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Auf der zwischen 46,5° N-Br in 46° W-Lg und 45,5° N-Br in 50° W-Lg liegenden
Strecke wurden am 13., 14. und 15. Mai eine Anzahl Eisberge gesichtet. Am
30. Mai, nach 35tägiger Reise von der Nordspitze Schottlands ab, wurde der
Hafen von New- York erreicht. Während der Fahrt hatte man 30° W-Lg in
52,3° N-Br am 7. Mai, 50° W-Lg in 45,2° N-Br am 15. Mai, 60° W-Lg in
42,7° N-Br am 20. Mai und 70° W-Lg in 40,7° N-Br am 28. Mai überschritten.
Am 28. Juni verließ die „Johanne Marie“ New-York wieder, um nach
St. Nazaire zu segeln. Fast nur aus südlicher oder westlicher Richtung wehende
Winde führten das Schiff in befriedigender Weise nach 40° West. Oestlich von
dieser Länge hielten die Winde sich meistens nördlich, auch beobachtete man
hier zu wiederholten Malen Ostwind. Durch Stürme wurde die Reise in keiner
Weise erschwert. Am 27. Juli ankerte „Johanne Marie“, welche 70° W-Lg in
39,8° N-Br am 30. Juni, 50° W-Lg in 39,6° N-Br am 5. Jali und 30° W-Lg
in 43,1° N-Br am 13. Juli gekreuzt hatte, im Hafen von St. Nazaire. Die
Reisedauer war 29 Tage,
Schon am 14. August befand sich die Bark wieder auf offener See, aber-
mals im Begriffe, eine Reise nach New-York auszuführen. Den Anfang dieser
Fahrt begünstigten östliche Winde in solcher Weise, dals schon am 21. August
der Meridian von 26° West überschritten werden konnte. Westlich von dieser
Länge herrschten zunächst westliche Winde vor, und erst nachdem man die
Bank von Neufundland überschritten hatte, wurde wieder häufiger Ostwind an-
getroffen. Zwei kurze, kaum der Erwähnung werthe Stürme waren zu überstehen.
Der schwerste derselben, ein SW-Sturm, wurde am 9. September in der Nähe
von 44,5° N-Br in 57° W-Lg überstanden. Am 20. September erreichte die
Bark den Hafen von New-York. Zur Zurücklegung der Reise waren 37 Tage
erforderlich gewesen, und während dieser Zeit hatte man 30° W-Lg iu 45,8° N-Br
am 24. August, 50° W-Lg in 43,4° N-Br am 5. September, 60° W-Lg in
42,9° N-Br am 12. September und 70° W-Lg in 40,3° N-Br am 19. September
gekreuzf.
8. Reise der Bremer Bark „Lima‘, Kapt. L. Mohrhusen.
Die nach Manila bestimmte Bark „Lima“ verliefs am 12. Dezember 1879
die Rhede von Cardıf und befand sich drei Tage später in der Nähe von
49,5° N-Br und 13° W-Lg. Von hier verfolgte dies Schiff unter den Verhält-
nissen, wie sie schon im Reisebericht von „Kitha Rickmers“ beschrieben worden
sind, seinen Weg nach Süden, gewann aber, weil es sich bei den nördlich von
40° N-Br angetroffenen südlichen und südöstlichen, bei einem Luftdrucke von
über 770,0mm wehenden, also zu einem Maximum gehörenden Winden, östlicher
hielt, bedeutend gegen den Mitsegler. „Lima“ gelangte zur Linie in 29,8° W-Lg
am 5. Januar 1880, 12 Tage früher als „Etha Rickmers“ dieselbe in 28,1° W-Lg
erreichte, Das erstere Schiff legte die Strecke zwischen 50° N-Br und Aequator
in 21 Tagen zurück, und überschritt auf derselben 40° N-Br in 17,2° W-Lg am
22, Dezember, 30° N-Br in 24,3° W.Lg am 26. Dezember, 20° N-Br in 26,2°
W-Lg-am 29. Dezember und 10° N-Br in 27,1° W-Lg am 31. Dezember. Die
nördliche Grenze des NE-Passats schien am 26. Dezember unweit 30° N-Br,
bei einem Luftdrucke von 763,5mm, erreicht worden zu sein, und dehnte sich
dessen Gebiet bis nach 5,5° N-Br iu 26,8° W-Lg aus. ;
In recht günstiger Weise erfolgte dann auch der Uebergang in den SE-
Passat; man traf im Stillengürtel gar keine Stille, und weniger als 24 Stunden
später, nachdem man den NE- verlassen hatte, traf „Lima“ in 4° N-Br und
27° W-Lg den SE-Passat wieder an. ;
Im Südatlantischen Ocean wehte bis nach 13° Süd in 34° W-Lg der
Passat kräftig und beständig. Südlich von dieser Breite war seine Stärke ge-
ringer, und unweit 18° S-Br in 34,2° W-Lg herrschte für kurze Zeit nur ganz
leiser Zug. Die polare Grenze des Passats läfst sich, weil erst südlich von
33° S-Br in 26,5° W-Lg der später wieder ganz beständige Ostwind nordöstlich
holte, mit Sicherheit nicht angeben. Zweimal beschrieb nachher der links-
drehende Wind einen Lauf durch alle Kompafsstriche, und erst südlich von
39° S.Br wurde beständiger Westwind angetroffen. Am 26. Januar, 21 Tage
später als südliche Breite erreicht worden war, kreuzte „Lima“ in 40,7° S-Br
den Meridian von Greenwich. Vorher hatte man 10° S-Br in 33.2° W-Lgyg am