accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

299 
Seichtheit und des geringen Querschnittes der Strafse von Florida zwischen 
dieser Halbinsel und den Bahama-Bänken, indem sie in dem flachsten Theile 
nur einen Querschnitt von 29 km mit einer gröfsten Tiefo von 650m (344 Fad.) 
hat. Aus den bekannten Beobachtungen der „Coast Survey“ ist die durch- 
schnittliche Geschwindigkeit des nördlich setzenden warmen Stromes nicht 
gröfser als 2 Sm die Stunde, sicherlich aber nicht mehr als 2% Sm. Es ist 
hieraus klar, dafs das warme Wasser, welches so bedeutend das Klima von 
West-Europa beeinflufst, nicht allein von dem Zuflufs aus diesem so engen 
Kanal herrühren kann. Die Koncentration des warmen, aus dem Golf von Mexico 
ausströmenden Öberflächenstromes giebt dieser Ader der allgemeinen Cirkulation 
des Atlantischen Oceans allerdings eine bedeutende und den Seefahrern sehr 
bemerkbare Geschwindigkeit, und hat dem ganzen System der nordöstlich in 
den Atlantischen Ocean einfliefsenden Oberflächenströme den Namen „Golfstrom“ 
aufgeprägt. Es scheint aber bei der jetzigen Sachlage unsere Kenntnils der 
einschlagenden Verhältnisse die Annahme sich als nothwendig herauszustellen, 
dafs der sogenannte Golfetrom bedeutend verstärkt wird durch einen von der 
Aufsenseite der Westindischen Inseln her nordwärts setzenden Strom.“ 5) 
Die geographische Vertheilung und Bewegung der barometrischen 
Minima über Nord-West- und Mittel-Europa in den Jahren 
1876 bis 1880. 
Die von dem Abtheilungs-Vorstande der Deutschen Seewarte, Herrn 
Dr. van Bebber, verfalste und vor Kurzem veröffentlichte „Kinleitung zu der 
Monatlichen Uebersicht der Witterung für jeden Monat des Jahres 1880“ (Jahr- 
gang V) enthält u. A, eine Darlegung der Ergebnisse der ausübenden Witterungs- 
kunde während des Jahres 1880 und der wissenschaftlichen Ergebnisse aus den 
„Monatlichen Uebersichten der Witterung von 1876—1880.“ Dr. van Bebber 
hat in einem besonderen Abschnitte dieser „Einleitung ete.“ auf Grundlage des 
in den fünf Jahrgängen dieser „Monatlichen Uebersichten etc.“ 1876—1880 
niedergelegten Beobachtungsmaterials eine Darstellung der geographischen Ver- 
theilung und Bewegung der Minima innerhalb des Gebietes des Beobachtungs- 
netzes der Deutschen Seewarte zwischen den Küsten des Mittelmeeres und dem 
nördlichen Skandinavien oinerseits und den Westküsten Europa’s und dem Ööst- 
lichen Russland andererseits gegeben und damit eine Reihe ähnlicher Arbeiten 
eröffnet, welche es ermöglichen werden, die Häufigkeit und Bewegung der baro- 
metrischen Minima näher zu untersuchen, tiefere Einblicke in den Mechanismus 
der grofsen atmosphärischen Störungen zu gewinnen und der Wetterprognose 
mehr und mehr eine breitere und festere Basis zu geben, der sie gegenwärtig 
allerdings noch sehr bedarf. 
Ueber die geographische Vertheilung der barometrischen Mi- 
nima in dem oben bezeichneten Gebiete äufsert sich Dr. van Bebber folgender- 
ma/fsen (s. a. a. O0. pag. 29): 
„Vergleichen wir die Vertheilung der Minima in den einzelnen Gebiets- 
theilen, ohne Rücksicht auf die jährliche Periode, so ersieht man aus den 
Karten,*) dafs die Minima nicht gleichmäfsig vertheilt sind, und dafs sich ein 
Gegensatz von Kontinent und Meer sehr bemerklich macht. Besonders häufig 
treffen wir dieselben in unmittelbarer Umgebung der britischen Inseln, über der 
-) Vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1879, pag. 201 ad 6) und pag. 207 und 208, 
7) Zur näheren Illustrirung seiner Diskussion hierüber hat Dr. van Bebber für jede Jahres- 
zeit eine Karte des oben erwähnten Gebietes angefertigt; die in denselben eingezeichneten Punkte 
und Kreise bezeichnen die Morgenpositionen der Minima, wobei die Kreise jene Minima angeben, 
welche in ihrer Umgebung stürmische Winde veranlafsten. Die Bewegungsrichtung der Minima ist 
durch einen angehängten Strich bezeichnet, welcher zurück auf den eben verfolgten Weg hinweist. 
Ann. d. Hydr., 18831, Heft YI (Juni)
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.