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Gebiet hohen Druckes lag grofsentheils
an der Pacifischen Küste, von dessen
Ostrande sich Theile ablösten und
östlich der Felsengebirge zuerst gegen
SE und weiter gegen E fortwanderten.
2. Das in den südlichen atlanti-
schen und Golf-Staaten zu niedrige,
sonst allgemein !/—2mm, an der
Pacifischen Küste bis 4mm zu hoho
Monatsmittel des Luftdrucks. Die
monatliche Barometerschwankung war
am gröfsten etwa am 40sten Parallel
(35—40 mm) und nahm von da nach
S rasch, nach N langsam ab.
3. Das Vorwalten nördlicher und
nordwestlicher Winde an der Atlanti-
schen Küste, in den Südstaaten und
an Ostabhang der Felsengebirge,
während im Seengebiet südliche und
westliche häufiger waren. Die Abwesen-
heit von bedeutenden Lokalstürmen
und die aufserordentlich ausgedehnten
und heftigen Schneestürme vom 10.—11.
und vom 20.—21., deren letzterer sogar
die telegraphische Verbindung zwi-
schen New-York und Washington für
mehrere Tage unterbrach.
auf Centraleuropa ist diejenige, welche
vom 17. bis zum 22. von der Bretagne
über Mitteldeutschland bis zum Ural-
Flusse auf einer ungewöhnlichen Bahn
sich fortpflanzte.
2. Der sehr hohe Luftdruck der
ersten und sehr tiefe der zweiten und
dritten Dekade. Das Monatsmittel
desselben lag in ganz Centraleuropa
zwischen 759 und 763mm. Die
Schwankungen des Barometers waren,
mit Ausnahme von Ostpreufsen, gröfser
als normal, am gröfsten an der Nordsee-
küste (über 42mm, statt 35mm).
3. Das der gleichmäfsigen Druck-
vertheilung entsprechende geringe
Vorwalten einzelner Windrichtungen;
im Ganzen zeigten im Norden Central-
europa’s südliche und südöstliche, im
Süden nordöstliche Winde ein Ueber-
gewicht. Stürme waren selten; im
Zusammenhange mit der oben hervor-
gehobenen Depression traten indessen
zwischen dem 18, und 21. in Nord-
frankreich und England und theilweise
auch in Norddeutschlaud schwere
Schneestürme auf.
4. Die aufserordentlich niedrige 4. Die aufsergewöhnlich niedrige
Temperatur, die noch bedeutend tiefer Temperatur in dem Zeitraum vom 9.
war, als im vorhergehenden Monat, bis 27. Januar und die grofsen Schwan-
30 zwar, dafs dieser Januar in den kungen derselben in dieser Zeit (mehr-
östlichen und nördlichen Distrikten fach 18—20° C. in 48 Stunden), die
meistentheils der kälteste je beobach- jedoch selten über den Gefrierpunkt
tete Monat, mit Ausnahme des Winters hinausgingen. Um die Mitte des Mo-
1875, war. Wie die Luftdruck-Ver- aats wurden die deutschen Ostseehäfen
'heilung, so waren auch die Temperatur- für die Schiffahrt meistentheils durch
Verhältnisse entgegengesetzt jenen des is geschlossen (Swinemünde z. B.
Januars 1880. Missouri und Mississippi binnenwärts vom 8., seewärts vom 21.
waren bis St. Louis von festem Eise ge- an). Gegen Ende des Monats wurde
schlossen, weiter abwärts meist offen; die Schiffahrt auch im Sund und Katte-
auf dem Ohio brach die Eisdecke zwi- gat durch Eis behindert. Die Unterelbe
zachen dem7. und 22. auf, und führte der konnte mit Ausnahme weniger Tage
schwere Eisgang viele Verluste herbei. durch die Eisbrecher offen gehalten
Auf den Seen war alle Schiffahrt durch werden.
Bis unterbrochen, seit dem 16, konnte Die Abweichungen des Monats-
auch der Champlain-See auf der festen mittels der Temperatur von ihrem
Eisdecke passiırt werden. An der Normalwerthe betrugen für die ein-
Küste des Atlantischen Oceans traten zelnen Distrikte im Durchschnitt:
angewöhnliche Eismassen auf, welche L. Nord- ( a. östliches — "7°C.
die Schiffahrt beeinträchtigten; die Aoutschee| b. mittleres
Häfen und Buchten (Chesapeake-Bai, Tiefland { c. westliches
Long Island-Sundete.) waren theilweise 2. Mittel- j a. östliches
mit festem Eise belegt. deutsches / b. mittleres .
Die Abweichungen des Monats- Hügelland c. westliches .
mittels der Temperatur betrugen: 3. süg-( 2: Bayern . . —
New England. . . . . — 25°C. deutsch- b. Württemberg —
Mittl. atlant. Staaten . . — 2,9 land ce. Baden. . . — "4
Südl. — 27 d. linksrhein.Geb.— 3.1