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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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(Guano auf der Insel, aber vor ungefähr 16 oder 18 Jahren soll ein Schiff solchen 
fortgeholt haben. 
Während der Fischereizeit macht ein Schoner drei Reisen zwischen der 
Vogel-X. und den Inseln St. Thomas, Saba und St. Eustatius. 
3. Die Barre des Magdalenen-Stromes. Colombia.') („Hydro- 
graphic Notice“ No. 26, London 1880.) Nach einem Bericht desselben Komman- 
danten vom 6. Juli 1880 waren auf der Barre des Magdalenen-Stroms ungefähr 
5,2 m Wasser, diese Tiefe ist jedoch sehr veränderlich, und im Allgemeinen ist 
es für Schiffe von mehr als 4,3 m Tiefgang gefährlich, über die Barre zu gehen. 
Während der Monate April, Mai und Juni 1880 gingen drei Schiffe auf 
der Barre in der Mündung des Magdalenen - Stroms verloren und als die 
„Tourmaline“ am 1. Juli dieselbe passirte, war ein Schiff gestrandet und theil- 
weise in dem Treibsand versunken. ; 
Die Dampfer der „Atlas Company“ sind die einzigen Schiffe, welche 
gegenwärtig die Barre passiren, und sie thun solches infolge der stetigen Ver- 
änderung der Barre jeder Zeit mit grofsem Risiko. 
4. Lambert-Bucht?), Westküste von Süd-Afrika. Einem Berichte 
des Kapt. Christensen, Führers des Deutschen Schoners „Julie“ aus Apenrade, 
der mehrere Jahre an der Ost- und Westküste Süd-Afrika’s sich aufgehalten hat, 
entnehmen wir Folgendes: 
Den nach der Lambert-Bucht bestimmten Schiffsführern, welche mit jener 
Gegend unbekannt sind, ist anzurathen, einen dort bekannten Fischer oder Küsten- 
fahrer mitzunehmen, weil die Küste nicht genau genug aufgenommen ist, die 
Strömungen in deren Nähe nicht genügend bekannt sind und der Ankerplatz in 
der Bucht sehr beschränkt ist. Als Landmarke dient nach Passiren des „Klein 
Tafelberges“ und anderer kleinerer Berge das weilßse gut sichtbare Haus am 
Strande der Bucht. Die in der britischen Admiralitätskarte No. 2091 (Tit. VIII, 
No. 18) eingezeichnete und im Africa Pilot, II pag. 228 erwähnte niedrige Insel 
ist. so niedrig, dafs Kapitän Christensen anfänglich sie für ein Riff hielt; 
zwischen ihr und dem Festlande ist eine Boots-Passage, zwischen dieser Insel 
und der nördlich von ihr liegenden kleineren Insel ist gleichfalls eine ca 18m 
breite Passage, deren Wassertiefe wenigstens 5,5m betragen soll, die aber 
schwer zu erkennen ist, weil die von der Nord- und Südinsel zurücklaufende 
Brandung sie ebenfalls voll Brandung erscheinen lälst. An der innern Seite der 
Nordinsel ist die Wassertiefe grofs, nimmt aber rasch bis 7,3m ab, weiter nach 
Land und nach Osten hin- nimmt sie wieder zu, um dann allmählich bis zu dem 
weißen Sandstrand abzunehmen. — Auf den Kiffen und Bänken der Bucht, so- 
wie auf den Inseln und Klippen der Umgegend liegt Guano; das Recht, ihn zu 
sammeln, wird von der Regierung verpachtet, ein Agent der Pächter hält sich 
in der Lambert-Bucht auf. Versendungsartikel von dort sind.die Erzeugnisse 
der Umgegend; Lagerhäuser waren bis vor Kurzem nicht vorhanden; bei An- 
kunft eines Schiffes bringen die Landbebauer die vorräthigen Waaren (Butter, 
Felle, Getreide, Tabak, Wolle) an den Strand, von wo diese in kleinen Booten, 
die 50—70 Sack ä ca 90 kg tragen, und mit Hülfe der Schiffsboote an Bord ge- 
bracht werden. Wasser ist zu haben, Brennholz wahrscheinlich sehr selten, da 
nur Buschwerk und Sand zu sehen ist; frischer Proviant muß von den ziemlich 
weit landeinwärits wohnenden Bauern gekauft werden. — Der Ballast wurde 
nicht ans Land geschafft, sondern in die Bucht geworfen. 
5. Port Alfred?) Ostküste von Süd-Afrika. Derselbe Kapitän 
Christensen berichtet, dafs in Port Alfred der Ein- und Ausladeplatz nicht mehr 
an der im „Africa Pilot“ angegebenen Stelle, sondern 2Sm oberhalb der Mühle oder 
5 Sm von dem Eingange zum Flusse, bezw. der Barre liegt. Die Breite des 
Eingangs wird zu 137m geschätzt. Es empfiehlt sich, ehe man auf der Aufsen- 
rhede aukert, dem Hafenmeister zu signalisiren, weil dadurch leicht Zeit und 
Mühe gespart werden kann, auch wird nöthigenfalls der beste Ankerplatz durch 
Signale angegeben; gewöhnlich gilt als solcher der Ort der Aufsenrhede, auf 27,4m 
Wassertiefe, von welchem aus man die Molen offen sieht. Wenn man diesen wegen 
zu starken Seeganges oder Windes nicht benutzen kann, sollte man in nicht 
) 
) 
5 
Vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1876, pag. 14—18, 1878, pag. 385, und 1879, pag. 130. 
„Africa Pilot“, Part II (1875), pag. 228. 
„Africa Pilot“ Part III (1878) pag. 104—108; „Ann. d, Hydr, ete.“ 1877, pag. 120.
	        
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