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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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18, August, während welcher man bis nach 53° S-Br in 86° W-Lg segelte, 
kamen 21 Tage vor, an denen der Wind ununterbrochen östliche Richtung hatte. 
Am zuletzt erwähnten Tage setzte endlich wieder Westwind ein, mit welchem 
„La Rochelle“ am 22. August in Sicht des Kap Horn gelangte. Die Reise hatte 
bis dahin eine Dauer von 53 Tagen, und während derselben war 20° S-Br in 
171,6° W-Lg am 3. Juli, 30° S-Br in 161,2° W-Lg am 12. Juli, 40° S-Br in 
159,5° W-Lg am 19. Juli und 50° S-Br in 109,5° W-Lg am 4. August; ferner 
150° W-Lg in 42,9° S-Br am 22. Juli, 120° W-Lg in 47,7° S-Br am 31. Juli 
und 90° W-Lg in 54,2° S-Br am 16. August gekreuzt worden. 
Im Atlantischen Ocean wehten in der Nähe des Kap Horn zunächst an 
mehreren Tagen nordöstliche und später südöstliche Winde, welche sich bis nach 
50° Süd erstreckten. Nicht weit von dieser Breite entfernt lief der Wind durch 
Süd nach SW und wehte aus letzterer Richtung an mehreren Tagen stürmisch. 
Nördlich von 43° S-Br wurden an zwei Tagen NNE-Wind, später für lange Zeit 
nordwestliche Winde angetroffen, welche letzteren sich bis nach 31,5° S-Br hin 
ausdehnten. Am 2, September wehte unweit 40° S-Br in 32,5° W-Lg bei einem 
niedrigsten Luftdrucke von 744,3 mm ein sehr heftiger Weststurm. Der vorher 
erwähnte westliche Wind war nach und nach ganz flau geworden, er endete, 
indem er südlich holte, und schliefslich drehte der Wind durch Süd nach SE. 
Man hatte dadurch anscheinend unweit 29,5° S-Br in 25,8° W-Lg, wo dieses 
geschah, die polare Grenze des Passats erreicht; aber bald lief der Wind um 
nach NNE, frischte aus dieser Richtung auf und wehte für längere Zeit. In 
das Gebiet des Passates gelangte man erst in der Nähe von 25° S-Br und 27,5° 
W-Lg, wo am 11. September bei einem höchsten Luftdrucke von 772,5 mm der 
kräftige Wind von NE nach Ost zurückdrehte. Nachdem dieses geschehen, 
wurde in rascher Fahrt nach Norden gesegelt, und am 18. September ging „La 
Rochelle“ in 24,8° W-Lg von der südlichen zur nördlichen Halbkugel über. Man 
hatte die Strecke zwischen Kap Horn und Aequator in 27 Tagen zurückgelegt 
and auf derselben 50° S-Br in 50,8° W-Lg am 27. August, 40° S-Br in 32,5° 
W-Lg am 2. September, 30° S-Br in 25,9° W-Lg am 8. September, 20° S-Br 
in 27,8° W-Lg am 12. September und 10° S-Br in 25,6° W-Lg am 15. September 
überschritten. 
Nördlich vom Aequator ging ganz allmählich der SE-Passat in den west- 
lichen Monsun über. Doch wehte, obgleich man sich noch in der letzten Hälfte 
des Septembers befand, der letztere Wind nur für sehr kurze Zeit und auch 
dann nur schwach. Nördlich von 6,4° N-Br herrschte an drei Tagen südöstliche 
Mallung und Stille, und endeten diese Verhältnisse erst, als das Schiff in etwa 
3,5° N-Br und 24,2° W-Lg das Gebiet des NE-Passats erreicht hatte. Es 
dehnte sich dieses letztere, in welchem bis nach 20,5° N-Br frische Briese ange- 
troffen wurde, nur bis nach 21°.N-Br in 33,5° W-Lg hin aus. Als man diesen 
Punkt überschritten hatte, mufste „La Rochelle“ eine Woche lang in Windstille 
and leichter östlicher Mallung verbringen, und konnte das Schiff in dieser Zeit 
nur bis nach 23,3° N-Br in 34,8° W-Lg gelangen. Am 5. Oktober setzte unweit 
dieses Punktes wieder leichter beständiger NE-Wind — der Passat — ein, um 
bis nach 30,5° N-Br in 36,4° W-Lg zu herrschen. Er endete hier, indem der 
Wind zuerst nach SE und bald darauf durch Süd nach West holte. Als Wind 
aus letzterer Richtung das Schiff dann bis zum 14. Oktober nach 42,5° N-Br in 
23,5° W-Lg geführt hatte, lief derselbe wieder durch Süd nach Ost, und mufste 
schliefslich der ganze noch vorliegende Reiseabschnitt bei östlichem, oft heftig 
stürmendem Winde zurückgelegt werden, Es waren dies dieselben Verhältnisse, 
wie sie im Reiseberichte von „Etha Rickmers“, welche am 11. Oktober in 36,2° 
N-Br und 33,8° W-Lg nur 60 Sm in nordnordwestlicher Richtung von „La 
Rochelle“ entfernt gewesen war, schon erwähnt worden sind. Am 29. Oktober 
befand „La Rochelle“ sich in der Nähe von Queenstown, Die Reisedauer betrug 
121 Tage. Von dieser Zeit waren 41 Tage in nördlicher Breite zugebracht 
worden, und hatte man dort 10° N-Br in 25,6° W-Lg am 25. September, 20° 
N-Br in 32,6° W-Lg am 29. September, 30° N-Br in 36,5° W-Lg am 9. Oktober 
und 40° N-Br in 27° W-Lg am 13. Oktober gekreuzt.
	        
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