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Um nun eine nach gleichen Zunahmen der Vertikalkraft fortschreitende
Reihe zu erhalten, zeichne man sich nach den erhaltenen Resultaten eine Kurve,
deren Ordinaten die Ablesungen des Instruments und die Vertikalkräfte sind.
Aus dieser Kurve greife man die Angaben der Tabelle ab.
Um die Tabelle für —— zu erhalten, theile man die Ordinate der Vertikal-
kraft nach Vielfachen der Ortsvertikalkraft — also hier 4,38 — ein und leso
die zugehörigen Werthe von y wie vorhin ab.
Bemerkungen zu den gebrauchten Formeln.
1. Der Beweis für die oben gebrauchte Formel u = 4 (1 — 9) findet
sich im „Admiralty manual“ S. 146.
Wenn der Kompafs für aufrechte Lage vollständig kompensirt ist, so
mufs aufserdem 4 = 0 sein, so dafs man hat: w = 4A.
2. Beweis, dafs man den Werth von @ durch Beobachtung auf zwei
entgegengesetzten Kursen oder auf O oder W erhält. .
Es ist („Admiralty manual“ S. 113) &
zZ _ g_ A
z “got zeit
h ist in den allermeisten Fällen so klein, dals es vernachlässigt werden kann;
es wird daher auf den Kursen 5 und $ + 180°:
zZ‘ _ £g
z -iz0°® +
z“ g
z= zo 08H Ki
zz’ zz
also das Mittel von zZ und z gleich u.
Auf O oder W, also, wenn $ = 90° ist, wird unmittelbar
zZ’
z
Bemerkungen über den Gebrauch des Instruments,
i. Beobachtungen bei stillliegendem Schiff. Das Instrument zeigte bei
einer mit möglichster Sorgfalt am Lande ausgeführten Reihe von Versuchen
nach Ausweis der Kurve auf nicht mehr als 0,06 Gauss’sche Einheiten genau.
Da die Verhältnisse an Bord nie ebenso günstig sein werden, ist die Genauigkeit
nur auf 0,10 Einheiten oder etwa 0,02 mal der Ortsvertikalkraft in unseren
Gegenden zu veranschlagen.
Es reicht somit die Genauigkeit zum Legen des Krängungsmagneten hin.
Zur Bestimmung von % für die Erlangung von Vergleichswerthen, wo
cine Genauigkeit auf Hundertstel wünschenswerth ist, hat das Instrument im
Allgemeinen nicht die nöthige Genauigkeit. Bei sehr kleinen Werthen von u
jedoch, wie sie in den unteren Decken von Panzerschiffen auftreten, wird die
Waage dem Magnetometer sogar vorzuziehen sein. Es sind dann die Angaben
des Magnetometers wegen des Fehlers der Schwerpunktslage der Vertikalnadel
und der Reibung sehr ungenau, während die Waage ebenso genau zeigt, wie
bei gröfseren Werthen von u.
2. Beobachtungen bei bewegtem Schiff. Die Waage hat den Vorzug, dals
cine ganz genaue Orientirung, welche der Magnetometer erfordert, nicht nöthig
ist, da man ferner im Augenblick der Beobachtung den Kurs ablesen kann,
was bei der langen Dauer der Beobachtung mit der Vertikalnadel nicht geht,
so wird man durch das neue Instrument in den Stand gesetzt, die Vertikalkraft,
auch ohne dafs das Schiff längere Zeit auf demselben Kurs liegen bleibt, zu
bestimmen. — Bei schlingerndem Schiff hört die Beobachtung auch bei der
Waage auf,
3. Bequemlichkeit der Beobachtung. Beim Legen des Krängungsmagneten
kommt die KEigenthümlichkeit der Waage, dafs sie den Augenblick, wo die
Vertikalkraft eine gewisse Gröfse hat, sofort anzeigt, im Vergleich mit der
Schwingungsnadel als ein grofser Vorzug zur Geltung.
Die Waage erfordert nur einen Beobachter, die Vertikalnadel im All-
gemeinen zwei. Die Beobachtung mit der Waago erfordert weniger Zeit.