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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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wir jedoch die Rasen herumgebrafst hatten, fol er plötzlich wiedor mit solcher 
Gewalt aus SW ein, dafs das Schiff während 10 Minuten zum Kentern lag. 
Während des Windstofses war das Schiff vollständig in eine Wassermasse ein- 
gehüllt, und wulste man nicht, ob das Wasser als Regen von oben oder auf- 
gesogen aus der See kam. Das Athmen war beschwerlich, als ob man sich in 
oinem luftrerdünnten Raume befände. An allen Toppen und Raanocken leuch- 
teten Elmsfeuer. Glücklicherweise hielt der Stofs, der entweder einem kleinen 
Wirbelsturm oder einer grofsen Wasserhose angehörte, nicht lange an; der 
Wind nahm schnell an Stärke ab und lief wieder nach SSE. Von diesem 
günstigen Winde geführt, passirten wir bei Tagesanbruch in Sicht des Kap 
Agulhas, in der Nacht des 23. November das Kap der guten Hoffnung und 
erreichten am 26. November den Parallel von 30° Süd in 10° O-Lg, nachdem 
wir 11 Tage südlich von demselben zugebracht hatten. 
Die an der afrikanischen Küste beobachteten Strömungen waren die 
folgenden: 
November 19 in 32° 27‘ S-Br und 29° 21‘ O-Lg rw S70° W 24 Sın in 24" 
20 „33° 49 „ „„ 27°19 „ S48°W9I » „%» 
21 „35° 6 „„ „ 24°30' » S51°W 88 „ » » 
» 22 „35° 35 „ „„ 21°10 „ S68°W 70 „ „ 20% 
Der Wind blieb südöstlich bei steifer Briese und heirigem Wetier und 
führte uns ohne Aufenthalt durch Windstillen in den Passat. Von 30° S-Br 
an steuerten wir einen ziemlich westlichen Kurs, um nach Maury’s Anweisung 
die Linie in 35° bis 36° W-Lg zu schneiden. Da wir jedoch schon in 1° 20‘ S-Br 
Anzeichen der Aequatorialmallungen hatten, so liefs ich von hier aus recht 
nach Norden halten, um diesen Gürtel auf möglichst kurzem Wege zu durch- 
kreuzen, und schnitten wir infolge dessen die Linie etwas östlicher in 32° 30‘ W-Lg. 
Dies fand am 25. Dezember statt. 
Ohne dafs vorher Windstillen eingetreten wären, ging in 1° 30‘ N-Br 
der südöstliche Wind in einer stürmischen Böe in den NE-Passat über. Wie 
es Maury empfiehlt, liefs ich wiederum einen gut westlichen Kurs — ;ıw NWzW — 
steuern, um möglichst lange im Passat zu bleiben und das Gebiet der westlichen 
Winde in einer so westlichen Position zu betreten, dafs New- York leicht erreicht 
werden könnte. Frischer NE- bis Ostwind begleitete uns bis zum 11. Januar 
1881 nach 23° N-Br und 68° W-Lg. Hier lief der Wind südlicher und machte 
eine seiner gewöhnlichen Drehungen, worauf veränderliche Winde herrschend 
wurden, die uns am 20, Januar nach 30° N-Br und 76° W-Lg führten. Von 
hier aus schlugen wir einen nördlichen Kurs ein. Am 21, und 22, Januar 
hatten wir einen mäfsigen Sturm, der aus SSE begann, dann nach SW holte 
und aus der Westrichtung abflaute. Darauf holte der Wind nach NW. Solange 
dieser Wind mit gutem Wetter auftrat, konnten wir die Nähe der Küste halten; 
zweimal wurden wir jedoch durch NW- bis NNW-Sturm abgetrieben und waren 
dann genöthigt, auf St. B.-Halsen zu gehen, um die Küste wieder zu erreichen. 
Das Barometer stand fortwährend sehr hoch auf 768 bis 775mm, bei einer 
Kälte von — 4° bis — 7° C., unter welcher wir sehr zu leiden hatten. Am 
31. Januar, um 10 a. m., erhielten wir bei Barnegat Inlet einen Lotsen, auch 
nahm ich zu gleicher Zeit einen Schleppdampfer an, mit dessen Hülfe wir um 
11" p.m. desselben Tages, nach einer Reise von 110 Tagen von Anjer, Sandy 
Hook passirten. 
Die Aeoquatorialströnmungen im Atlantischen Ocean wurden, wie folgt, 
gefunden: 
1880 Dezember 22 in 2° 52‘ S-Br und 29° 39' W-Lx vw N 70° W 20 Sm in 24% 
23 „1°56° „ „ 31° 6 N79°W 24 » » » 
24 „1°20‘° „ „ 31°58 & West 12 „ ww» 
"5 „ 0°19‘N-Br„ 32° 37 N62°W 18 „ » » 
6 „1°37 „ „ 33°20 N73°W 23  » » 
27 „3° Yın » 34°5‘ N84°W 24 % ws 
28, 29 und 30 sehr gering 
” » 31 in 8° 57’N-Br und 44° 25 „ 576° W 28 
1881 Januar 110° 5 „ »„ 46°46' „ „ S84°W 33 
Am 31. Dezember beobachteten wir starke Stromkabbelungen. 
Ann. d. Hydr.. 1881. Haft V (Mai)
	        
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