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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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und die Bildung des schwarzen Niederschlags anhielten, sich beim Schiffe weder 
Fische noch Vögel zeigten, und wenn einmal eine Schaar kleiner Fische — eine 
Art Sardinen — von Delphinen dem Ankerplatze zugetrieben wurde, so lagen 
dieselben auch jedesmal am nächsten Tage in grofser Anzahl todt am Strande, 
Nachdem im Mai der Nebel aufgehört hatte, bildete sich auch der schwarze 
Niederschlag nicht mehr und der vorhandene verging allmählich an der Sonne. 
Das Wasser wurde wieder rein und klar. Fische, wie Kattfische, Schwärme 
von Makrelen und fliegende Fische stellten sich ein, ebenso einzelne Seehunde 
und Schaaren von Pelikanen. 
Die Strömung setzt in Salaverry stets längs dem Lande in nordwestlicher 
Richtung; sie tritt hier nahe an die Küste heran und läuft oft mit einer Ge- 
schwindigkeit von 2,5 Kn, Zu anderen Zeiten ist sie dagegen kaum bemerkbar. 
Einige Male bei Neu- und Vollmond kam es vor, dafs zwischen dieser — der 
Humboldt-Strömung: — und dem Ufer in einer Breite von !/a bis %/4 Sm eine 
Strömung von entgegengesetzter Richtung auftrat, welche von dem vorspringen- 
den Carretas-Hügel dem Ankerplatze zugedrängt wurde und an der Stromkante 
die nordwestliche Strömung zeitweilig überwältigte. Das Gegeneinanderwirken 
von Strom, Wind und Dünung verursacht eine sehr aufgeregte See in der Gegen- 
strömung. Die Schiffe schwaien hier gegen den Wind, liegen sehr unruhig und 
bekommen leicht unklar Anker; sie schlingern und stampfen entsetzlich, so dafs 
die Seen von hinten und vorn und beiden Seiten auf Deck fallen. Es ist des- 
halb rathsam, sich beim Ankern nicht zu sehr dem Lande zu nähern, sondern 
aufserhalb der Stromkante zu bleiben. 
Aber auch hier ist es schwierig, das Schiff gegen den südöstlichen Wind 
und die nordwestliche Strömung auf der stets aus südwestlicher Richtung 
kommenden Dünung zu halten. Wenn man auch vermittelst eines Ankers und 
einer Leine vom Heck das Schiff etwas in die Richtung der See bringen kann, 
so läuft dieselbe immer noch von der Seite ein und das Schiff schlingert fort- 
während. Dies macht den Aufenthalt im Hafen äufserst unangenehm. Das 
Löschen und Laden wird dadurch sehr erschwert, und man mufs alle Vorsichts- 
maf(sregeln anwenden, damit das Schiff nicht durch die Leichter beschädigt wird. 
Die südwestliche Dünung ist auf dem Ankerplatz von Salaverry immer 
vorhanden. Wirklich ruhig: war die See während unseres Aufenthaltes nie; 
wohl aber lief sie oft recht hoch, so hoch, dafs sie schon auf 10m Wassertiefe 
brach. Diese hohe See kam oft ganz plötzlich, so dafs sich häufig Vormittags 
gar keine Brandung am Strande zeigte und Nachmittags schon keine Landung 
möglich war. Die Brandung am Lande wurde auch nicht immer von der Dünung 
bedingt. Oft hatten wir auf dem Ankerplatze ziemlich ruhige See und gleich- 
zeitig hohe Brandung am Strande, und umgekehrt. Von irgend welchem Ein- 
Ausse des Mondwechsels auf den Zustand der See war nichts wahrzunehmen. 
Während der ersten Wochen unseres Aufenthaltes war die Brandung am Strande 
an keinem Tage so hoch, dafs wir nicht löschen konnten. Dies und die An- 
gabe im Journal des Hafenkapitäns, dafs im vorigen Jahre nur 9 Brandungs- 
tage*) gewesen waren, bewog mich beim Abschlusse der Fracht die Bedingung 
„30 Arbeitstage zum Laden“ anzunehmen, in der Hoffnung, doch höchstens mit 
45 laufenden Tagen freizukommen. Statt dessen hatten wir in der Folge eine grofße 
Anzahl von Brandungstagen. Von 69 laufenden waren nur 33 Arbeitstage, Schiffer 
sollten bei Frachtabschlüssen in Bezug auf diesen Punkt sehr vorsichtig sein 
und sich lieber eine grofse Anzahl laufender Tage gefallen lassen; dies ist um 
80 mehr gerathen, als nach den Bedingungen der peruanischen Chartepartien 
für die Entscheidung der Frage, ob ein Tag ein Arbeitstag gewesen ist oder 
nicht, nur das Journal des Hafenkapitäns mafsgebend ist. Die Erklärung des 
Hafenkapitäns, dafs kein Brandungstag‘ oder Festtag ist, wird den Schiffen durch 
das Aufheifßen einer rothen Flagge angezeigt. 
Mit dem Schiffsboote zu landen ist gefährlich. Man benutzt deshalb, um 
an Land zu fahren, immer einen Leichter, wofür man usancemäfsig 1 Sol und 
ferner für das Anslandtragen etwa 30 Ctvs. bezahlt. Die Passagiere der Dampfer 
werden auf dieselbe Weise an das Land befördert. Für Frauen und Kinder 
4) Brandungstage (surf-days) sind solche, an welchen der Brandung wegen die Leichter am 
Strande nicht löschen und laden können.
	        
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