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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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Mit Beziehung auf die hierin liegende einfache Anwendung der bekannten 
Napier’schen Analogien, indem A die Cotangente des halben Winkels am 
Zenith, B die halbe Summe der beiden Winkel an den wahren Gestirnsörtern, 
C ihre halbe Differenz bedeutet, bedarf es keines weiteren Beweises dieser 
Methode. Sie bietet zwar den Vortheil einer scharfen Berechnung durch die 
Tangente, soweit die Genauigkeit davon abhängt, und erfordert auch keine 
Zeichenwechsel, giebt sogar durch die doppelte letzte Berechnnng der Distanz 
gine willkommene Kontrolle; aber es können dabei leicht diejenigen Ungenauig- 
keiten hinzukommen, welche aus dem Uebergange von sehr schnell veränder- 
lichen Funktionswerthen- auf solche von viel langsamerer Veränderung ent- 
springen. Sind z. B. die Höhen klein und einander nahe gleich, also auch die 
Winkel an den Gestirnen, so wird nach den obigen Formeln eine sehr scharfe 
Berechnung erforderlich, mit Tafeln von mehr Dezimalstellen als für die 
nautischen Rechnungen wünschenswerth sind. Die scharfe Bestimmung durch 
lie Tangente wird also unter solchen Umständen illusorisch, und die Formel 
ist dann nicht zweckmäfsig, da tg '/z (h‘ — H‘) und sin C, etg '/ (h‘ + H‘) und 
cos B sich viel stärker verändern als tg !/2 D‘, wodurch die Bestimmung von 
D‘ ungenau wird, 
Aufser der Tafel der „dritten Korrektion“ (Tab. XVII), welche 51 Seiten 
einnimmt und daher wenig Interpolation bei der Anwendung erfordert, giebt 
Thomson noch besondere Tafeln zur Berechnung der Parallaxenwirkung, also 
des Ausdrucks 
Psinh + P sin H 
sin D tg D 
nämlich Tab. XIV. eine Seite für die Proportional-Logarithmen von P, von 53‘ 0" 
bis 61‘ 59“, welches 0,5310 bis 0,4630 sein würde; aber Thomson vermindert 
diese Zahlen sämmtlich um 0,4600, wodurch sie die verkleinerten, also über- 
zichtlicheren Werthe 0,0710 bis 0,0030 annehmen. Zur Ausgleichung wird dann 
Jjer nächste Faktor sin h, oder wegen der Anwendung der Proportional-Loga- 
rithmen der reciproke Werth cosec h in seinem Logarithnus um dieselbe 
Quantität 0,4600 vergröfsert, daher für h= 5° bis h= 88° 59’ nicht 1,0597 
vis 0,0001, sondern 1,5197 bis 0,4601 dafür angesetzt, wodurch wohl nicht ganz 
30 viel von der Vereinfachung der Zahlın wieder verloren geht, als vorher 
vewonnen . wurde. Die entsprechende Tafel XV. ist „Logar. of App. Alt.“ 
genannt und umfafst 7 Seiten. Hierauf folgt eine Tafel XVI. von 12 Seiten: 
„Log. of Apparent Distance“, von D=—18° bis D=—125° mit den Kolumnen 
Log S und Log T, deren erste die Werithe 1-+1logsinD und die zweite 
ı-+1og tg D giebt, wodurch sich die Kennziffer des log sin von 9 in 0 
verwandelt und ebenso bei der Tangente, also wieder eine kleine Vereinfachung. 
Nun folgt Tab. XVII.: Logarithms of First and Second Correetions, 15 Seiten, 
ebensoviel wie die gewöhnliche Tafel der Proportional-Logarithmen. Sie giebt 
Psinh PsinH wi 
1 + Prop.-Lg. RD und 1 + Prop.-Lg. TED > aber statt des zugehörigen 
Bogens für Tan ist 5° — En (I) als Argument der Tafel angesetzt, 
and für SE ist es 5° + ne (II), wobei angewiesen wird, den zur 
zweiten Korrektion gehörigen Bogen unten aus der Tafel zu entnehmen und 
aur oben, wenn D größer als 90° ist. Abgesehen von dieser nicht zu vermei- 
denden Unterscheidung der Fälle, ist dann ohne Zeichenwechsel: 
D‘ = (N) + (IT) + 111 — 10° 
die gesuchte wahre Distanz in Uebereinstimmung mit Formel (4). 
Die von Thomson beabsichtigten und auch erreichten kleinen Vortheile 
dieser Aenderungen werden doch wohl von dem Nachtheile überwogen, welchen 
der Gebrauch der besonderen, ungewohnten ‘Tafeln, statt der ausreichenden 
gewöhnlichen mit sich bringt. Bowditch ist ihm auch darin nicht gefolgt, die 
Zahlen der "Tafeln wie oben durch constante Werthe zu vergröfsern oder zu 
verkleinern, sondern hat überdies Thomson’s Tafeln XIV., XV. und XVI. als 
entbehrlich ganz weggelasen, aber nach Wiederherstellung der ursprünglichen 
Werthe die Tafel XVI[ beibehalten, wodurch Thomson den Zeichenwechsel zu
	        
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