem hef- 
tigen Sturm. Dieser begann aus Ost, veränderte, nachdem er mäfsige Stärke 
erreicht hatte, seine Richtung bei abnehmendem Luftdrucke durch Nord nach 
NW und wehte am 5, Januar unweit 42° N-Br und 40° W-Lg, bei einem 
niedrigsten Barometerstande von 735,0 mm, in Stärke 11. Auch diesem Sturme 
folgte mäßiger, mehrere Tage anhaltender Westwind. Der Luftdruck hielt sich 
jedoch anhaltend niedrig. Am 8. Januar, an welchem Tage Windstille herrschte, 
3ank derselbe sogar auf 736,0 mm. Am 9. Januar begann es in 44,2° N-Br 
und 30° W-Lg, nachdem das Barometer mit 735,0 mm seinen niedrigsten Stand 
erreicht hatte, aus Süd zu stürmen, und nachdem am 10. Januar der Wind nach 
Ost umgelaufen war, wehte derselbe von daher in der Stärke eines Orkanes. 
Vier Tage hindurch hielt dieser Sturm an, und als derselbe sich endlich ge- 
mäfsigt hatte, herrschten für lange Zeit nachher östliche Winde. Am 25, und
	        
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