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drucke von 745,7 mm begleiteten Sturmes veränderte sich die Windrichtung
von Nord nach West, Am 29. Dezember gelangte „Patagonia“ in 44,9° S-Br
zum Meridian von 80° Ost. Es waren die letzten 80 Grad Länge in 17 Tagen
durchsegelt worden.
Oestlich von 80° O-Lg wurde ein nördlicherer Kurs eingeschlagen. Der
Wind wehte hier zunächst noch für längere Zeit beständig und frisch aus
nordwestlicher Richtung. In der Nähe von 35,5° S-Br in 100,4° O-Lg drehte
er jedoch in rascher Weise von West durch Süd nach NE, um mehrere Tage
Jang als flaue Briese aus letzterer Richtung zu herrschen, Die Strecke zwischen
34° und 20° S-Br wurde meist bei frischem Ostwinde, dem Passate, zurück-
gelegt, doch war derselbe nicht sehr beständig und wiederholt von Stille und
leisem Zuge unterbrochen. In der Nähe von 20,5° S-Br und 109° O-Lg drehte
der Wind von SE durch Süd nach SW und bei kräftigem, beständigem West-
winde legte „Patagonia“ schielslich den letzten Theil des Weges zu den Sunda-
Inseln zurück. Am 18. Januar 1880 befand sich die Bark in Sicht der Insel
Lombock. Es war die Reise vom Kanal bis dort in 83 Tagen vollendet und
auf dem letzten, östlich von 80° O-Lg liegenden, Reiseabschnitte 40° S-Br in
94,7° O-Lg am 1. Januar 1880; 30° S-Br in 101,5° O-Lg am 7. Januar, 20°
S-Br in 109,2° O-L am 13. Januar und 10° S-Br in 114,8° O-Lg am 17. Januar
geschnitten worden. Das Schiff hatte auf der, rund 12,800 Sm betragenden
Strecke zwischen Kanalmündung und Allas-Strafse eine mittlere Schnelligkeit
von 6,1 Kun eingehalten,
Am 19. und 20. Januar passirte „Patagonia“ bei ganz leisem, meistens
aus westlicher Richtung kommendem Zuge die Allas-Strafse, in welcher Gegen-
strömung halber mehrere Male geankert werden mufste. In der Sunda-See
wehte leichter westlicher Monsun, bei welchem man am 22, Januar auch die
Strafse von Salayer durchsegelte.
Recht ungünstige Verhältnisse traf „Patagonia“ in der Molukken-See an,
und war bei der leichten meist hoch nördlichen Briese und dem südlichen
Strome eine verhältnifsmäfsig lange Zeit erforderlich, um dieselbe zu durch-
segeln. Am 3. Februar kreuzte die Bark in 129,8° O-Lg den Aequator. Nörd-
lich von demselben fand man etwas beständigeren NNE-Wind, doch dauerte es
noch eine geraume Zeit, bevor sich aus demselben regelmäfsiger Passat ent-
wickelte. Erst am 13. Februar fand dieses, in der Nähe von 6° N-Br in
129,6° O-Lg, statt, und erreichte man dann in wenigen Tagen den Eingang der
Bernardino-Strafse. Am 18. Februar passirte die Bark dieselbe und am
21. Februar konnte auf der Rhede von Manila geankert werden. Die Dauer
der Reise vom Kanal her betrug 117 Tage. Nördlich von der Linie war
5° N-Br in 131° O-Lg am 12, Februar und 10° N-Br in 127,8° O-Lg am
15. Februar geschnitten worden.
Am 7. April verließ „Patagonia“ den Hafen von Manila wieder, um
nach Belle Isle als Orderhafen zurückzukehren. In der China-See wehte noch
beständiger, wenn auch nur flauer Nordost-Monsun, welcher die Bark bis zum
17. April nach 4,8° N-Br in 107,3° O-Lg führte. Südlich von diesem Punkte
lief der flaue Wind allmählich südlich und nachdem man 3° N-Br überschritten
hatte, hielt der Wind sich für einige Tage zwischen SSE und SSW. Unwvweit
1,5° N-Br traf man am 22, April heftigen Westwind von 18stündiger Dauer.
Am 23. April wurde bei leichtem SSE-Winde, in 106,7° O-Lg der Aequator
überschritten, nachdem vorher 10° N-Br in 110,2° O-Lg am 14. April und 5°
N-Br in 107,4° O-Lg am 17. April gekreuzt worden war.
Am 1. und 2. Mai befand sich „Patagonia“ in der Gaspar-Strafse und
nachdem man bei mäfsigem SE-Winde die Sunda-See durchsegelt hatte, erreichte
die Bark am 4. Mai Anjer. Es waren bis dahin 27 Tage verflossen, seitdem
man die Bai von Manila verliefs.
Am 6. Mai befand sich die Bark frei von der Sunda-Straßfse im Indischen
Ocean. Aus leichtem südöstlichem Winde entwickelte sich hier 2 Tage später
der Passat, mit dem man, obgleich derselbe wenig kräftig und beständig war,
doch für längere Zeit ziemlich befriedigenden Fortgang nach SW erzielen konnte.
Am 27. Mai erreichte die Bark in der Nähe von 22,8° S-Br in 57,1° O-Lg
dessen polare Grenze. Nachdem sie überschritten worden war, traf man zunächst
noch sehr leichten SE-Wind: am 29. Mai erfolgte jedoch in etwa 24° S-Br und