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Tiefe beide Ströme ungefähr denselben Salzgehalt haben, so dafs hier das kalte
Wasser stets das dichteste ist und das warme Wasser zu verdrängen vermag.
5) Ueberall da, wo ein warmer Strom neben einem eisführenden
kalten Strome läuft, müssen dieselben Verhältnisse wie ad 4) obwalten, aber
vielleicht nirgends so deutlich ausgeprägt, als in der Dänemark-Strafse, wo in
dem schmalsten Theile derselben und dicht bei der im Sommer 1877 ange-
troffenen Eisgrenze auf Station No. 12 am 21. Juni 1877 in 66° 25‘ N-Br und
25° 50‘ W-Lg nachstehende Reihentemperatur (°C), welche als typisch für
ähnliche Fälle bezeichnet werden kann, genommen worden. (Vergl. a. a. O0.
pag. 187).
Luft Oberfl. 9 m 19m 28m 38 m 47m 56 m 69 m 107 m 188 m 565 m 650 m
5,0 17 1,2 —1,2—1,6 —0,8 5,3 5,9 62 63 61 —05 —1,1
Aehnliche Erscheinungen, wie die hier oben angeführten, doch nicht so
deutlich ausgeprägt, zeigen sich bei den Temperaturmessungen der „Vega“ in
ihrem Winterquartier zu Serdze kamen am 10. Januar 1879 (s. „Ann. d. Hydr.
atc.“, 1881, pag. 64), der „Alert“ und „Discovery“ in den Sommern der Jahre
1875 und 1876 an der Westseite des Smith-Sundes und in der Polar-See (s. a.
a. O. pag. 72—74) und der „Polaris“ im Kennedy-Kanal zwischen 81°—79'/2°
N-Br und 70°—68° W-Lg im August 1872 (s. a, a. O. pag. 117) und werden
wir solche auch noch im Verlaufe dieser Abhandlung zu erwähnen Gelegen-
heit haben,
Die Reihentemperaturmessungen der „Fylla“ nördlich und westlich von
Island im Sommer 1878 (s. Ann. d. Hydr. etc.“, 1880, pag. 188 und 494) er-
gaben für den Schnitt nördlich von Island bis zu 67° 40’ N-Br längs des
Meridians von 72° 23‘ West, dafs in einem Streifen von mindestens 43 Sm
Breite von Kap Nord bis 67° 13‘ N-Br eine, bis zum Boden in 50—300 m
Tiefe reichende und bis zu 5°—6° erwärmte Wassermasse sich ausbreitet; aber
schon 12 Sm weiter nördlich reicht diese nur bis 140m Tiefe, und zwischen
300—400 m Tiefe vom Boden findet sich eiskaltes Wasser, welches noch weitere
15 Sm nördlich in 67° 40‘ N-Br bis dicht an die Oberfläche empordringt und
das warme Wasser ganz und gar verdrängt. Hier also war die „Fylla“ voll-
ständig in den Polarstrom gelangt und die Temperaturreihe No. 22 am 25. Juni
1878 in 67° 40‘ N-Br und 22° 23‘ W-Lg zeigte nachstehende Temperaturen
in °C, welche ebenso wie Temperaturreihe No. 12, östlich von Island, dicht an
der Eisgrenze (s. oben sub 5) eine wärmere Wasserschicht zwischen zwei
kälteren aufweist.
Luft Wasser, in Tiefe m
0 10 20 40 95 2190 380 470 570 660
24 07 —0,6 —14 —04 —033 —03 —08 —16 —1,8 —1,6
Die Messungen im Juli 1878 auf der Strecke westlich von Snefjelds-Jökul,
dicht südlich und nördlich von dem Parallel von 25° Nord bis zu 33'%° W-Lg,
ergaben die Bestätigung der von der „Fylla“ im Sommer 1877 gefundenen
Thatsache der Existenz eines warmen bis zum Boden (dessen gröfste gemessene
Tiefe 2118 m beträgt) hinabreichenden Stromes in dem östlichen und mittleren
Theile der Dänemark-Strafse.
In dem Sommer 1879 wurden die Tiefseeforschungen in der Dänemark-
Strafe durch den Kriegsschoner „Ingolf“, Kapt. Mourier, fortgesetzt (vgl.
„Ann. d. Hydr. ete.“, 1880, pag. 190). Die Hauptergebnisse derselben nebst
einigen historisch-geographischen Angaben über die Erforschung der Küste
Ost-Grönlands zwischen 70° und 65° N-Br hat Kapt. Mourier in der „Geo-
gyrafisk Tidskrift“, Bd. IV, 1880, pag. 471—60 veröffentlicht. Das Wesentlichste
derselben in Bezug auf 'Fiefseeverhältnisse ist Folgendes, wobei für das Ge-
schichtliche der Expedition und die einzelnen Lothungsangaben auf die Notiz
in diesen Annalen, 1880, pag. 190, verwiesen wird.
Der erste Vorstofs nach Norden von Mevenklint, am 5. und 6. Juli 1879,
ergab in 69° N-Br und 20° W-Lg eine Tiefe von ca 1500m (810 dän. Dat
mit einer Temperatur von etwas über 0°; aber bald darauf erhielt der „/ngol
gerade voraus das feste Eis in Sicht, nachdem schon drei Stunden vorher Land,
wahrscheinlich die Stewart-I., erblickt worden war. Das Eis lag dicht zusammen-
gedrängt längs der Küste und in einem Abstande von 10 Sm von ihr,
Der längs des Eises genommene Kurs ergab dio Lage der Eisgrenze für den
Ann. d. Hydr., 1881, Heft V (Mai).