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doch waren dieselben günstig genug, um mit ihrer Hülfe bis zum 31. September
zur Bai von New-York zu gelangen. Vorher war 30° W-Lg in 49,2° N-Br am
11. September, 50° W-Lg in 46° N-Br am 18, September, 60° W-Lg in
13,2° N-Br am 22. September und 70° W-Lg in 40,5° N-Br am 28, September
geschnitten worden.
Am 31. Oktober verliefs der „D. H. Wätjen“ den Hafen von New- York
wieder, um die Heimreise nach Bremen anzutreten. Dieselbe wurde bei vor-
herrschend westlichen Winden ausgeführt, ohne dafs etwas Hervorzuhebendes
während derselben vorfiel. Gegenwinde wurden, im Gegensatze zu der Häufig-
keit östlicher Winde auf den wenige Wochen früher ausgeführten Reisen, nur
für kurze Zeit angetroffen. Auch von Stürmen blieb man ziemlich verschont.
Man schnitt 70° W-Lg in 39,2° N-Br am 1. November, 50° W-Lg in
410,4° N-Br am 9. November und 30° W-Lg in 45,0° N-Br am 16. November.
Am 24. November, dem 24. Tage der Reise, befand „D. H. Wätjen“ sich in der
Nähe von Lizard.
8. Reise des Bremer Vollschiffes „Friedrich“, Kapt. L. Brüggemann.
Das auf einer Reise von Bremen nach New-York begriffene Vollschiff
„Friedrich“ befand sich am 11. März 1880 in der Nähe von Fair Island. Bei
ihrer Richtung nach sehr veränderlichen Winden, deren volle Ausnutzung der
äbergrofsen Stärke wegen, mit welcher sie sehr oft auftraten, nicht
immer möglich war, wurde die Reise nach Westen hin verfolgt. Den ersten
sehr heftigen Sturm erlebte man am 17. März in der Nähe von 55,5° N-Br und
27° W-Lg. Derselbe begann aus SE, erreichte aus dieser Richtung fast orkan-
artige Stärke und mäfsigte sich, nachdem der Wind nach West umgelaufen war.
Der Luftdruck erreichte in diesem Falle seinen niedrigsten Stand mit 729,5 mm.
Ein zweiter, ganz ähnlich verlaufender Sturm, ereignete sich nur zwei Tage
später. Auch in diesem Falle begann der Sturm aus SE und endete aus SW.
Das Barometer des in 53,5° N-Br und 30° W-Lg stehenden Schiffes fiel hier
bis auf 733,8 mm. Noch ein anderer Oststurm wurde am 21. und 22. März in
der Nähe von 54° N-Br und 36° W-Lg überstanden. Derselbe unterschied sich
von den vorher erwähnten dadurch, dafs derselbe aus östlicher Richtung begann und
Auch endete. Der während desselben eintretende niedrigste Stand des Baro-
meters war 734,3 mm. Westlich von der Neufundland-Bank waren die Winde
weniger stürmisch, und obgleich dort meist Westwinde auftraten, konnte doch
ganz befriedigender Fortgang erzielt werden. Am 13. April, nach 33tägiger
Reise von der Nordspitze Schottlands her, ankerte „Friedrich“ im Hafen von
New- York. Es war auf der Fahrt dahin 30° W-Lg in 53,5° N-Br am 19. März,
50° W-Lg in 44,8° N-Br am 2. April, 60° W-Lg in 41,8° N-Br am 4, April
und 70° W-Lg in 39,6° N-Br am 10. April geschnitten worden.
Am 13. August 1880, als das jetzt von Antwerpen nach New-Orleans be-
stimmte Schiff sich in der Nähe von Lizard befand, wurdo die Führung des
meteorologischen Journals wieder angefangen. Bei leichten, fast stets aus
östlicher Richtung kommenden Winden segelte man nach SW und er-
reichte am 23, August in der Nähe von 33° N-Br und 22° W-Lg, bei einem
Maximum des Luftdrucks von 766,5 mm, das Gebiet des NE-Passats, Innerhalb
desselben verlief die Reise in ruhiger, gleichförmiger Weise, und am 9. September
arreichte das, den zwischen Guadeloupe und Antigua liegenden Kanal durch-
zegelnde Schiff das Karaibische Meer. Der Passat trat auch dort zunächst noch
mit Kraft und Beständigkeit auf. Zwischen Jamaica und Haiti, wo man sich
am 13. September befand, wurde der Wind jedoch flau und unbeständig, in
dieser Weise bis zu der am 19. September erreichten Westspitze Cubas an-
haltend. Etwas kräftigeren Passat traf man im Golf von Mexico an, und führte
derselbe den „Friedrich“ bis zum 23. September zur Mündung des Missisippi-
Flusses. Die Dauer der, auch von keinem nur stürmischen Winde beunruhigten,
Reise war 41 Tage. Während derselben hatte man 40° N-Br in 18° W-Lg
am 20. August, 30° N-Br in 23,9° W-Lg am 25. August und 20° N-Br in
36° W-Lg am 31. August, wie 30° W-Lg in 22,5° N-Br am 28. August und
50° W-Lg in 17,1° N-Br am 5. September geschnitten.
Am 9. Dezember ging „Friedrich“ wieder in See, um nach Bremen zu-
rückzukehren. Man traf im Golf von Mexico auch jetzt frischen NE-Wind an,