Beiträge zur Küstenkunde von West-Spitzbergen,
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heraustreiben. Anfangs Juli 1610 konnte Poole Eises halber nicht in ‘den
Glockensund hineinlaufen, fand aber, als er am 24. Juli hineinlief, wenig Eis.
Ankerplatz. Geschützten Ankerplatz findet man in der Südwestecke der
Bucht auf 33 bis 37 m Wasser über gut haltendem Schlickgrund. »Active«
ankerte auf 33 m Wassertiefe in den Peilungen: Training Squadron-Inselchen
rw. 218° (mw. SW!/,W), Ruby-Huk rw. 120° (mw. SO'/„O). Man ankere nicht vor
einem Gletscher wegen der großen Mengen von Treibeis. Von den Gletschern
abgebrochene Eisstücke umgeben die Schiffe im Sommer häufig, ohne jedoch
lästig zu werden,
Schiffsausrüstung. Wasserversorgung, Zahlreiche Bäche fließen in die
Bucht, von denen Clive, der größte, in die Ostecke der Bucht mündet. Ringel-
und Eider-Gänse sowie Eisvögel sind in großer Zahl vorhanden, Für diese
scheint das Training Squadron-Inselchen ein bevorzugter Platz zum Nisten zu sein.
Advent-Bucht.
Quellen: Fragebogen Nr. 5570, Berichte Nr. 5567, 5568 und 5569 des Kapt. P. Vollrath, Yacht
»Senta«, vom Juli und August 1911; »Ann. d, Hydr. usw.« 1893, 1898, 1911; englisches Shb. »Aretic
Pilot, Vol. II«, 1911. D. Adm-Krt. Nr. 155, Barents-See. Brit. Adm-Krt. Nr. 2751, Spitsbergen;
Nr. 300. Anchorages on the West and Nord Coasts of Spitsbergen, Plan: Advent Anchorage.
Die Advent-Bucht liegt an der Südseite des Eis-Fjords, etwa 25 Sm von
seiner Einfahrt entfernt. Sie wird in neuerer Zeit zur Ausbeutung der Kohlen-
lager in ihrer Nähe vielfach aufgesucht; auch die Touristendampfer bevorzugen
diese Bucht am meisten. Die geographische Lage der Advent-Huk an der West-
seite der Einfahrt zur Bucht ist nach der Karte 78° 15’ N-Br. und 15° 35’ O-Lg.
Die Mißweisung für das Jahr 1912 beträgt etwa 9.5° W, die jährliche Abnahme 6.
Allgemeines. Der Eis-Fjord, die Fahrstraße nach der Advent-Bucht, ist ein
über 50 Sm in das Land einschneidender Golf. Er ist an seiner Einfahrt 6 Sm
breit und 360 m tief, 8 Sm innerhalb seiner Einfahrt zeigt die Karte noch 219 m,
15 Sm innerhalb sogar noch 240 m Wassertiefe. Kap Thordsen, 30 Sm inner-
halb der Einfahrt gelegen, teilt den Fjord in zwei Hauptarme, die von der Gips-
Huk einerseits und dem Kap Wijk (Cape Waern) anderseits wieder in je zwei
Nebenarme getrennt werden. Die Küste an der Nordseite des Fjords ist bis zum
Kap Boheman mit gefährlichen Untiefen besäumt und diese Seite scheint außer dem
Sicherheits-Hafen keine geeigneten Ankerplätze zu haben. Zwischen diesem Hafen
und Kap Boheman liegen sieben Gletscher, die von einem Eismeer im Innern
stammen, aus dem sich viele Gipfel und Berge erheben, Die Küste an der Süd-
seite des Fjords ist sicherer; unreiner Grund ist jedoch zwischen dem Grünen-
Hafen und der Kohlen-Bucht, Bis zum Meer hinabreichende Gletscher sieht man
hier nur in den kleinen Buchten. An dieser Küste liegen drei, der Grüne-Hafen,
die Kohlen-Bucht und die Advent-Bucht. Die letztere ist an ihrer Einfahrt 3 Sm
breit und 5 Sm tief; sie endet in einem sehr sumpfigen Tal, das viel von
Renntieren aufgesucht wird. Dieses Tal, Advent-Tal genannt, wird von vielen
Bächen bewässert, die nach ihrer Vereinigung einen nicht unbedeutenden Fluß
bilden, an dessen Mündung sich Lachse aufhalten, Die Schlickablagerungen dieses
Flusses füllen den innersten Teil der Bucht auf und scheinen sich immer weiter
nach Norden vorzuschieben. Diese Untiefen fallen plötzlich steil ab, so daß man
im Innern der Bucht nur auf großer Wassertiefe ankern kann.
Landmarken. Die Küste zwischen dem Glocken-Sund und dem Eis-Fjord
ist, wie die ganze Westküste von West-Spitzbergen, gebirgig, jedoch reichen hier
die Berge nicht unmittelbar an das Meer heran, sondern es liegt vor denselben
noch niedriges Land. Kommt man weiter nach Norden, so bildet das gebirgige
Prinz Karl-Vorland eine gute Landmarke. Der Sattel-Berg steigt auf dem Süd-
ostende dieses Vorlandes zu 393 m Höhe an. Die Berge auf dem Vorlande
treten aber selten ganz klar hervor, da auf ihnen gewöhnlich ein dichtes Wolken-
dach lagert, das oft bis auf 30 m Höhe und nicht selten bis zur Meeresoberfläche
herabsinkt. Die Einfahrt zum Eis-Fjord wird an der Südseite durch Kap
Staratschin gekennzeichnet, das durch niedriges sumpfiges Land von den weiter
nach Süden gelegenen Bergen getrennt ist. Die nördliche Einfahrtshuk bildet