155
sehr befriedigende Fahrt erzielen. Nachdem man 9° S-Br in 102,5° W.Lg
prreicht hatte, wurde der Passat flau und unbeständig, und bei leichter Briese
überschritt „, Wilhelm“ am 15. März in 109,3° W-Lg den Aequator. Man befand
sich damals 16 Tage in See, und während dieser Zeit war 10° S-Br in 98° W-Lg
am 7. März gekreuzt worden.
Zwischen 0,5° und 4,6° N-Br in 110,7° W-Lg wurde das Gebiet des
Stillengürtels angetroffen. Man kreuzte dasselbe bei der darin vorherrschenden
südöstlichen Mallung in 5 Tagen, Den NKE-Passat traf „Wilhelm“, wie mu
dieser Jahreszeit und in diesem Theile des Stillen Oceans gewöhnlich, äufserst
kräftig an. Er hinderte durch seine übergrofse Stärke, die zu Zeiten nur die
Führung gereefter Segel erlaubte, seine volle Ausnutzung. In der Nähe von
28,2° N-Br und 133,3° W-Lg, wo am 31. März ein Luftdruck von 769,4 mm
beobachtet wurde, erreichte man die, durch kurze Windstille bezeichnete polare
Passatgrenze. Nördlich von derselben kam bald westlicher Wind durch, welcher
für längere Zeit vorherrschend blieb und das Schiff bis zum 13. April zu einem
nur etwa 60 Sm vom Kap Flattery entfernten Punkte führte. Kin hier aus
SSE einsetzender Sturm liefs aber die Ansegelung des Landes unthunlich er-
scheinen, und spätere, sich wiederholende Oststürme, wie anhaltende ganz
leichte Mallung, verursachten hier noch einen Aufenthalt von nicht weniger als
9 Tagen. Erst am 23. April segelte „Wilhelm“ in den Puget Sound ein und
ankerte noch an demselben Tage auf der Royal Road. Die Reisedauer betrug
53 Tage. In nördlicher Breite waren 37 derselben verbracht worden, und hatte
man dort 10° in 114,4° W-Lg am 22, März, 20° in 126° W-Lg am 27. März,
30° in 133° W-Lg am 2. April und 40° in 135,9° W-Lg am 8. April geschnitten.
Am 22, Juni befand sich das jetzt nach Valparaiso bestimmte Schiff wieder
auf offener See bei mäfsigem WNW-Winde, dort einen südlichen Kurs verfolgend,
Ohne dafs Gegenwinde angetroffen wurden, segelte man für längere Zeit in
mäfsiger Fahrt, bis schliefslich am 4. Juli in der Nähe von 26,5° N-Br in
122,2° W-Lg, bei einem ILuftdrucke von 761,8 mm, der schon längere Zeit
vorher aus hoch nördlicher Richtung wehende Wind durch Nord nach NNE
drehte und zum Passat wurde. Am 7. Juli erlebte „ Wilhelm“ unweit 20,5° N-Br
and 120° W-Lg einen Orkan, ') dessen Auftreten um so erwähnenswerther erscheint,
als über Orkane in diesem Theile des Stillen Oceans wenig Zuverlässiges
bekannt ist. Derselbe begann aus der Passatrichtung NE und erreichte auch
von daher seine gröfste (11) betragende Stärke. Der niedrigste Luftdruck,
welcher während seiner Dauer beobachtet wurde, war 750,3 mm. Innerhalb
6 Stunden hatte derselbe um mm abgenommen. Kapitain Früchtenicht drehte
mit seinem Schiffe über B. B.-Bug bei; es raumte der Wind, bald nachdem dieses
veschehen, und 12 Stunden, nachdem die gröfste Windstärke beobachtet worden
war, hatte der jetzt aus ESE wehende Wind nur noch die Stärke 4, und gleich-
zeitig war das Barometer wieder um 8mm von seinem niedrigsten Standpunkte
gestiegen. Der Orkan wurde überstanden, ohne dafs derselbe dem Schiffe
Schaden zufügte. Nachdem am 8. Juli noch ganz leichte südöstliche Briese
geweht hatte, kam am 9. Juli in der Nähe von 19,5° N-Br in 120,3° W-Lg
wieder frischer Passat durch, der später, als 11° N-Br überschritten worden
war, flau wurde, und dessen äquatoriale Grenze unweit 9,5° N-Br in 116,3° W-Lg
jag. Nachdem man dieselbe überschritten hatte, fand „Wilhelm“ zunächst
5 Tage lang anhaltende, sehr veränderliche Mallung und Windstille und später
südlich von 8,5° N-Br sehr unbeständigen, wiederholt für längere Zeit von
Stillen unterbrochenen Ostwind. Die Strömung setzte im Stillengürtel beständig
mit etwa 0,5 Kn Stärke nach Osten, Am 23. Juli erreichte „ Wilhelm“ in 6,8° N-Br
md 112° W-Lg den SE-Passat. Zunächst wehte derselbe fast aus der Süd-
richtung, erst ganz allmählich raumte er, und am 28, Juli wurde bei ihm in
118° W-Lg der Aequator überschritten. Es war die Strecke zwischen Puget
Sound und diesem Punkte in 36 Tagen durchsegelt worden, und man hatte auf
derselben 40° N-Br in 127,5° W-Lg am 26. Juni, 30° N-Br in 123,3° W-Ly
am 1. Juli, 20° N-Br in 120,3° W-Lg am 8. Juli und 10° N-Br in 116,3° W-Ly
am 13. Juli gekreuzt.
Auffallend war die niedrige, in der Nähe des Aequators beobachtete
Temperatur des Meeres. Dieselhe betrug zwischen 1° N-Br und 2,5° S-Br, wo
1) S, pag. 161.