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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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yegangen. Sie werden nur noch gelegentlich von den Küstendampfern berührt 
und als Badeplätze von der haute volee Truxillo’s besucht. Für die Wahl 
Salaverry’s als Ausgangspunkt der Bahn gegenüber dem vielleicht ebenso bequem 
gelegenen Malabrigo ist wohl hauptsächlich der Wunsch ausschlaggebend ge- 
wesen, sie über die Hauptstadt des Bezirks — Zruxillo — zu führen. 
Auf der Bahn, welche eingleisig, schmalspurig und von amerikanischem 
Materiale erbaut ist, geht dreimal täglich ein Personenzug nach Truwillo. 
Viermal wöchentlich wird ein regelmäfsiger Zug von Trumillo nach dem 50 Meilen 
entfernten Ascope abgelassen. Güterzüge fahren so oft, als erforderlich. Die 
Dampfschiffs-Verbindung wird durch die Küstendampfer hergestellt, welche, 
wöchentlich einmal von Callao ausgehend, alle peruanischen Küstenplätze nord- 
wärts bis Eten hin und zurück anlaufen. Die Dampfer von Callao nach Panama 
laufen nur Payta und Guayaqwil an, und müssen infolge dieser Einrichtung die 
Briefe von Salaverry nach Europa über Callao gesandt werden. Während 
anserer Anwesenheit, da Callao blockirt war und die Chilenen täglich in Salaverry 
erwartet wurden, lag das Postwesen sehr im Argen. Salaverry hat auch tele- 
graphische Verbindung mit Lima und den Zwischenhäfen; die Leitung ist jedoch 
sehr häufig unterbrochen. 
Das Löschen und Laden geschieht in Leichtern von 5 bis 15 Tonnen 
Gröfse, welche mit 10 Ruderern und einem Patron bemannt sind. Die Leichter 
werden bis zu den in der Nähe des Strandes liegenden Bojen gerudert, an 
welchen die Brandungstaue befestigt sind, und vermittelst der letzteren so hoch 
wie möglich auf den Strand gezogen. Es gehört eine besondere Geschicklichkeit 
dazu, die beladenen Leichter sicher durch die Brandung zu führen. Dennoch 
ereignet sich nur selten ein Unfall, und wenn ein Leichter einmal voll Wasser 
schlägt und die Güter durchnälst werden, so liegt die Schuld meistens an einer 
zu tiefen Beladung, Auch die Tasqueros, welche die Leichter zu entlöschen 
and zu beladen haben, verrichten ihre Arbeit mit grofser Geschicklichkeit und 
Ausdauer. Sie tragen Lasten von mehreren Centnern durch das Wasser an das 
Land oder in die Leichter und wissen sie vor Nässe zu schützen, obgleich 
ihnen das Wasser oft bis an die Schultern reicht. Wenn eine Brandung an- 
Jäuft, springen sie förmlich mit ihrer Last in die Höhe. In dieser Weise sind 
sie Tage lang beschäftigt. Oftmals werden jedoch die Güter, die der Schiffer 
auf der Reise sorgfältig behütet und unversehrt in die Leichter abgeliefert hat, 
noch so zu sagen vor der Thüre des Empfängers dem Verderben preisgegeben, 
sainmal durch die Arbeiter, welche ihre Last muthwilliger Weise ins Wasser 
werfen oder sie nicht weit genug auf den Strand bringen, so dafs sie von der 
Fluth bespült wird, dann aber auch durch die Nachlässigkeit der Agenten. 
Der gröfste Theil der von uns angebrachten Güter wurde wochenlang auf blofser 
Erde und unter freiem Himmel gelagert. Weil es nur selten regnet, würde 
dies gerade nicht viel schaden. Aber die Güter wurden nicht getrennt gehalten: 
Kohlen, Mehl, Eisenbahnschienen, Reis, Theer, Zucker — Alles wurde hin- 
geworfen, wo eben Platz war. Grofse Güter, wie Dampfkessel, Siedepfannen 
a. 8. w. werden auf Flöfsen (balsas) gelandet, indem die letzteren mit Hoch- 
wasser auf den Strand gesetzt werden. Das Wasser steigt und fällt 1,2 bis 1,8m 
(4 bis 6 Fufs), aber nicht regelmäfsig. Kohlen werden in Säcken gelöscht, was 
viel Zeit erfordert, nicht nur des Einschaufelns und Zunähens wegen, sondern 
auch, weil man jeden Sack in den Leichter fieren mufs, da sie beim Gleitenlassen 
alle platzen würden. 
Die Bahn läuft in Salaverry nahe dem Ufer hin, so dafs die gelandeten 
Güter bequem weiter befördert werden können. Es ist die Absicht, in Ver- 
bindung mit der Bahn eine grofse eiserne Mole bis durch die Brandung ins 
Meer hinaus zu bauen, an welcher die Leichter zu jeder Zeit anlegen können. 
Dadurch würde natürlich das Löschen und Laden sehr befördert werden und 
nicht mehr so wie jetzt von dem Zustande der See abhängig sein. Ob aber 
der Bau schon in den nächsten zehn Jahren vollendet sein wird, ist sehr fraglich. 
Es sind fünf oder sechs eiserne Pfähle am Ende der. schon früher gebauten 
kurzen hölzernen Mole eingebohrt worden. Seit Beginn des Krieges aber hat 
alle Weiterarbeit aufgehört, und das Baumaterial, welches schon vor Jahren 
angebracht worden ist, liegt verrostet und theilweise zerbrochen im Sande und 
im Wasser umher.
	        
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