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Um möglichst bald aus der auf See angetroffenen, 25 bis 30 Sm im
Etmale starken, Nordströmung zu kommen, liefs Kapt. Ruhase sein Schiff über-
stehen nach Borneo und fand er, dorthin gelangt, denn auch schwächeren Gegen-
strom. Am 27, August hatte „Kaiser“ 0,2° S-Br in 107,7° O-Lg erreicht.
Am 30. August passirte man bei frischer Briese aus SE den Stolze-Kanal
und Middle Pass, durchsegelte dann die Java-See und gelangte am 1. Septem-
ber in Sicht von Anjer. Am 2. September stand „Kaiser“ in 7,8° S-Br und
103,9° O-Lg, von hier aus bei frischem SE-Passat einen südwestlichen Kurs
verfolgend. Für lange Zeit hindurch konnte dann eine rasche Fahrt erzielt
werden, erst nachdem 55,5° O-Lg in 22,5° S-Br überschritten worden war,
nahm der Passat an Stärke ab und unweit 25,6° S-Br in 47° O-Lg, wo bei
einem Luftdrucke von 768,7mm der Wind nordöstlich lief, erreichte „Kaiser“
dessen polare Grenze, Der links drehende Wind führte dann am nächsten Tage,
bei einer Luftdruckabnahme von 4 mm, eine Drehung um den ganzen Kompafs
aus. Während derselben verlor der „Kaiser“ in einer zwar nur eine Viertel-
stunde lang anhaltenden, aber äufserst schweren Bö den Klüferbaum sowie
Bram- und Marssegel. Bei dem auf die Drehung folgenden SE-Wind stieg der
Luftdruck bis auf 771,7mm, und wurde er erst wieder geringer, als der Wind
abermals begann, nordöstlich zu holen. In diesem Falle setzte der Wind jedoch
seine Drehung nicht durch Nord fort; sondern als die Richtung NE geworden,
und das Barometer bis auf 758,6 mm gefallen war, flaute er ganz ab und lief
durch SE und Süd nach SW zurück. Aus letzterer Richtung nahm die Wind-
stärke dann, bei steigendem Luftdrucke, rasch wieder zu, und schliefslich wehte
es aus SW orkanartig. Man überstand diesen Sturm am 25, September unweit
31° S-Br in 31° O-Lg. Am 26, September, als der Luftdruck wieder auf
772,0 mm gestiegen war, ging der südwestliche Wind in kurze Stille über, auf
welche wieder östlicher Wind folgte. Zweimal noch beschrieb der Wind später
durch Nord und West eine Drehung um den ganzen Kompafs, doch hielt er sich
dann jedesmal nur für kurze Zeit in den östlichen Quadranten. Unter diesen
Verhältnissen führte man die Umsegelung des Kaps der guten Hoffnung aus.
Am 3. Oktober befand man sich in Sicht dieses Kaps, verfolgte dann während
der nächsten Tage bei frischem SW-Winde einen nordwestlichen Kurs und über-
schritt am 6. Oktober bei kräftigem SSO-Winde in 8,5° O-Lg den Parallel von
30° S. Südlich von der letzteren Breite waren 12 Tage zugebracht, und auf
der Fahrt über den Indischen Ocean war 10° S-Br in 100,5° O-Lg am 3. Sep-
tember, 20° S-Br in 64° O-Lg am 13, September und 30° S-Br in 33,8° O-Lg
am 24. September; ferner 90° O-Lg in 14° S-Br am 7. September, 60° O-Lg
in 21,3° S-Br am 14. September und 30° O-Lg in 32,4° S-Br am 27. September
geschnitten worden,
Der SE-Wind, der den „Kaiser“ wieder nördlich von 30° S-Br führte,
erstreckte sich bis nach 24,5° S-Br in 2,5° O-Lg. Nachdem man diesen Punkt
erreicht hatte, verzögerte dort angetroffene leichte westliche und südliche Mal-
lung an zwei Tagen die Reise, bis endlich am 11. Oktober, unweit 23° S-Br
in 0,6° O-Lg, bei einem Luftdrucke von 767,3 mm der Passat einsetzte. Derselbe
trat zwischen 14° und 7,5° S-Br nur flau auf und führte das Schiff am 25. Oktober
in 21,4° W-Lg zum Aequator. Es war die Strecke zwischen diesem Punkte
und 30° S-Br in 21 Tagen durchsegelt und auf derselben 20° S-Br in 2,3° W-Lg
am 13. Oktober und 10° $S-Br in 12,3° W-Lg am 19. Oktober gekreuzt worden.
Der Stillengürtel wurde zwischen 3,8° N-Br in 22,8° W.Lg und 9,5° N-Br
in 24,3° W-Lg angetroffen. Es herrschte in ihm bis 6,5° N-Br meist leichte
südliche. Mallung und Stille, nördlich von 7° N-Br dagegen ziemlich frischer und
beständiger SE-Wind vor. Um ihn zu überschreiten, waren 6 Tage erforder-
lich. Der aus sehr raumer Richtung wehende NE-Passat, trat nur zwischen
17,5° und 27,5° N-Br kräftig und beständig auf, und es erstreckte sich derselbe
bis nach 29,5° N-Br in 31,2° W-Lg. Unweit dieses Punktes lief der flaue
Wind südöstlich und später durch Süd, West und Nord nach NE zurück.
Kräftiger Westwind, der dann am 18. November in der Nähe von 42,5° N-Br
in 19° W-Lg bei einem niedrigsten Luftdrucke von 748,7mm als heftiger Sturm
auftrat, kam in etwa 35,5° N-Br und 27° W-Lg durch. Am 23. November er-
reichte „Kaiser“ die Mündung des Kanals und am 26. November die der Elbe.
Die Dauer der Reise zwischen Sunda-Strafse und Lizard betrug nur 82 Tage,