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billig, während andere Schiffsartikel theuer sind. Lotsen sind bei der Signal-
station auf Tairoa Head und kommen mit einem Walboot oder auch mit einem
Dampfer heraus.
Lyttelton ist ein schöner Hafen und kann bei jedem Winde und klarem
Wetter angesegelt werden. Von Süd kommend sieht man am Tage bei klarem
Wetter die Banks-Halbinsel schon in beträchtlicher Entfernung. Bei Nacht
kann man Akaroa-Feuer in Sicht laufen, ein Blinkfeuer, welches 20 Sm weit
sichtbar ist. Mit südlichem Winde steuere man dicht um die Halbinsel herum,
denn die Küste ist hier allenthalben rein, und man darf sich derselben bis auf
2 Sm nähern. Wenn Kap Godliey in Sicht ist, wird die Einsegelung leicht.
Zwischen den beiden äufseren Kaps erhält man einen Lotsen, den einzigen der
dort ist. Sollte derselbe beschäftigt sein, so kann der Kapitän auch ohne ihn
auf SWzW1!/,W-Kurs, die Mitte des Fahrwassers haltend, einsegeln und beim
Wellenbrecher ankern. Ein Schleppdampfer ist vorhanden, um die Schiffe in
den Hafen zu schleppen. Der Wellenbrecher schützt gegen Seegang, und die
Schiffe liegen sehr gut an den Werften, an welchen die Ladung in Eisenbahn-
wagen gelöscht wird. Frisches Fleisch, Kartoffeln, Mehl und Brod sind hier
ebenfalls gut und billig, andere Artikel dagegen theuer.
Oamaru ist nur ein Hafen für kleine Schiffe. Es ist dort ein Wellen-
brecher gebaut, hinter welchem an den Werften fünf bis sechs kleinere Schiffe
löschen und laden können. Schiffe, die mehr als 13 Fufs (3,9m) tief gehen,
können nicht innerhalb des Wellenbrechers liegen, sondern müssen in See vor
Anker gehen. Mit westlichen Winden liegt es hier auch gut, aber bei östlichen
Winden und Stürmen mufs man die Kette schlippen und in See stechen. Schiffe,
die innerhalb des Wellenbrechers liegen, müssen gut fest gemacht werden. Sie
haben einen Anker mit 120 Fad. (216m) Kette aus und sind am Wellenbrecher mit
mehreren Coir-Kabeltauen, die um Boller und Masten belegt werden, befestigt.
Aufserdem müssen nach der anderen Seite vom Bug und vom Heck aus Trossen
auf den Bojen festgemacht werden, um das Schiff jeden Abend abholen zu
können. Die Kabeltaue werden vom Hafenmeister geliefert, und mufß dafür
2 d. per Registertonne der Schiffsgröfse bezahlt werden. Die Ladung kommt
in Eisenbahnwagen längs Seite, so dafs ein Schiff rasch beladen werden kann.
Ein Lotse, der dort ist, bringt das Schiff innerhalb des Wellenbrechers und
überwacht auch das Festmachen. Es ist ein festes rothes Feuer vorhanden,
welches aber nur 4 Sm sichtbar ist, und kommen deshalb die Gaslichter der
Stadt eher in Sicht als jenes. Trinkwasser ist hier theuer, da es mit der Bahn
in Tanks längs Seite des Schiffes gebracht werden mus.“
Ergebnisse der meteorologischen Beobachtungen
auf der Kaiserlich Deutschen Minister-Residentur zu Tanger
im Jahre 1880.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Auf Seite 216 des letzten Bandes dieser Annalen sind bereits die Resultate
der meteorologischen Beobachtungen zu Tanger im Winter 1879—80 mitgetheilt,
welche die Seewarte dem Herrn Minister-Residenten Th. Weber verdankt. In
ähnlicher Weise sind im Folgenden die Ergebnisse der Beobachtungen für den
Rest des Jahres 1880 zusammengestellt.
März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. Jahr
Regenmenge in mm, . , 69,9 65,2 122,1 5,8 02 1,2 00 79,8 92,3 561 6591
Zahl der Thgo} überhaupt . 12 9 MM 3 2 2 83 7 19 6 92
mit Regen })über0,‚1mm 10 9 13 1 1 2 0 7 17 5 80
Gröfste Menge in24 Stunden 24,1 29,55 26,7 5,8 0,22 09 — 568 11,9 25,5 56,8
Datum . . 19. 25. 5. 20. 15. 20. — 7% 19. 18. 27. Okt