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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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„Anmerkungen von einem seltsamen Verhalten des Seecompasses an einer Stelle in 
den nyländischen Scheeren, von H. Carl Joh. Gete“, 
„Jussart ist eine Insel in den nyländischen Scheeren, drei Meilen von der 
Stadt Kkends und sechs Meilen von der Landspitze Hangö, Die Insel liegt 
etwas weit von den übrigen Scheeren hinaus und hat noch mehrere kleine Inseln 
und Klippen vor sich, weiter in die See hinaus, die Jussari Gaddar genannt 
werden, ausser Klippen und Untiefen, welche durch die Beweguug des Wassers 
theils bloss gelegt, theils bedeckt werden. 
Diese und noch andere Umstände sind Ursache gewesen, dass dieser Ort 
wegen der verschiedenen Unglücksfälle den Scefahrenden bekannter gewesen ist, 
als einige andere Klippen in den finnischen Scheeren. Alte sowohl als neuere 
Zeiten geben dieses zulänglich zu erkennen. So ist ein dänisches Schiff an der 
Klippe F verunglückt und innerhalb zwanzig Jahren sind fünf Schiffe und Fahr- 
zeuge allein an der Klippe G verloren gegangen. 
Im Jahre 1746 strandeto eine Lübecker Jacht am weissen oder sogen, 
Thon-Harun (Wit- oder Ler-Harun); sie war mit Juchten, Talg und anderen 
russischen Waaren beladen. Eben das Jahr ging ein anderes Fahrzeug am 
grossen Gaddar oder Mäsescheere unter, das mit Talg, Segeltuch, Juchten und 
roher Seide beladen war. 
Durch diese und mehr dergleichen Unglücksfälle, deren sich diejenigen, 
welche mir solche Nachrichten ertheilten, die Lootsen auf Bussö, nicht so genau 
erinnern konnten, sind diese Scheeren als gefährliche Gegenden bekannt geworden. 
Die Ursachen sind nicht allein verborgene Klippen unter dem Wasser 
weit in die See hinaus und Untiefen gewesen, sondern das Gerücht von einer 
magnetischen Kraft, welche den Compass in Unordnung bringen sollte, hat auch 
vieles zu einer allgemeinen Furcht und einem Abscheu vor diesen Stellen bei- 
getragen. 
Dergleichen Kraft- (Magneth-) oder sogen. Seegelstein (Segersten) erwähnt 
schon Joh. Mänson im Anfange des sechszehnten Jahrhunderts in seinem See- 
buche. Aber solches ist nach und nach vergessen worden, dass man die rechte Stelle 
kaum haft finden können, weil Joh. Mänson selbige nicht so genau bemerkt hat. 
In Betrachtung dieses, wie auch, weil man bisher die eigentliche Lage 
der äussersten Scheere im finnischen Meerbusen nicht gewusst hat, so hat der 
Lootsendirector, auf Königlichen Befchl, nebst dem Capitain-Lieutenant bei der 
Königlichen Admiralität, Herr Jonas Hahn, einigemal durch Messen und Lothen 
in den finnischen Scheeren, gesucht, neue Seekarten zu machen, neue Gegenden, 
wo man durchfahren kann, zu entdecken und die alten zu untersuchen. Ich habe 
Gelegenheit gehabt, bei dieser Verrichtung gegenwärtig zu sein, und also aus 
meinen bei J/ussarz angestellten Anmerkungen folgende Beschreibung verfasst, 
auch beigefügten Auszug aus der gefertigten Seekarte gemacht. 
Verwichenes Jahr 1750, als der meiste Theil des Sommers mit Abmessung 
der Porkala-Spitze und derselben Klippen verbracht war, kamen wir endlich bei 
Jussari an, wo sogleich zur Abmessung dieser Scheeren und der angrenzenden 
Inseln Anstalt gemacht wurde.!) Am dritten Tage, als ich damit fertig war, 
wollte ich die Mittagslinie auf meine Karte noch zuletzt setzen. In dieser Ab- 
sicht stieg ich auf das Höchste der Klippe bei B, um nach einem gewissen 
Merkmale zu visiren. Ich setzte den Visircompass auf den Berg, bemerkte aber 
mit Verwunderung, dass er ohne Aufhören rings herum lief. Nach einer Viertel- 
stunde verrückte ich ihn ungefähr sechs Fuss von voriger Stelle, da er endlich 
stehen blieb, aber mit der Nadel nach Westen zeigte, als ich aber nachgehends 
vermittelst der Sonne eine sichere Mittagslinie fand, sah ich, dass die Nordlinie 
von Südwest nach Westen ging. Ich versuchte solches nachgehends an mehreren 
Oertern, fand aber keinen Unterschied mehr. Diesesmal musste sich meine 
Neubegier damit begnügen, zu bemerken, dass der Berg auf der von Bäumen 
leeren Insel von der gewöhnlichen Grausteinart zu sein schien, und die Stelle, 
wo der Compass niedergesetzt wurde, vier bis fünf Ruthen über der Fläche des 
Wassers war. 
1) Siehe Copie der von Herrn Gete angefertigten und der obigen Abhandlung beigegebenen 
Kartenskizze (Tab. X) als Beilage zu nag. 78 dieser Annalen. A. d. R.
	        
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