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wo der Wind von SW durch Süd nach Ost drehte, wurde der Kurs auf Nord
gesetzt. Unweit 26,5° S-Br in 38° O-Lg, wo an 2 Tagen bei einem Luftdrucke
von 770 mm leichte östliche Mallung und Windstille herrschten, setzte der
SE-Passat ein, der zunächst nur leicht war, in 24° S-Br und 40° O-Lg selbst
wieder durch Windstille unterbrochen wurde. Im Kanal von Mozambique
herrschte bis 13,5° S-Br ziemlich frischer SSE-Wind, während nördlich von
13° S-Br kräftiger SSW-Wind angetroffen wurde, mit dessen Hülfe „Suaheli“
am 6. Juni den Hafen von Zanzibar erreichte. Die Reisedauer betrug 87 Tage.
Oestlich vom Kap der Guten Hoffnung hatte die Bark 30° S-Br in 37,8° O-Lg
am 22. Mai, 25° S-Br in 39,5° O-Lg am 26. Mai, 20° S-Br in 42° O-Lg am
30. Mai, 15° S-Br in 43,3° O-Lg am 2. Juni und 10° S-Br in 42° O-Lg am
4. Juni gekreuzt.
Am 30. Juni erreichte die jetzt auf der Heimreise begriffene Bark wieder
die offene See. Bei heftigem SSW-Winde lag man ostwärts, um in dieser
Weise hinreichend Länge gut zu machen, damit später über St. B.-Bug segelnd
der nördliche Eingang des Mozambique-Kanals angeholt werden konnte. Mit
zunehmendem Abstande von der Küste, dessen Gewinnung der starken West-
strömung wegen jedoch schwer fiel, drehte der Wind nach Süd und SSE, und
als am 5. Juli das Schiff nach 5,5° S-Br in 48,7° O-Lg gelangt war, wurde dort
gewendet, Man erreichte dann unter dem Einflusse der westlichen und nörd-
lichen Strömung 9,8° S-Br in 43,1° O-Lg. Hier, in geringer Entfernung vom
Kap Delgado, wurde der südöstliche Wind flau und unbeständig, in dieser
Weise anhaltend, bis man nach 11° S-Br in 41,4° O-Lg gekommen war. Süd-
lich von diesem Punkte, wo man sich am 10. Juli befand, herrschten für längere
Zeit sehr ungünstige Verhältnisse. Die Strömung lief fortwährend bis zum
Betrage von 40 und 50 Sm im Etmale nach westlicher und nördlicher Richtung,
und der Wind hielt sich beständig zwischen SSE und SSW. Am 14, Juli war
der Standpunkt des Schiffs 12,1° S-Br und 42,5° O-Lg. Hier trat endlich ‚eine
Veränderung ein; man beobachtete von nun an anstatt der westlichen eine hoch
südliche Strömung, und konnte nach dieser Zeit ein befriedigender Fortgang
erzielt werden. Am 21, Juli wurde bei SSE-Wind in 20,8° S-Br und 37,1° O-Lg
gewendet; kurze Zeit nachdem dieses geschehen war, lief der Wind jedoch nach
Südwesten, um 2 Tage lang von daher zu wehen, und benutzte man denselben,
nach Südosten zu segeln. Später nahm der Wind wieder südsüdöstliche Rich-
tung an und behielt diese Richtung für längere Zeit. Nordöstlicher Wind
wurde erst in der Nähe von 30° S-Br angetroffen,
Die Umsegelung des Kap der guten Hoffnung wurde durch das Auftreten
lang anhaltender Weststürme aufsergewöhnlich erschwert. Sie verzögerten die
Reise hier in solcher Weise, dafs, um von 24° nach 22,5° O-Lg zu kommen,
nicht weniger als 6 Tage erforderlich waren. Auffallend war der diese Stürme
begleitende hohe Luftdruck, derselbe sank in keinem Falle unter 751,5 mm.
Am 17. August passirte „Suaheli“ bei südwestlichem Winde die Länge der
Kapstadt und am 21. August bei stürmischem SW-Winde in 11° O-Lg den
Parallel von 30° Süd, Es waren südlich von demselben 21 Tage zugebracht
worden und auf dem bis dahin vollendeten Reiseabschnitte hatte man 10° S-Br
in 43° O-Lg am 8, Juli, 15° S-Br in 42° O-Lg am 17. Juli, 20° S-Br in 38°0-Lg
am 20. Juli, 25° S-Br in 36,6° O-Lg am 25, Juli und 30° S-Br in 33,5° O-Lg
am 31 Juli, endlich 30° O-Lg in 33,5° S-Br am 1. August geschnitten.
In der Nähe von 29,0° S-Br in 9° O-Lg, wo bei einem auf 775,0 mm
gestiegenen Luftdrucke der kräftige Wind von SW durch Süd nach SSE lief,
wurde das Gebiet des Passates erreicht, und konnte daun endlich einmal für
längere Zeit ein rascher Fortgang erzielt werden.
Man überschritt 20° S-Br in 0,8° W-Lg am 26. August und 10° S-Br in
11,5° W-Lg am 30. August und erreichte am 4. September in 20,9° W-Lg den
Aequator. Es war die Strecke zwischen 30° S-Br und diesem Punkte in der
kurzen Zeit von 14 Tagen durchsegelt worden.
Auf nördlicher Halbkugel ging der Passat allmählich in den südwestlichen
Monsun über, welcher bis nach 18,5° N-Br in 25,2° W-Lg aufserordentlich
beständig und kräftig wehte. Erst nördlich von diesem Punkte wurde der
westliche Wind leicht und unbeständig, Unweit 14,4° N-Br in 25,5° W-Lg lag
am 11. September die südliche Grenze des NE-Passats. Windstille bezeichnete