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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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Zeit mit Eifer benutzt, um die Stadt mit einer Mauer zu umgeben. Dieselbe 
ist bereits zu zwei Dritteln vollendet. ; 
Man hört in Brava viele verschiedene Sprachen; aufser der arabischen 
und der hindustanischen die Brava-, die Somali- und die Suaheli-Sprache. 
Vermittelst der Suaheli-Sprache kann man sich an der ganzen ostafrikanischen 
Küste von 15° S-Br bis nach 10° N-Br ganz gut verständlich machen. 
Das Klima von Brava läfst nichts zu wünschen übrig. - 
An Lebensmitteln ist frisches Ochsenfleisch, 15 Pfund für !/4 Thaler, 
täglich zu bekommen; ferner Schafe, Ziegen, Hühner und Eier. Fische sind 
nur selten zu kaufen, wenn auf besonderen Wunsch des Gouverneurs ein Boot 
zum Fange hinausgefahren ist, Die Somali essen keine Fische und ebenso 
wenig Hühner und Hier. 
Hinsichtlich des hier beigegebenen Planes der Rhede von Brava mufs 
ich noch bemerken, dafs ich die Vermessungen, welche demselben zu Grunde 
liegen, nicht nur während der letzten Anwesenheit der „Amanda & Elisabeth“, 
sondern auch schon auf früheren Reisen angestellt habe. Die Peilungen und 
Lothungen kann ich als zuverlässig richtig bezeichnen. Die angegebenen Tiefen 
gelten für Niedrigwasser Springzeit. Die Positionen sind nach Kreuzpeilungen 
gefunden. Meine Tiefenangaben weichen etwas von denen in der englischen 
und französischen Karte ab. Solche Abweichungen fand ich übrigens auch 
hinsichtlich anderer Angaben in den vorhandenen Karten. So beträgt z. B. die 
Höhe der Insel Kiüla oder Barrette, wie sie in den Karten genannt ist, an der 
Südspitze 11m, an der Nordspitze etwa 9m, während sie von Owen (1824) 
nur zu 1,5m (5 Fufs) angegeben ist. Kila ist dio einzige Insel, welche etwas 
Pflanzenwuchs zeigt. 
Ich glaubte es den Seefahrern schuldig zu sein, meine Erfahrungen von 
dieser Küste der Oeffentlichkeit zu übergeben, um so mehr, als ich wohl der 
einzige unter meinen Kollegen bin, der seit Jahren fast ununterbrochen in der 
ostafrikanischen Fahrt beschäftigt ist, und als ich selbst einsehen mufste, wie 
mangelhaft die Auskunft ist, welche uns besonders über den Küstenstrich 
nördlich von Pemba durch die vorhandenen Karten und Segelanweisungen ge- 
boten wird, 
Die Küstenfahrt europäischer Schiffe in Monats-Charter von Zanzibar ist 
augenblicklich sehr in der Zunahme begriffen, wohingegen die Verschifungen 
in Dhows wegen der häufigen Schiffbrüche, von denen dieselben in letzterer 
Zeit betroffen worden sind, und wegen der Schwierigkeit, auf die darin ver- 
ladenen Waaren Versicherung zu erhalten, mehr und mehr abnehmen. Der 
Umstand, dafs die Dhows jetzt so viel häufiger als früher Schiffbruch erleiden, 
hat seinen hauptsächlichen Grund in der Veränderung, welche seit der Auf- 
hebung der Sklaverei in Zanzibar mit der Bemannung dieser Fahrzeuge vor 
sich gegangen ist. Wird eine Dhow in der Nähe der Küste von einer Böe 
überfallen, so dafs das grofse Segel fortgenommen werden mufs, und kommt es 
jetzt darauf an, das kleine Segel, welches alle an Bord haben, so rasch wie 
möglich zu setzen, so legt sich die jetzige Mannschaft aufs Beten, in der Er- 
wartung, dafs Allah die Sache für sie in die Hand nehmen wird. Inzwischen 
treibt die Dhow dem Strande zu und ist verloren. Die frühere Mannschaft war 
zahlreicher und bestand aus Sklaven, die es mit dem Beten nicht so genau 
nahmen. 
Der Handel an dieser Küste ist zum gröfsten Theile in den Händen von 
Deutschen, und unsere Landsleute stehen von allen bei den Eingeborenen im 
besten Ansehen. Dies würde noch mehr der Fall sein, wenn einmal ein Schiff 
der Kaiserlichen Kriegsmarine hier erschiene, welches die gewifs sehr dankens- 
werthe Aufgabe hätte, zuverlässige Vermessungen dieser mehr und mehr Wichtig- 
keit gewinnenden Küste vorzunehmen. 
Hinsichtlich des Hafens von Marka verweise ich auf meine Mittheilungen 
im zweiten Jahresbericht der Geographischen Gesellschaft zu Hamburg. Auf 
der Fahrt von Brava nach Marka fanden wir auf der letzten Reise einen 
nordöstlichen Strom von 2 Kn Geschwindigkeit.
	        
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