accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

279 
3. Beschreibung des Hafens Vohemar und der Ankerplätze bei 
Sambava und Antalaha. Ostküste von Madagascar. („Notice Hydro- 
graphique“ No. 4, Paris 1881.) 
1) Der Hafen von Vohömar*) wird durch eine niedrige, mit Bäumen be- 
deckte Landzunge an der Südseite gebildet; an der Nordseite sind Riffe, auf 
welchen die See stets brandet. Dicht neben den Riffen findet man flache 
Stellen mit kaum 3,8 bis 5m Wassertiefe; um diese zu vermeiden, ist es an- 
zuempfehlen, sich unter der Südspitze zu halten, Der Ankerplatz ist sehr gut, 
eine Festmachertonne ist für die Schiffe vorhanden, welche daselbst Ochsen 
laden; die Schiffe haben nach See zu einen Anker aus und sind hinten an der 
Tonne befestigt. Bei heftigen SE-Winden ist die Hafeneinfahrt wegen der 
allenthalben befindlichen Brandung schwer zu erkennen. Englische Ochsenhändler 
besuchen diesen Hafen häufig. Der hauptsächlichste Handel dieser Gegend 
Madagascars besteht in der Ausfuhr von Ochsen; die Einfuhrartikel sind Rum 
aus Mauritius, französische Liköre und amerikanische und englische Gewebe. 
2) Der Ankerplatz bei Sambava liegt in 14° 16‘ S-Br und hat als Landmarke 
zum Ansegeln einen zerklüfteten Berg, in der Form eines Heuhaufens, der dicht 
am Ufer steht, und an dessen Fufßs der grofse Flufs Loko mündet. Von Süden 
kommend, sieht man eine lange niedrige Landspitze von dem erwähnten Berge aus 
sich erstrecken, welche bis zu ihrem äufsersten Ende mit Bäumen bewachsen 
ist, deren Aeste bis in die See hinabreichen. Auf diese Spitze folgen unmittelbar 
in kurzen Abständen zwei andere ihr parallel laufende ähnliche Landspitzen. Sie 
machen den Eindruck, als ob zwei lange Strafsen, rechts und links mit Bäumen 
bepflanzt, bis an die See führen. Am Ende dieser dreifachen Landspitze ist 
eine starke Brandung, welcher das französische Schiff „Bisson“ auf ca 2 Sm 
Abstand nahe kam. Nördlich der dritten dieser Landspitzen, in dem Winkel, 
welchen diese mit der Küste bildet, liegen die wenigen Häuser von Sambava ver- 
steckt inmitten eines sehr reichen Pflanzenwuchses, Die Lage ist ausnehmend schön. 
Auf dem Zollhause weht die Flagge von Hova. Der „Bisson“ ankerte auf 18m 
Wasser, feiner Sandgrund, ca 1,5 Sm von den Wohnhäusern entfernt. Die 
Haltbarkeit des Ankergrundes scheint sehr gut zu sein, doch dürfte die See 
sehr hoch gehen, wenn die Seewinde vorherrschen. Auf dem Ankerplatz rollte 
der „Bisson“ fortwährend infolge einer starken Strömung, welche das Schiff 
quer gegen den Seegang aus SE hielt. Nach den Aussagen der Bewohner des 
Örtes ist das Klima desselben ziemlich trocken und als gesund zu bezeichnen. 
3) Der Ankerplatz bei Antalaha liegt in 14° 55‘ S-Br und 50° 22‘ O-Lg und 
ist im Allgemeinen ein guter. Man kann daselbst auf 12 bis 18m Wassertiefe in 
der Nähe der Riffe ankern, welche das Ufer umgeben, indem man sich südlich 
der Durchfahrt in den Riffen hält. Der Grund besteht aus Sand und ist gut 
haltbar; nördlich der Durchfahrt befinden sich einige felsige Stellen. Für Boote 
ist die Durchfahrt jeder Zeit zugänglich, sie ist zwar eng, aber sicher, da die 
beim Einsegeln an St. B. bleibende Riffspitze sichtbar ist. Die Korallenbänke 
zu beiden Seiten reichen bis an das Ufer und bilden so einen kleinen Hafen, 
in welchem man mit einem Boote ohne grofse Schwierigkeit den Strand erreichen 
kann. Als Erkennungszeichen dieses Ankerplatzes dient ein hoher, tafelförmiger 
Berg, welchen man rw ca N 28° W peilt, wenn man vor dem Dorfe ist. 
4. Klippen südlich der Kerguelen-I.”) („Notice to Mariners“ No, 29. 
London, 1881.) Nach einem Bericht des Führers der englischen Bark „Sala- 
manca“, Kapt. Robson, hat derselbe am 23. November 1880 auf einer Reise 
von London nach Sydney, nachdem er die Tremarec- (Benodet-) Insel gesichtet 
und in einem Abstande von 20 Sm mit einem rw OzN-Kurse passirt hatte, 
ca 17 Sm südlich der Insel Kerguelen eine Gruppe von Klippen entdeckt, welche 
er zuerst für Eisberge hielt. Die Klippen, von denen zwei aus dem Wasser 
hervorragten und an welchen die See heftig brandete, wurden auf '/2 Sm Ab- 
stand passirt. Die Klippen erstreckten sich in der Richtung NW—SE 275m 
und waren dem Anschein nach von tiefem Wasser umgeben. Die NW-Klippe 
befand sich ca 3m über Wasser und die SO-Klippe lag im Meeresspiegel. Da 
die südlichste der Tremarec-Inseln ungefähr in 49° 50‘ S-Br und 69° 4‘ O-Lg 
:) „Indian Ocean Directory etc.“ 1876, pag. 407. 
2) S. „Nachr. f. Seef,.“, No. 239, 1881. 
Ann. d. Hydr., 1881, Heft V (Mai
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.