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Nachschrift.
Durch die gütigst gewährte Entlehnung der Cambridger Tafeln von der
Königl. Bibliothek der Universität zu Göttingen habe ich nachträglich noch
Vergleichungen mit den späteren Reduktionstafeln für die Monddistanzen an-
stellen können. Es bestätigt sich danach, dafs die Tafeln von Elford, Norie,
Turner und Ward nicht ans den Cambridger Tafeln abgeleitet sind, da letz-
tere keine getrennte Refraktionswirkung für die Distanz angeben. Ob die
Tafeln von Thomson und seinen Nachfolgern sich auf die Cambridger Tafeln
gründen, liels sich bei der nahen, aber doch nicht völligen Uebereinstimmung
aus einer kurzen Reihe von Vergleichungen nicht mit Sicherheit ermitteln, Als
Ergebnisse von Differenzen mit den Cambridger Tafeln, weun die wahre Distanz
strenge berechnet war, sind die folgenden anzuführen:
2
) Differ,
oa N -
50 23 -
80 *)
6 29
30 80)
80 80
40 40
9
1 =D Differ.
4 Zr » + +
) 40 .J —2
» 15 17.9 —1
) 20 20 +2
3 6 ) +4
6 59 A
b a0 “ —
“>
— 4“
Ueber den Inhalt und die Einrichtung dieses selten gewordenen grofsen
Werkes !’), von dem in Deutschen Bibliographien keine nähere Beschreibung
vorzukommen scheint, bemerke ich nach dem vorliegenden Exemplare Folgen-
des, Der Titel ist: „Tables for correcting the apparent distance of the Moon
and a Star from the Effeets of Refraction and Parallax. Published by order
of the Commissioners of Longitude. Cambridge, printed by J. Archdeacon,
Printer to the University, and sold by J. Nourse in the Strand etc. Booksellers
to the said Commissioners. 1772. (zwischen Fol. u. gr. 4).“ 4 Seiten Vorrede,
7 Seiten Einleitung und Vorschriften zum Gebrauch der Tafeln, welche auf
1104 nicht paginirten Seiten, nebst 6!/2 Seiten „Krrata in the Reductions“ fol-
yen. In der Vorrede von A. Shepherd (Plumian Prof. of Astronomy), datirt
Christ College, Cambridge, Oct. 26, 1772, wird zunächst der Geschichte des
Längenproblems gedacht und der Ursprung der Methode der Monddistanzen auf
den Vorschlag von J. Werner in Nürnberg, 1514, zurückgeführt. Die Ver-
lienste von Newton, Halley und Hadley in England, und von Tobias Mayer
in Göttingen werden kurz erwähnt in Beziehung auf die Bearbeitung der Theorie
und Tafeln des Mondlaufes und die Erfindung der Reflexionsinstrumente zur
Beobachtung der Mondabstände auf der See, und nachdem an den Plan von
Lacaille zur Berechnung von Ephemeriden zu diesem Zwecke, sowie an die
erste praktische Einführung derselben durch Maskelyne’s „Nautical Ephemeris“
im J, 1767 erinnert ist, wird Lyons’ Methode der Reduktion der Monddistanzen
in den Requis. Tab. als die am besten ausführbare und sicherste Methode ge-
nannt. Die Kommission der Länge veranlafste daher die Herren Lyons, Par-
kinson jur., M. A. Fellow of Christ College, Cambridge, und Williams,
M. A. von demselben Collegium, die Distanzen danach zu berechnen, Williams
nahm Theil daran bis 93° Distanz, das Uebrige beendigten die beiden anderen
Herren der Universität Cambridge, wo Lyons auch Botanik gelehrt hat. Im
Anfange der Tafeln wurde die Distanz von 2 zu 2 Graden direkt berechnet,
nachher von 4 zu 4 Graden, nach der Methode von Lyons. Die Interpolation
für die dazwischen liegenden Distanzen wurde von Grad zu Grad ausgeführt,
mit Rücksicht auf die zweiten Differenzen, welche aber selten mehr als 2 bis
3 Sekunden Korrektion ergaben. Die Tafeln beginnen schon mit 10° Distanz und
endigen mit 120°. Alle möglichen Höhen sind jedesmal von Grad zu Grad an-
gegeben, immer beginnend mit 5° und fortgeführt bis 90°, wo es vorkommen
konnte. Jede Seite enthält fünf vertikale Abtheilungen, und in jeder Abthei-
lung sind 74 Fälle von berechneten Monddistanzen, also 370 auf jeder Seite.
17) Nach einer gefälligen Mittheilung von Prof. Adams, Direct. der Sternwarte in Cambridge,
ist dies Buch jetzt auch in England selten geworden.