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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

Aus den Reiseberichten der Deutschen Bark „Jupiter“, 
Kapt. H. F. Ringe. 
(Mitgetheilt von Kapt. H. F. Ringe.) 
l‚, Reise von Valparaiso—Mazatlan—La Paz-—Altata—Mazatlan. 
Am 20. August 1880 verliefs der „Jupiter“ den Hafen von Valparatso bei 
nördlichem Winde, um nach Mazatlan zu versegeln. Während der ersten drei 
Tage wurden nördliche und westliche Winde angetroffen, welche später südlicher 
wurden, 30° S-Br wurde in 75,5° W-Lg geschnitten, bis zu 24° S-Br wurden 
veränderliche Winde, doch meist aus westlicher Richtung angetroffen. Die 
Grenze des SE-Passat’s war in 23,2° S-Br, 77,7° W-Lg. Es wurde geschnitten 
20° S-Br in 78,8° W-Lg, 10° S-Br in 90° W-Lg und die Linie in 100,5° W-Leg. 
Bis zu 2° N-Br hielt sich der Wind östlich von Süd, später traten süd- 
westliche Winde ein, die bis 16° N-Br. und 107° W-Lg anhielten. Der nord- 
westliche Kurs wurde bis 9° N-Br und 107° W-Lg eingehalten, von da aus 
mehr oder weniger vrechtweisend Nord gesteuert; nachdem 16° N-Br passirt 
war, traten östliche Winde ein, die bis unweit Mazatlan anhielten; mit nordwest- 
lichem Winde wurde am 22. September dieser Hafen erreicht. Die Gesammt- 
dauer der Reise betrug 33 Tage. 
Am Abend des 23, September verliefs der „Jupiter“ wieder Mazatlan, um 
nach La Paz zu versegeln; der Wind war flau, NW. Während der ersten beiden 
Tage blieb die Küste von Mewico in Sicht, am Abend des dritten Tages wurde 
(Jeralbo gesehen, am 27. September 2* p. m. der Lorenzo-Kanal passirt und La Paz 
noch denselben Abend um 7" erreicht. Vom 4. bis 8. Oktober versegelte das 
Schiff von La Paz nach Altata, Der „Jupiter““ blieb hier bis zum 22, Oktober 
and traf am 24. desselben Monats wieder in Mazatlan ein, um später von hier 
aus seine Rückreise nach Kuropa anzutreten. 
2. Einige Bemerkungen über La Paz,!) Unter-Kalifornien. 
Die Inseln Ceralbo und Espirituw Santo sind beide von ferne schon leicht 
zu erkennen, erstere ist ca 40 Sm weit sichtbar. 
Der Kanal, welcher Ceralbo von Unter- Kalifornien trennt, sollte von 
grösseren Segelschiffen nicht benutzt werden, da nach Aussage der Perlfischer 
einige Untiefen daselbst‘ liegen sollen, welche nicht in den neuen Karten 
angegeben sind. Für gröfsere Schiffe ist auch der Lorenzo-Kanal nur mit 
günstigem Winde zu benutzen, da das Fahrwasser durch zwei Untiefen bis 
auf weniger, als 1 Sm eingeengt wird. Die auf der neuen amerikanischen Karte 
von 1874 bezeichnete Tonne auf der südlichen Untiefe wurde nicht angetroffen, 
Die flachste Stelle der nördlichen Untiefe konnte ich durch die hellere Färbung des 
Wassers erkennen. Beim Durchsegeln ist man daher nur auf Kreuzpeilungen 
angewiesen. Als gute Peilobjekte sind hervorzuheben auf Lspiritu Santo: Bonanza Pt 
von schwärzlicher Farbe, ebenso die niedrige, aus weilsem Sand bestehende 
Lopona Pt. Auf der andern Seite sind Aranco Cabello Pt, San Lorenzo Pt und 
Diablo Pt leicht zu erkennen, Gleich nachdem die Untiefen passirt sind, kommt 
die Klippe Lobos und später Nepomezino-I. in Sicht, welche letztere man in 
einem Abstande von !/a — 1 Sın passiren kann, da die Küste rein ist. Colorado Pt, 
eben südlich von Nepomezino-I., hat eine röthlichbraune Farbe; Prieta Pt ist 
dunkelgrau, etwas niedriger als Colorado Pt, doch steiler abfallend. Mit 
günstigen Winde einsegelnd, sollte man nicht weiter als Colorado Pt gehen 
und hier einen Lotsen erwarten, wenn man nicht vorzieht, unweit Pichzlingue- 
Hafen zu ankern. Wenn ein Schiff von La Paz aus in Sicht ist und die Lotsen- 
Äagge zeigt, kommt der Lotse dem Schiffe in einem kleinen Boote ent- 
gegen; es sind meistens mehrere Stunden erforderlich, bis er das Schiff 
erreicht, da die Entfernung von Colorado Pt bis La Paz ca 5 Sm beträgt. 
Zur Zeit war nur ein Lotse vorhanden; derselbe war schon mehrere Jahre 
angestellt und mit dem Manövriren eines gröfseren Schiffes gut vertraut; der 
Mann wurde jedoch aus irgend einem Grunde abgesetzt, und der „Jupiter“ war 
das letzte Schiff, welches er hereinlotste. Jetzt soll ein anderer Lotse angestellt 
1) S. Findlay, North Pacific Directory (1870), pag. 137. Rosser-Imray, North Pacific 
Pilot I, (1870), pag. 119. Geogr. Lage 24° 10‘ N-Br, 110° 20‘ W-Le.
	        
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