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die Bark in der Nähe von Lizard. Sie hatte 36 Tage auf der Strecke zwischen
Linie und Kanal zugebracht und dort 10° N-Br in 28° W-Lg am 19. Juni
20° N-Br in 34,8° W-Lg am 23. Juni, 30° N-Br in 34,9° W-Lg am 1. Juli und
40° N-Br in 29,7 W-Lg. am 7. Juli gekreuzt.
8. Reise des Bremer Vollschiffes „Savannah“, Kapt. F. Tebelmann.
Am 25. Februar 1880 verließ das Vollschiff „Savannah“ den Hafen von
Galveston, um eine Reise nach Liverpool anzutreten. Im Anfange derselben
wurden leichte anhaltend aus südlicher und östlicher Richtung wehende Winde
angetroffen, gegen die man versuchte, nach Osten und Süden hin zu gelangen.
Während der ersten 6 auf See zugebrachten Tage wurde ein zwar nicht
starker, aber doch beständiger Weststrom beobachtet und dadurch die Aus-
führung jener Absicht erschwert; nachdem man aber die Länge der Missisippi-
Mündungen erreicht hatte, traf man östliche, meist 1 Kn starke Strömung, und
verlief die Reise dann in etwas günstigerer Weise. Am 14. März befand man
sich endlich in der Nähe des 80. Grades der Länge, von wo aus nördliche
Strömung und SE-Wind das Schiff schon am nächsten Tage zur Enge von
Bemini führen konnte. Am 16. März erreichte „Savannah“ bei frischem Süd-
winde in 78,3° W-Lg den Parallel von 30° N. Bei fast nur aus westlicher
Richtung wehenden Winden, welche zwar stürmisch waren, aber doch nicht in
sehr schweren Stürmen auftraten, vollendete „Savannah“ dann in rascher Weise
die Reise über den Ocean. Man kreuzte 70° W-Lg in 33,8° N-Br am 20. März,
60° W-Lg in 36,6° N-Br am 24. März, 50°W-Lg in 40,6° N-Br am 27. März
und 30° W-Lg in 46,6° N-Br am 2. April. Am 7. April, nach 42 tägiger Reise,
erreichte das Schiff den Eingang des St. Georgs-Kanals,
Am 11. Juni verliefs „Savannah“ den Hafen von Liverpool wieder, um
nach New- York zu segeln. Bei frischem Südwinde schlug Kapt. Tebelmann
den Weg durch den Nordkanal ein, und wurde letzterer schon am nächsten
Tage passirt. Bei umlaufenden, mäfsig starken Winden, die vorherrschend aus
westlicher, aber auch oft aus östlicher Richtung wehten, konnte das Schift im
offenen Ocean dann ziemlich befriedigenden Fortschritt nach Westen erzielen.
Am 4. Juli befand „Savannah“ sich auf der Neufundlandbank. Westlich von
derselben waren die Verhältnisse weniger günstig, als wie man sie östlich von
ihr angetroffen hatte. Die Windrichtung war dort häufiger eine ungünstige,
und besonders war die Windstärke zu oft eine sehr geringe, Am 19. Juli ge-
lang es, den Hafen von New- York zu erreichen.
Die Reisedauer vom Norden Irlands her betrug 37 Tage, und während
derselben war 30° W-Lg in 48° N-Br am 23. Juni, 50° W-Lg in 43,6° N-Br
am 4. Juli, 60° W-Lg in 44,50 N-Br am 10. Juli und 70° W-Lg in 404° N-Br
am 16. Juli überschritten worden.
Am 29. August verliefßs „Savannah“ auch New- York wieder, um nach dem
Heimathshafen Bremen zurückzukehren. Der Anfang dieser Fahrt wurde durch
stürmische NE-Winde verzögert, Erst nachdem man 6 Tage auf See verbracht
hatte, lief der Wind südöstlich, bald nachher durch S nach W und nahm die
Reise dann einen befriedigenderen Verlauf. Hindernd wirkte jetzt jedoch die
anhaltend geringe Stärke der herrschenden Winde, Ohne dafs sich Hervorzu-
hebendes ereignete verlief die Reise, und nachdem auf den Aufsengründen vor
dem Kanal noch wieder ein 3 Tage langer, ganz flauer Ostwind überstanden
worden war, erreichte „Savannah“ am 29. September die Kanalmündung. Die
Reisedauer war 31 Tage. Während derselben hatte man 70° W-Lg in 38° N-Br
am 31. August, 50° W-Lg in 42° N-Br am 10. September und 30° W-Lg in
46,5° N-Br am 19. September überschritten.
9. Reise der Danziger Bark „Oberbürgermeister von Winter“ Kapt. C. Scheibe.
Am 9. März 1880 befand sich die auf einer Reise von Hartlepool nach
Boston begriffene Bark „Oberbürgermeister von Winter“ in der Nähe von Fair-
Island. Bei vorherrschend aus südsüdöstlicher Richtung kommenden, häufig
stürmischen Winden machte die Bark von hier aus zunächst ganz befriedigenden
Forigang nach Westen. Am 17. März wehte unweit 57° N-Br und 25° W.-Le