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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

Am 3. Juni ging das Schiff von Pensacola aus wieder in See, um nach 
England zurückzukehren. Wie auf der Hinreise traf man auch jetzt im Golf 
von Mexiko fast nur südöstliche Winde, die jetzt um so unwillkommener waren, 
als sie meistens auch sehr flau waren. Es verzögerte sich dadurch der An- 
fang der Reise in solcher Weise, dafs man erst am 17. Juni 23,6° N-Br in 
81,7° W-Lg erreicht hatte. Hier kamen leichte nordwestliche Winde durch, 
welche das Schiff weit genug nach Osten führten, um einen Nordkurs ein- 
schlagen zu können. Am 20, Juni passirte „Admiral Prinz Adalbert“, bei nord- 
östlichem Winde, die Enge von Bemini; am 21. Juni wurde in 79,3° W-Lg 
der Parallel von 30° Nord gekreuzt. 
In der Nähe von 32° N-Br in 79° W-Lg, wo für kurze Zeit Stille ge- 
herrscht hatte, setzte südwestlicher Wind ein, und begleiteten mäfsig starke 
günstige Wind das Schiff von hier ab für längere Zeit. KErst östlich von 338° 
W-Lg wurde durch dort angetroffene ganz flaue Ostwinde wieder eine längere 
Verzögerung in der Fahrt verursacht. Erst nachdem dieser Znstand 9 Tage 
hindurch angehalten hatte, kamen wieder westliche Winde durch, welche den 
„Admiral Prinz Adalbert“ in kurzer Zeit ans Ziel führten. Am 26, Juli er- 
reichte man die Mündung des Kanals. Die Reisedauer betrug 53 Tage; und 
während derselben war 70° W-Lg in 34,8° N-Br am 26, Juni, 60° W-Lg in 
39,5° N-Br am 1. Juli, 50° W-Lg in 41,6° N-Br am 5. Juli und 30° W-Lg in 
49° N-Br am 16. Juli gekreuzt worden. 
6. Reise der Hamburger Bark „Elisabeth‘, Kapt. A. L. Kessal. 
Am 21. November 1879, 4 Tage später, als die Mündung der Klbe ver- 
lassen worden war, befand sich die nach Port Adelaide bestimmte Bark „Klisa- 
heth“ in der Nähe von Lizard. In Begleitung des eisernen Hamburger Voll- 
zchiffes „Deutschland“ und unter denselben Verhältnissen, wie sie schon im 
Reiseberichte dieses Schiffes angegeben worden sind, segelte „Klisabeth“ dann 
züdwärts. Am 10. Dezember stand die Bark in 14,7° N-Br und 25,7° W-Lpg, 
56 Sm in der NzO-Richtung von dem Vollschiffe. Den bis dahin zurückgelegten 
Theil der Reise hatten beide Schiffe in gleich schneller Weise durchsegelt; 
Bach dieser Zeit steuerte „Deutschland“ aber einen östlicheren Kurs als „Zlisa- 
beth“, gelangte infolge dessen bald weiter nach Osten, ohne dort aber die 
gewünschte günstigere Gelegenheit zu finden. Am 18. Dezember Mittags war 
der Standpunkt der Bark in 5,9° N-Br und 25,3° W-Lg, während sich zu der- 
selben Zeit das Schiff in 6,5° N-Br und 22,5° W-Lg befand. Bis soweit war 
„Deutschland“ noch nicht viel zurückgeblieben, nach diesem Zeitpunkte traf 
„Elisabeth“ in ihrem westlicheren Standpunkte aber, wie im Monat Dezember 
zu erwarten, eine weit günstigere Gelegenheit als „Deutschland“, und konnte 
daher „Elisabeth“ am 24, Dezember in 27,1° W-Lg den Acquator überschreiten, 
während „Deutschland“ erst am 1. Januar 1880 in 25,2° W-Lg die nördliche 
Halbkugel verliefs. „Elisabeth“ hatte die Distanz zwischen Kanal und Linie in 
33 Tagen durchsegelt und auf derselben 40° N-Br in 14,2° W-Lg am 26. No- 
vember, 30° N-Br in 21° W-Lg am 1. Dezember, 20° N-Br in 26,1° W-Lg am 
8. Dezember und 10° N-Br in 25,7° W-Lg am 13. Dezember gekreuzt. 
Im Südatlantischen Ocean traf „Elisabeth“ zwar nicht sehr beständigen, 
aber doch meistens kräftigen Passat an. Derselbe begleitete die Bark bis 
unweit 28,5° S-Br in 27° W-Lg, bevor der auch hier frisch wehende Wind 
nordöstlich lief. Nachdem derselbe später in rascher Drehung durch Nord und 
die westlichen Striche gelaufen war, wehte er wieder für längere Zeit aus SE, 
aber jetzt in wenig befriedigender Stärke, und erlitt aus diesem Grunde die 
Reise hier eine bedeutende Verzögerung. Man gelangte unter diesen Ver- 
aältnissen ganz bis nach 40° Süd; erst südlich von dieser Breite holte der 
Wind wieder nördlich und westlich, worauf dann am 21. Januar in 41,7° S-Br 
der erste Meridian überschritten werden konnte. Um diesen Punkt von der 
Linie aus zu erreichen, waren 28 Tage erforderlich gewesen. Die Bark hatte 
während dieser Zeit 10° S-Br in 33,5° W-Lg am 29. Dezember, 20° S-Br in 
81,9° W-Lg am 1. Januar, 30° S-Br in 24,8° W-Lg am 6. Januar und 40° 
S-Br in 14,5° W-Lg am 17. Januar geschnitten. Der Mitsegler „Deutschland“, 
welcher nach dem Verlassen des Passatgebietes zunächst für längere Zeit einen
	        
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