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Im Atlantischen Ocean wurden bis nach 45° S-Brin 46,5° W-Lg hin
kräftige SW-Winde; auf der Strecke von diesem Punkte bis 37,5° S-Br in
36° W-Lg dagegen mäfsige NW-Winde und nördlich von dieser Position an
einigen Tagen südöstliche Winde angetroffen. Von 32,0° S-Br in 32° W-Lg
bis nach 24° S-Br in 23,3° W-Lg segelte man bei leichtem, sich zwischen Nord
und NW haltendem Winde. Es ging aus diesem Winde nicht durch Drehen
nach NE und SE der Passat hervor, sondern der Westwind holte südlich, blieb
jedoch noch für längere Zeit unbeständig, und nicht eher als am 24, September
wurde unweit 18,5° S-Br und 23,8° W-Lg die polare Grenze des SE-Passats
erreicht.
Beim Uebergange über dieselbe wurde ein Maximum des Luftdrucks von
767,4 mm beobachtet, Mäfsig starker, beständiger Passat führte die Bark end-
lich zu der am 1. Oktober in 26° W-Lg überschrittenen Linie. Um vom Kap
Horn aus diesen Punkt zu erreichen, waren 29 Tage erforderlich gewesen,
und während dieser Zeit hatte man 50° S-Br in 52 W-Lg am 5. September,
40° S-Br in 41° W-Lg am 9. September, 30° S-Br in 29,2° W-Lg am 16. Sep-
tember, 20° S-Br in 23,7° W-Lg am23. September und 10° S-Br in 25,8° W.Lg
am 27. September gekreuzt.
In nördlicher Breite wurde vom SW-Monsun nur noch sehr wenig ange-
troffen. Dennoch aber beobachtete man eine ziemlich starke östliche Strömung,
In der Nähe von 6° N-Br in 25,8° W-Lg war die Richtung des Windes
Süd geworden, und herrschten dann im Stillengürtel bis 8,5° N-Br hin leichte
südliche und westliche Winde, bis nach 8,8° N-Br in 26° W-Lg zwei Tage
lang anhaltende, nordöstliche Mallung und Stille vor. Nördlich von dem letz-
teren Punkte setzte der NE-Passat ein. Derselbe entwickelte seine gröfste
Stärke zwischen 13° und 20,5° N-Br und dehnte sein Gebiet bis nach 23,5° N-Br
in 34° W-Lg aus. Nicht weit von 24° N-Br entfernt, kamen leichte Westwinde
durch, die später auffrischten, zwar noch .wieder von Ostwinden unterbrochen
wurden, aber im Allgemeinen doch für den letzten Theil der Reise die herr-
schenden blieben. Am 10. November erreichte „Sophie“ den Hafen von Queens-
town nach einer Reise, deren Dauer 118 Tage betrug; 40 derselben waren in
nördlicher Breite verbracht, und hatte man dort 10° N-Br in 26,9° W-Lg am
9. Oktober, 20° N-Br in 32,6° W-Lg am 14. Oktober, 30° N-Br in 32,3° W-Lg
am 21. Oktober und 40° N-Br in 30,2° W-Lg. am 27. Oktober geschnitten.
Beschreibung der Insel Minikoi. Indischer Ocean.
(„Nautical Magazine“, 1881 Febr., pag. 133—136.)
Die Insel Minikoi!) gehört, obgleich sie näher bei den Maladiven-, als bei
den Lakadiven-Inseln liegt, doch zu den letzteren; ihre Mitte liegt in 8° 17‘
N-Br und 73° 3‘ O-Lg, mithin ca 270 Sm nahezu westlich von Kap Comorin.
Sie besteht aus einem schmalen Streifen niedrigen Landes, welcher sich nur
sehr wenig über die Meeresfläche erhebt, ist dicht mit Kokospalmen be-
pflanzt, welche eine Höhe von ca 21m erreichen und vom Deck eines Schiffes
aus 10 bis 12 Sm weit zu sehen sind. Da die Insel auf der Route der zwischen
Aden und Point de Galle (Ceylon) fahrenden Postdampfer liegt, so ist die Er-
richtung eines Leuchtthurms auf derselben beabsichtigt. ?)
Die nachstehende Beschreibung der Insel ist von Kapt. J. G. Basevi,
R. Engin., 1872, gegeben worden.
„Minikoi ist eine kleine Koralleninsel in 73° O-Lg, welche den Acht-Grad-
Kanal von dem Neun-Grad-Kanal trennt. Sie ist halbmondförmig, und ihre
1) Vergl. „Hindostan Pilot“, London 1866, pag. 281; „India Directory“, Part I, von Horsburgh
(Taylor), London 1874, pag. 586; „Indian Ocean Directory“, von H. Rosser und J, T. Imray, London
1874, pag. 589, und „Indian Ocean Directory“, von G. Findlay, 3. Edition, London 1876, pag. 905,
2) Vergl. „Verzeichnifs der Leuchtf. aller Meere“, Theil II, 1878, ad Tit. IX, No. 93.