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2. Lage der Catherine-J. Marshall-Gruppe. („Hydrographic
Notice“ No. 34. London 1880.) Nach einem Bericht des Kommandanten I. Br,
M. S. „Hawkesbury“, Kapt. Carvosso, hat derselbe, auf der Reise von Sydney
nach Shanghai, die auf den Br. Adm.-Karten angegebene Catherine-I. bis auf
ca 3-—4 Sm Abstand passirt und dabei gefunden, dafs sie nicht eine Insel
ist, sondern dafs sie aus 14 durch ein Riff mit einander verbundenen Inseln
besteht, welche sich 20 Sm weit in der Richtung NW—-SO erstrecken. Diese
Inseln sind die westlichsten der Marshall-Inseln und liegen auf der Schiffsroute
zwischen Australien bezw. Neu-Seeland und China, zwischen 8° 57‘ und 9° 12‘
N-Br und 165° 52‘ und 166° 5‘ O-Lg.
Die Inseln waren zu dieser Zeit bewohnt, zwei Kanoes kamen von Land
nach dem Schiffe zu; da jedoch Wind aufsprang, konnte es mit denselben
nicht in Verbindung treten.
3. Luise - Hafen, Gerrit Denys-I., Neu - Britannien (D. S)'.
Dieser Hafen an der NO - Küste der Denys-I., ist nach Angabe des Kapt.
Friedr. Rohlfs, Führer des deutschen Schoners „Franziska“, der einzige
Hafen dieser Insel; er bietet bei allen Winden, mit Ausnahme von denen aus
NE über ENE bis E, einen sicheren Ankerplatz. Produkte dieser dichtbewal-
deten Insel sind Kokosnüsse, Tarro, Yams und Bananen.
Ferner hat Kapt. Rohlfs gefunden, dafs nördlich der Gerrit-Denys-I.
nicht drei, sondern vier Inseln vorhanden sind, er hat dieser vierten den Namen
St. Bruno gegeben.
4. Strömungen an der Küste von Nord-Carolina. Vereinigte
Staaten von Amerika. („Hydrographic Notice“ No. 21, London 1880.)
Neuerdings hat man die auffallende Thatsache näher beachtet, eine wie grofse
Anzahl von Schiffen alljährlich an der Küste zwischen Kap Henry (an der süd-
liche Einfahrt in die Chesapeake-Bucht) und Kap Hatteras verloren gehen, Die
Unglücksfälle sollen, wie man sagt, infolge einer starken, auf die Küste, oder
nach SW, auf der Strecke von ungefähr 6 Sm südlich von Kap Henry bis Kap
Hatteras setzenden Strömung entstehen.
Obgleich an der Ostküste der Vereinigten Staaten der arktische oder
Labrador-Strom im Allgemeinen südwärts setzt, so ist doch Grund vorhanden,
anzunehmen, dafs in der Nähe der Küste von Nord-Carolina der Strom haupt-
sächlich von dem Winde beeinflufst wird,
In „Blunt’s American Coast Pilot“, Ed. 20, pag. 355, heifßst es: „Daselbst
ist eine Strömung, welche bei Südwind jede Stunde 2 Sm nach NNE und bei
Nordwind 2 Sm nach SSW setzt.“
Ferner heifst es in den „Sailing Directions for the prineipal ports on
the east coast of the United States“, 1874, pag 89: „Die Strömungen an der
Küste von Nord-Carolina, nördlich von Kap Hatteras, sind von dem Winde
beeinflufst und sind sehr stark, so dal starke Kabbelungen entstehen, welche
für diejenigen, welche nicht mit diesen Strömungen bekannt sind, das Ansehen
von Brandung auf Untiefen haben. Zuweilen beginnt der Strom 24 Stunden frü-
her, als der Wind an demselben Orte einzusetzen. Der Sturm, welcher ihm fast
sicher folgt, setzt stets aus der Richtung ein, von wo der Strom begonnen hat.“
Hinsichtlich der Umgegend der Wimble-Untiefen heißt es in demsel-
ben Buch, pag. 89: „Schiffe mit bedeutendem Tiefgange dürfen sich dem
Lande nur bis auf einen Abstand von 4 Sm nähern, oder in nicht geringere
Tiefe, ala 24m Wasser gehen; es ist daselbst im Allgemeinen eine nach der
Küste zu setzende Strömung, und die Tiefen nehmen sehr plötzlich ab.“
Ferner heifst es pag. 91: „Die Strömungen auf und in der Nähe der
Hatteras-Untiefen haben eine Geschwindigkeit von 3 bis 5 Sm die Stunde und
werden von der Richtung und Stärke des Windes stark beeinflufst. Das
Oberflächenwasser des Golfstroms erstreckt sich nach anhaltenden nördlichen
und östlichen Winden eine kurze Zeit lang bis auf eine kleine Entfernung von
den außerhalb liegenden Untiefen,“
Aus diesen Gründen mufs man sich der Küste von Nord-Carolina nur mit
grofser Vorsicht nähern und dabei fleißig das Loth gebrauchen. Hierbei ist zu
beachten, dafs zwischen Kap Henry und dem 34 Sm entfernten Leuchtthurm auf
'y S. Findlay’s „North Pacific Directory“ 4. Ed, (1877), pag. 791.