147
Am 16. Juni ging „Antares“ von Bassein aus wieder in See, um nach
Europa zurückzukehren. Es wehte frischer SW-Monsun, bei welchem für
gewöhnlich über B. B.-Bug, wenn geringe südwärts zeigende Veränderungen in
der Windrichtung beobachtet wurden, aber über St. B.-Bug gesegelt wurde,
Am 27. Juni befand man sich in 96,9° O-Lg in Sicht der Nordküste Sumatras.
Hier waren die Verhältnisse so ungünstig, dafs man während der nächsten
5 Tage nur 180 Sm nach westlicher Richtung hin zurücklegen. und erst am
11. Juli, dem 25, Tage der Reise, in 91,6° O-Lg den Aequator erreichen konnte.
In südlicher Breite führte der südwestliche Monsun das Schiff bis nach
3,3° S-Br in 92,4° O-Lg, wo derselbe am 13, Juli endete. Es folgte auf ihn
2 Tage lang anhaltende Windstille und Mallung, und schliefslich traf man in
3,5° S-Br und 92,9° O-Lg den SE-Passat, welcher, wenn auch in nicht sehr be-
ständiger Weise, doch für eine lange Zeit nachher der herrschende Wind blieb.
Unweit 23,3° S-Br in 59° O-Lg, wo der Luftdruck 772,0 mm betrug, schien die
polare Grenze des Passatgebietes zu liegen; doch wehte, nachdem man diesen
Punkt überschritten‘ hatte, noch für längere Zeit kräftiger Süd- und SE-Wind.
Oestliche und nördliche Winde waren später, bis nach 35° O-Lg hin, die vor-
herrschenden. Westlich von dieser Länge traten westliche Winde häufiger auf,
und war daher der Verlauf der Reise hier, besonders auch weil verschiedene
Stürme zu überstehen waren, ein langsamerer, Am 21. August wurde bei
frischem SE-Winde die Länge der Kapstadt überschritten und nachdem im
Atlantischen Ocean noch wieder südwestliche und südöstliche Winde beobachtet
worden waren, erreichte man am 24, August bei SW-Wind in 9,8° O-Lg
den Parallel von 30° Süd. Um denselben von 30° S-Br im Indischen Ocean
ab zu erreichen, waren 21 Tage erforderlich gewesen; und während der Fahrt
über dieses Meer hatte man 10° S-Br in 85,8° O-Lg am 19. Juli, 20° S-Br in
66° O-Lg am 26. Juli und 30° S-Br in 43,5° O-Lg am 3. August; ferner 90° O-Lg
in 7,4° S-Br am 17. Juli, 60° O-Lg in 23° S-Br am 29. Juli und 30° O-Lg in
33,2° S-Br am 12. August gekreuzt.
Aus dem südwestlichen Winde, bei welchem man 30° S-Br überschritten
hatte, entwickelte sich durch Drehen nach Süd und SE der Passat. In der
Nähe von 28,8° 8S-Br in 9° O-Lg, wo ein Luftdruck von 770mm beobachtet
wurde, schien dessen polare Grenze zu liegen. Als sie überschritten worden
war, herrschte zunächst frischer Wind, nördlich von 24° S-Br beobachtete man
aber flaueren Passat. Nördlich von 17° S-Br frischte derselbe wieder etwas
auf und führte er schliefslich das Schiff am 10. Sept. in 20,5° W-Lg über den
Aequator. Es war die Strecke zwischen diesem und 30° S-Br in 17 Tagen
durchsegelt und auf derselben 20° S-Br in 2,3° W-Lg am 30. August und
10° S-Br in 11,8° W-Lg am 4. September gekreuzt worden.
In nördlicher Breite wehte zunächst der Passat noch ganz regelmäfsig;
unweit 5,5° N-Br lief der Wind durch Süd nach SW und wehte dann bis nach
12° N-Br hin kräftig und beständig aus letzterer Richtung. Nicht weit von
12,5° N-Br in 26,4° W-Lg endete der zuletzt nach NW umgelaufene und
ganz flau gewordene Westwind, und es mufsten 1'% Tage in dem zwischen
SW-Monsun und NE-Passat liegenden Stillengürtel verbracht werden.
Am 17. September erreichte „Antares“ in etwa 13,4° N-Br und 26,6° W-Lg
den Passat. Derselbe wehte am frischesten auf der zwischen 14,5° und 22,5° N-Br
liegenden Strecke und endete in der Nähe von 24° N-Br in 33,5° W-Lg, bei
einem Luftdrucke von 768,4 mm ganz. Nachdem man dann länger als eine
Woche in Stille und Mallung verbracht hatte, kam endlich am 30. September
unweit 30° N-Br in 34,6° W-Lg frischer Westwind durch, der später hoch
nördlich lief und vorherrschend blieb, bis man nach 37,5° N-Br in 21,5° W-Lg
gelangt war. Auf dem von diesem letzteren Punkte aus noch zurückzulegenden
Reiseabschnitte wurden fast nur östliche Winde angetroffen, und erforderte die
Zurücklegung desselben daher noch eine verhältnilsmäfsig sehr lange Zeit.
Verschiedene ‚heftige Stürme mufßsten noch überstanden werden, bevor cs gelang,
die. Mündung des Kanals zu erreichen. Am 29. Oktober befand „Antares“ sich
in: Sicht von Lizard. Die Dauer der ganzen Reise war 135 Tage; 49 derselben
waren in: nördlicher Breite im Atlantischen Ocean zugebracht worden, und hatte
das Schiff dort 10° Nord in 25,5° W-Lg am 14, September, 20° N-Br in 32,2°
W-Lg am 20. September, 30° N-Br in 34,6° W-Lg am 30. September und
40° N-Br in 23,2° W-Lg am 11. Oktober geschnitten.