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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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In beigefügten Exempeln werden die Resultate mit der Rechnung nach Borda’s 
Formel verglichen und genügend übereinstimmend gefunden, 
Die Tafel des amerikanischen Prof. Ward ist ausgedehnt auf 7 Oktav- 
geiten und wie bei Turner geordnet nach bestimmten Höhen. Da diese Tafeln 
nur die Refraktionswirkung geben, so ist, wie schon bei Norie’s „Linear 
Tables‘“ die bekannte kleine Ergänzungstafel für das vom Quadrate der Mond- 
parallaxe abhängige Glied hinzugefügt, aber überdies noch eine kleine Tafel 
zur Berücksichtigung der Sonnenparallaxe. Irrthümlich ist nur die Bemerkung 
von Ward, dafs es ungenau sei, die Korrektion für die Refraktionswirkung, 
wie es seine Vorgänger gethan, zuerst an die scheinbare Distanz anzubringen, 
und mit der soweit berichtigten Distanz die Parallaxenrechnung zu vollziehen, 
also wie Elford, Norie, Turner und Snooke nach Formel (6) zu rechnen. 
Es kommt dabei nur darauf an, wie die Tafel, welche die Korrektion der 
Distanz geben soll, entstanden ist, Hier aber ist die Korrektion für Refraktion, 
als direkt mit den Höhen und der Distanz berechnet anzusehen, wenn auch in den 
meisten der genannten Tafeln erster Art eine bestimmte Erklärung darüber 
fehlt.!) Professor Ward führt noch, zur Vergleichung der von ihm berechneten 
Beispiele, Tafeln von Delamar und von Stanbury an; Elford’s Tafel aber, 
wie Patton’s Ausgabe von Turner’s und Hearty’s Tafeln erklärt er für zu 
ungenau. VUebersetzt wurde seine kleine Schrift unter dem Titel: „Neue 
Mondtafeln zur Berichtigung der scheinbaren Distanz des Mondes etc. Von 
E. C. Ward, Prof. der Mathematik, Brooklyn, New-York, Ins Deutsche über- 
tragen von Kapt. E. F. J. Huwald. Hamburg, St. Pauli, 1859.“ 
Die Tafel der zweiten Art hatte inzwischen schon eine so bedeutende 
Verbesserung durch den englischen Kapitain David Thomson erhalten, dafs 
man diese Arbeit als die am besten vollendete ansieht, und daher die Thom- 
gon’schen Tafeln unverändert wieder abdruckt, wie z. B. in Tegner’s „Nautiske 
Astronomie, Kopenhagen 1847; Tuxen’s „Nautische, astronomische und logarith- 
mische Tabellen, Kopenhagen 1858.“ 
Es war im Anfange der zwanziger Jahre, also ungefähr gleichzeitig mit 
Snooke’s verbesserter Ausgabe von Turner’s Tafeln, dafs Thomson seine 
Tafeln veröffentlichte. Die vierte Ausgabe erschien 1828 unter dem Titel: 
„Lunar and Horary Tables for new and concise Methods of performing the 
Calculations necessary for ascertaining the Longitude by Lunar Observations 
or Chronometers; with an Appendix containing directions. for acquiring a 
knowledge of the principal Fixed Stars. By David Thomson, Inventor of 
the Longitude Scale. Fourth Edition. London 1828 in 8°. (Price ten shillings.)“ 
Fast alle Jahre folgten zwei neue Auflagen dieses vielbenutzten Buches, und im 
Jahre 1851 bereits die 42ste Ausgabe, wozu die Vorrede schon vom Jahr 1845, 
also nach dem Tode von Thomson, durch Boulter J. Bell verfafst ist, in 
Begleitung einer kurzen empfehlenden Anzeige der „proprietors of Thomson’s 
Tables“, Buchhändler W. Allen & Co., welche übrigens für eine sehr gute 
Ausstattung des Werkes gesorgt hatten. Von den früheren Tafeln unter- 
schied sich die Thomson’sche durch die bestimmte Angabe der Mond- und 
Sternhöhen, während vorher nur die Höhen als kleinere und gröfsere bezeichnet 
waren. Hierdurch wurde es möglich, alle Korrektionen für die Gröfse zweiter 
Ordnung, vereinigt mit der Refraktionswirkung, aufzunehmen, Die Wirkung 
der Sonnenparallaxe ist auch noch durch eine kleine Hülfstafel, welche sich auf 
jeder Seite findet, damit zu verbinden. 
Von grofsem Interesse wurde nun bei Thomson’s Tafel die Frage nach 
ihrer Berechnung, worüber sich leider wieder nichts mitgetheilt fand. Der 
Freiherr v. Zach, welcher sich dieser nautisch-astronomischen Angelegenheit 
abermals mit lebhaftem Interesse annahm und im Jahre 1829 eine besondere 
Abhandlung für die astronomische Gesellschaft in London darüber verfafste, 
mufßsie gestehen, dafs es ihm nicht möglich gewesen sei, die Grundlagen zu 
entdecken, wonach Thomson seine Tafel berechnet habe, bis er schliefslich 
zu dem Resultate kam: Thomson möge wohl durch ein indirektes und empiri- 
18) Bei der Vergleichung strenger Berechnungen mit Turner’s Tafeln (2te Ausg.) zeigte sich 
auch, dafs dieselben in der Voraussetzung gelten, wie es die Formel (6) ergiebt, also dafs die 
Korrektion aus der Tafel zuerst an die Distanz anzubringen ist.
	        
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