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angetroffen wurden, westliche nicht sehr stürmische Winde aber doch die vor-
herrschenden waren, konnte in befriedigender Weise ausgeführt werden.
Man kreuzte 70° W-Lg in 39,6° N-Br am 1. November, 50° W-Lg in
40,6° N-Br am 9. November, 30° W-Lg in 37,5° N-Br am 17. November und
war am 28. November nach 7° W-Lg, also bis nahe vor die Strafse von
Gibraltar, gekommen. Hier lief der Wind aber um nach Osten, und erst am
3, Dezember, nach 33tägiger Fahrt von New-York her, konnte das Mittelmeer
erreicht werden. Aufserordentlich ungünstig war der Verlauf der letzten Hälfte
der Reise, und waren nicht weniger als noch einmal 33 Tage erforderlich, um
den Bestimmungsplatz zu erreichen. Am 5, Januar 1881 ankerte „Amelia“ im
Hafen von Triest, wo durch die am 6. Januar stürmende Bora das Schiff noch
beide Anker nebst je 60 Faden Kette verlor.
Der Hafen von Brava an der Ostküste von Afrika.” Bericht des
Kapt. F. Föh von der deutschen Bark „Amanda & Elisabeth“.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
(Mit einer Skizze.)
In den Häfen der Somali-Küste Brava, Marka*?) und Magadoxa findet die
Verschiffung zur Zeit des Monsunwechsels statt. Um diese Zeit ist der Wind
in Zanzibar sehr verschieden, und da es immer die Hauptsache bleibt, so rasch
wie möglich in See zu kommen, so sollte ein Schiff, welches nach den genannten
Häfen bestimmt ist, bei der Ausfahrt von Zanzibar den Weg nehmen, auf
welchem es bei der vorhandenen Gelegenheit die offene See am leichtesten
arreichen kann,
Bei der Durchschiffung des Pemba-Kanals während der Nacht hält man
sich am besten an der Pemba-Seite. Wenn man Abends die Nordspitze der
Insel Zanzibar verläfst, so thut man wohl, die Foonda-Insel anzusegeln, was
bei hellem Wetter auch in der Nacht ohne Gefahr geschehen kann; im SW-
Monsun hat man jedoch einen nördlichen Strom von 1,5 bis 2 Kn in Rechnung
zu ziehen.
Von Pemba nordwärts segelnd, darf man dem Lande nicht zu nahe kommen,
denn bis zum Aequator ist die Küste mit vielen Klippen und Bänken besetzt,
und der Strom ist, wahrscheinlich wegen der vielen Flüsse und Buchten und
der starken Gezeitenströmungen, sehr unbestimmt.*) In 20 bis 25 Sm Entfernung
von der Küste hingegen findet man im SW-Monsun eine beständige nordöstliche
Strömung.
Nördlich vom Aequator kann man sich dem Lande ohne Gefahr bis auf
4 Sm nähern. Aufserhalb der Barre, welche sich längs der ganzen Küste
erstreckt, habe ich nirgends eine gefährliche Stelle bemerkt. Aber auch hier
ist es gerathen, sich in einem Abstande von etwa 10 Sm zu halten, weil man
dort einen stärkeren Strom antrifft, als in der Nähe des Landes. Die Küste
ist nördlich vom Aequator von beträchtlicher Höhe, 25 Sm weit sichtbar und
zeigt sich als eine Kette von Bergen, die nur stellenweise mit niedrigem Busch-
werk bewachsen sind. Meistens sind sie kahl und bald von weifser, bald von
dunkler Färbung.
Brava liegt am Fufßse eines röthlichen Berges. Sowohl nördlich als süd-
lich von demselben befindet sich ein kahler weifser Berg, Der nördliche, von
den Eingeborenen Rds Dhauw genannt, ist von den beiden der gröfsere. Kine
— 8. „Sailing Direet. for the Indian Ocean“ (3th. ed.), 1876, pag. 601.
‘) S. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1875, pag. 394.
3) Im August 1857 mit einem Schoner in die Tola-Bucht (0° 31‘ S-Br und 42° 13‘ O-Lg)
einsegelnd, fanden wir 3 Sm Fluthstrom. In der Manda-Bucht (2° 12‘ S-Br und 41° 0‘ O-Lg), wo
wir im November 1858 ankerten, war der Ebbestrom so stark, dafs ein mit zwei Mann beseiztes
kleines Boot denselben nicht überwinden konnte.