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Die Krankheit brach auch in diesem Jahre zuerst am Lande aus, sehr
bald aber verbreitete sie sich auch auf die im Hafen liegenden Schiffe. Die
Kranken von den Schiffen fanden Aufnahme in dem Marine-Hospital von Santa
Izabel in der Jurujuba-Bucht. Es starben daselbst von dem Gesammtzugange
23,5 %, gegen 25,9 % i. J. 1879 und 17,7 °o i. J. 1878, Die Anzahl der Todes-
fälle in den Monaten August bis Dezember 1880 betrug 42: nämlich 9 im
August, 5 im September, 5 im Oktober, 9 im November und 14 im Dezember,
im ganzen Jahre 1880 also 1430.
7. Ueber den Gesundheitszustand in Buenos-Ayres im Jahre
1880 empfing die Direktion der Scewarte folgenden Bericht des Kaiserlich
deutschen Konsuls, Herrn J. W. Nordenholz:
„Im Anschlusse an meine früheren Berichte über den Gesundheitszustand
und das Auftreten epidemischer Krankheiten in meinem Konsulatsbezirke theile
ich mit, dafs der Gesundheitezustand des verflossenen Jahres als ein durchaus
normaler und befriedigender bezeichnet werden darf, indem eigentliche epide-
mische Krankheiten hier gar nicht vorgekommen sind. Einzig die Blattern traten,
wie fast alljährlich, wieder auf, jedoch nur sporadisch, und ohne dafs dieselben
einen epidemischen Charakter angenommen hätten,
Infolge einer Anzeige des Kaiserlichen Konsulats in Rio de Janeiro, dafs
um Mitte November wegen Annäherung der heifseren Jahreszeit die sanitarischen,
den dortigen Hafen betreffenden Mafsregeln wieder in Ausführung gekommen
seien, hat die hiesige Sanitätsbehörde die aus brasilianischen Häfen hier ein-
laufenden Schiffe mit einer Quarantäne von einigen Tagen belegt, und ich
meinerseits habe den von hier nach Brasilien segelnden deutschen Schiffen von
ijenen Mafsregeln Kenntnifs gegeben.“
Anzeigen.
Diesem Hefte II der „Annalen der Hydrographie ete.“, 1881, ist bei-
gegeben eine Skizze von Kung-kung-tau, Rhede von Tschifu, vermessen unter
Leitung von Kapt.-Lieut. Piraly durch die Seekadetten S. M. S. „Vineta“,
Kapt. z. See Zirzow, 1880; Mafsstab 1:20 000,
Auf Grund der in den Vorjahren stattgehabten Vermessungen im Stralsunder
Fahrwasser ist ein Nachtrag zum „Segel-Handbuch für die Ostsee“, Theil J, er-
3achienen, welcher die Seiten 501—504 dieses Buches ersetzt und an deren Stelle
einzuheften ist.
Gleichzeitig ist im genannten Segelhandbuch die Karte „Ankerplätze bei
Friedrichshafen“, 1:50000, durch eine neue berichtigte Karte ersetzt worden.
Nachtrag und neue Karte von Friedrichshafen werden den bis-
herigen Käufern des Buches auf Verlangen von der Bibliothek des Hydro-
graphischen Amtes gratis — mit Ausnahme der Portokosten — verabfolgt.
Gedruckt und in Kommission bei E. S. Mittler & Sohn.
Königliche Hofbuchhandlung.
Kachstrafse 69/70