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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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dahin ziemlich frische Monsun. Es folgte auf ihn zunächst Windstille von 
24stündiger Dauer und unweit 9,2° N-Br in 20° W-Lg am 26. September leichter 
Nord- und NNE-Wind, aus welchem sich erst am 1. Oktober in der Nähe von 
12° N-Br und 24,5° W-Lg der kräftige Passat entwickelte. Wie wenig 
empfehlenswerth auch im Allgemeinen für aus dem Busen von Gwinea kom- 
mende Schiffe ein frühzeitiges Aufsteuern nach Norden, welches erfolgt, bevor 
dieselben die Route der vom Kap der guten Hoffnung heimwärts segelnden 
Schiffe erreicht haben, ist, so wurde die Reise von „Margaretha Gaiser“ in 
diesem Falle, wo weiter nach Osten hin der SW-Monsun noch frisch auftrat, 
während er auf westlicher liegender Route schon unbeständig war, doch wohl 
kaum verlängert. 
„Margaretha Gaiser“ erreichte die polare Grenze des NE-Passates in 
25,8° N-Br und 33,5° W-Lg am 10. Oktober, traf dann, nachdem sie über- 
schritten worden war, zunächst veränderliche leichte südwestliche und östliche 
Winde, nördlich von 31° N-Br aber längere Zeit anhaltende, ziemlich beständige 
Westwinde. In 13° W-Lg und 47,8° NBr, wo der Schoner sich am 29. Oktober 
befand, lief der Wind östlich, und wurde das Schiff nun noch längere Zeit auf 
den Aufsengründen festgehalten. Erst am 7. November befand man sich in 
der Nähe von Lizard, Man hatte die Reise in 69 Tagen vollendet und während 
derselben 10° N-Br in 21,8° W-Lg am 27. September, 20° N-Br in 30,6° W-Lg 
am 5. Oktober, 30° N-Br in 32,6° W-Lg am 15. Oktober und 40° N-Br in 
29,5° W-Lg am 20, Oktober gekreuzt. 
13. Reise der Hamburger Brigg „Gottlieb“, Kap. P. A. C. 6. Dunckler. 
Am 11. April 1880, 8 Tage später als die Elbmündung verlassen worden 
war, befand sich der nach Bahia bestimmte „Gottlieb“ in Sicht der Lizard- 
Feuer. Der hier zur Zeit wehende Ostwind hielt auch im Atlantischen Ocean 
an und führte das Schiff dort in rascher Weise südwärts. Unweit 42° N-Br 
wurde kurze Windstille angetroffen, auf welche westlicher, ziemlich günstiger 
Wind folgte, und schliefslich ging aus diesem Winde, unweit 36,4° N-Br in 
16,2° W-Lg, indem derselbe sich durch Nord nach NE drehte, der Passat 
hervor. Im Gebiete desselben wurde auf der zwischen 23,5° und 19° N-Br 
liegenden Strecke nur flaue Briese, überall sonst ziemlich frischer, beständiger 
Wind angetroffen. In der Nähe von 4,2° N-Br und 23,1° W-Lg verlor die 
Brigg am 6, Mai den Passat, und erst, nachdem 5 Tage im Stillgürtel bei 
östlicher und westlicher Mallung zugebracht waren, konnte man denselben in 
0,5° N-Br und 22,8° W-Lg verlassen. Wenige Wachen später, nachdem der 
SE-Passat erreicht worden war, überschritt „Gottlieb“ am 11. Mai in 23° W-Lg 
den Aequator. Es waren, um vom Kanal aus diesen Punkt zu erreichen, 
30 Tage erforderlich gewesen, und während dieser Zeit hatte man 40° N-Br in 
15,6° W-Lg am 16. April, 30° N-Br in 22,2° W-Lg am 23. April, 20° N-Br 
in 27,1° W-Lg am 28, April und 10° N-Br in 24,3° W-Lg am 3. Mai geschnitten. 
Im Südatlantischen Ocean, wo 10° S-Br in 31,6° W-Lg am 16. Mai 
gekreuzt wurde, führte der beständig wehende Passat das Schiff am 19. Mai 
zum Bestimmungshafen. Die Dauer der ganzen Reise war 38 Tage. 
Am 28, Juni ging „Gottlieb“ von Bahia aus wieder in See, um nach 
Lagos zu versegeln. Während der ersten 3 Tage dieser Reise wurde bei 
leichtem östlichem Winde über St. B.-Bug gesegelt, damit ein gewisser Abstand 
vom Lande gewonnen wurde, Ohne dafs westliche Strömung beobachtet wurde, 
erreichte man am 1. Juli 14,8° S-Br in 36,2° W-Lg, wo bei hoch südlich 
gelaufenem Passate gewendet wurde. Voll und beim Winde nach Norden 
segelnd, versuchte „Gottlieb“ dann so viel Länge wie möglich mitanzuholen, 
and nachdem man 10° S-Br in 29,5° W-Lg am 5. Juli gekreuzt hatte, erreichte 
die Brigg am 10. Juli in 27,8° W-Lg den Aequator. 
In nördlicher Breite lief, entsprechend dem zunehmenden Abstande von 
der Linie, der Wind mehr und mehr südlich, auch spürte man nördlich von 
4° N-Br nicht mehr den vorher in Stärke von 34 Sm im Etmale beobachteten 
Aequatorialstrom. In der Nähe von 5° N-Br segelte „Gottlieb“ bei dort 
angetroffenem frischem Südwinde und begünstigt von starker östlicher Strömung 
ostwärts, passirte am 21, Juli in 4° N-Br die Länge des Kap Palmas, am 
24. Juli in 4,8° N-Br den ersten Meridian und erreichte am 27. Juli die Rhede 
von Lagos. Die Zurücklegung der Reise hatte 29 Tage erfordert.
	        
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