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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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dem zu durchsegelnden Theil des Oceans jene schon so häufig erwähnten. Ver- 
hältnisse, infolge deren es ziemlich sicher vorauszusetzen war, dafs südlich von 
30° N-Br noch wieder westlicher Wind angetroffen werden würde. Südlich 
von 44° N-Br, wo der Luftdruck noch 766,5 mm betragen hatte, begann das 
Barometer trotz des nordöstlichen Windes zu fallen, bis es schliefslich am 
26. November in der Nähe von 37° N-Br in 17,8° W-Lg mit 741,0 mm seinen 
niedrigsten Stand erreichte. Der hier bei stark regnerischem, gewitterhaftem 
Wetter wehende kräftige NE-Wind hielt jedoch -auch noch später, als der 
Luftdruck wieder zuzunehmen begann, an und erst in etwa 33° N-Br drehte der 
Wind durch Nord nach NW. Ziemlich frische, nicht ungünstige, Westwinde waren 
dann bis nach 24,5° N-Br in 24° W-Lg die herrschenden. Sehr ungünstige Ver- 
hältnisse wurden angetroffen, nachdem man südlich von diesem letzteren Punkte 
gelangt war; man traf dort zunächst leichte, sehr unbeständige Winde und nur 
auf der zwischen 20° N-Br in 26,5° W-Lg und 13,7° N-Br in 26° W-Lg liegenden 
Strecke einigermaßen beständigen NE-Wind, der wenigstens einigermalsen dem 
Passate glich. Im Stillengürtel, der sich von der letzterwähnten Position bis 
nach 1,2° N-Br in 27° W-Lg ausdehnte, verbrachte die Brigg dann nicht weniger 
als 15 Tage. Die in demselben herrschende Mallung hatte bis nach 5,5° Nord 
hin meist nördliche Richtung, südlich von dieser Breite dagegen meist südliche; 
„Marie“ erreichte im Stillengürtel als östliche Länge 26° West. 
Am 28. Dezember, einen Tag später als man den SE-Passat erhalten 
hatte, überschritt „Marie“ in 28,8° W-Lg den Aequator. Es war die Strecke 
zwischen 50° N-Br und diesem Punkte in 37 Tagen durchsegelt und auf der- 
selben 40° N-Br in 15,9° W-Lg am 25. November, 30° N-Br in 21,5° W-Lg am 
30. November, 20° N-Br in 26,3° W-Lg am 8. Dezember und 10° N-Br in 
26,6° W-Lg am 16. Dezember geschnitten worden. 
Im Südatlantischen Ocean wurde bis nach 15° Süd hin kräftiger Passat 
angetroffen. Südlich von dieser Breite wurde der Wind schwächer und lief 
raumer, hielt sich dann aber für lange Zeit in ostnordöstlicher Richtung und 
läfst sich aus dem Grunde die polare Passatgrenze mit Sicherheit kaum angeben. 
Das Maximum des Luftdrucks wurde mit 764,8 mm unweit 25° S-Br in 39° W-Lg 
beobachtet. Nicht weit von 30,5° S-Br in 45° W-Lg entfernt, war die Richtung 
des Windes NE und leichte nordöstliche Winde, die nur für kurze Zeit durch 
SW-Wind unterbrochen wurden, führten „Marie“ auch ganz zur Mündung 
des La Plata. Am 18. Januar 1880 würde auf der Rhede von Montevideo 
xeankert. Die Dauer der ganzen Reise war 60 Tage. Südlich der Linie waren 
21 derselben verbracht und es hatte die Brigg dort 10° S-Br in 31,7° W-Lg 
am 1. Januar 1880, 20° S-Br in 35,2° W-Lg am 5. Januar und 30° S-Br in 
44° W-Lg am 11. Januar gekreuzt. 
Am 17. Februar ging „Marie“ von Montevideo: aus wieder in See, um die 
Reise nach Tahiti fortzusetzen. Während der ersten auf See zugebrachten Tage 
wehten stürmische SW-Winde, und konnte man daher erst am 3. März 40° Süd 
in 53,7° W-Lg überschreiten. Auch südlich von dieser Breite war wiederholt 
stürmisches Wetter zu überstehen. Einen sehr schweren Sturm, der aus WSW 
begann und in dem der Wind, nachdem das Barometer bis auf 735,6 mm gefallen 
war, nach NE umsprang, um aus letzterer Richtung für längere Zeit zu wehen, 
überstand die Brigg am 8. März unweit 46° S-Br in 59° W-Lg. Am 11. März, 
als „Marie“ nach 47,5° S-Br in 62° W-Lg gelangt und dort wieder südwestlicher 
Wind angetroffen worden war, entschlofs sich Kapt. Wempe, welcher befürchtete, 
dafs er mit seinem in Ballast segelnden ‚Schiffe das Kap Horn keinesfalls in 
ginigermafsen befriedigender Weise werde umsegeln können, abzuhalten und die 
um das Kap der Guten Hoffnung führende Route für seinen Bestimmungsplatz 
einzuschlagen, Auf dieser traf man aber auch nicht immer günstige Winde; 
an manchen Tagen wehte östlicher Wind, doch blieb man von Stürmen ziemlich 
verschont und Schiff und Mannschaft wurden wenig angestrengt. Es wurde in 
solcher Weise gesteuert, daß 40° W-Lg in 41,1° S-Br am 17. März, 20° W-Lg 
in 39° S-Br am 25. März und der erste Meridian in 39,5° S-Br am 1. April; 
ferner der Meridian von 50° Ost in 42,3° S-Br am 17. April, der von 80° Ost 
in 43,1° S-Br am 25. April, der des Kap Leeuwin in 43,5° S-Br am 2, Mai, 
der des Südkaps von Tasmania in 47° S-Br am 11. Mai und der von 180° in 
46,7° S-Br am 18. Mai geschnitten wurde. In westlicher Länge kreuzte -man
	        
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