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Wind auftraten. Vom 30. Juni an, an welchem Tage wir die Insel Lubang
sichteten, wurden wir noch längere Zeit dureh östlichen Wind aufgehalten, und
konnten wir infolge dessen erst am 4. Juli Corregidor passiren und am 9. Juli
auf der Rhede von Manila ankern. Vielleicht war dieser östliche Wind die
Ursache der .ungewöhnlichen Strömung, welche wir schon in der Nähe von
14° N-Br und 118° W-Lg angetroffen hatten. Dieselbe setzte mit einer Ge-
schwindigkeit von 1 bis 1'/4 Sm in der Stunde nach West bis SW. Bei Corregidor
lief der Strom 3 bis 4 Sm in der Stunde westwärts, nahm dann aber mit der
Annäherung an Manila mehr und mehr ab.
Auf dem äufseren oder Westende der San Nicolas- Bank ist ein Leucht-
thurm errichtet, welcher ein gutes, 9 Sm weit sichtbares, festes weißes Feuer
zeigt. Auch bei Tage bildet derselbe ein gutes Morkzeichen. Er steht auf
eisernen Pfählen und sieht einem grofsen Taubenhause ähnlich,
Vom 4. Juli bis zum 20, August 1880 lagen wir auf der Rhede von
Manila, um eine Ladung Zucker und Hanf für New- York einzunchmen. Während
dieser Zeit, am 18, und 20. Juli, fand das grofse Erdbeben statt, welches Manila
heimsuchte.
Am 18. Juli um 1*p. m, verspürten wir an Bord eine wellenförmige Be-
wegung unter den Füfsen, welche ungefähr 30 Sekunden anhielt. Es war, als
ob das Schiff über Steine hinwegging. Zu gleicher Zeit schien das Wasser
Jlängsseits des Schiffes zu kochen, und wir hörten ein unterirdisches Getöse, wie
ferner Donner. Als ich nach dem Lande blickte, sah ich die ganze Stadt in
eine Staubwolke gehüllt. Am nächsten Tage, als ich an Land kam, bot die
Stadt denn auch ein Bild grofsartiger Zerstörung, Fast alle grofsen steinernen
Gebäude waren ganz oder theilweise eingestürzt.
Am 20. Juli um 4* p. m. befand ich mich gerade am Lande, als wir
durch ein plötzliches heftiges Hin- und Herschwanken des Erdbodens aus dem
Hause getrieben wurden. Es war nicht möglich, zu stehen; alles taumelte wie
betrunken, und einer starrte dem Anderen voll Schrecken ins Gesicht. Die Ein-
geborenen lagen auf den Knieen und beteten zu ihren Heiligen, Mit der Ab-
sicht, das unsichere feste Land zu verlassen, suchte ich zu meinem Boote zu
gelangen, als ich sah, dafs der Erdboden sich vor mir gespalten hatte. Dor
Rifs war etwa 18cm breit und 15m lang, und konnten wir mit einer 12m langen
Bambusstange nicht die Tiefe ermessen. Die Gebäude, welche am 18. Juli nur
theilweise beschädigt worden waren, hatte das Erdbeben vom 20. zum völligen
Einsturz gebracht. Auch die grofse prächtige Kathedrale war zusammengestürzt.
Ein jedes Haus in der Stadt glich einer Ruine; ich habe keines gesehen, welches
nicht mehr oder minder Schaden gelitten hatte. In der folgenden Zeit kampirte
die ganze Bevölkerung von Manila auf den Strafsen in Bambushütten und
während der ganzen Woche waren alle Geschäftshäuser geschlossen, weil sich
Niemand unter Dach wagte.
Später bis zum 15. August hatten wir immer stürmisches, regnerisches
Wetter, doch gelang es uns, die Ladung an Bord zu bekommen, und konnten
wir am 20, August die Rhede von Manila mit voller Ladung verlassen.
Von Manila nach New-York.
Am 22. August 1880 gelangten wir aus der Bai von Manila hinaus.
Wir nahmen die Route durch die Mindoro-Stralse, welche wir am 27. August
mit einem günstigen steifen NW-Winde passirten, und durch die Sulu-See.
Hier waren flaue südliche Winde sehr hinderlich, so dafs wir erst am 3. Sep-
tember die Basılan-Stralse erreichten. Um diese zu durchsegeln, benöthigten
wir volle fünf Tage; das Wetter war meistens schön, leider war aber selten
Wind vorhanden. In der Basilan-Strafse zeigte sich eine regelmäßig alle sechs
Stunden wechselnde Strömung, Der westliche Strom hatte eine Stärke von
2 bis 3 Sm in der Stunde, während der östliche etwas schwächer war. In der
Sulu-See fanden wir keinen Strom.
Nachdem wir am 8. September von der Basilan-Strafßse frei gekommen
waren, durchsteuerten wir die Celebes-See mit südwestlichen Winden bei dem
Winde auf St. B,-Halsen. Ich hoffte, dafs der Wind bald so weit südlich holen
würde, um ein Ansegeln der Makassar-Strafse auf dem anderen Buge zu ge-
statten. Die Windänderung trat jedoch nicht ein. Infolge dessen machten wir