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auf eine neuere Periode zur Vergleichung reducirt werden müssen, etwas deren
Zuverlässigkeit, was aber für den hier in Frage stehenden Zweck von keiner
tiefergehenden Bedeutung ist.
Was nun die magnetische Declination von MHelsingfors anlangt, so ergiebt
sich dieselbe für 1830 ungefähr zu 9.7° West. Nach einer amtlichen Mittheilung
des Kaiserlichen Consulats an das Reichskanzleramt von 1875 betrug nach den
Bestimmungen des dortigen Observatoriums die Declination der Magnetnadel
Mitte des Jahres 1875 nur noch 5° 4‘ West, woraus sich ein mittlerer Werth
der Abnahme dieses Elements für die bezeichnete Periode von 6.2‘ ergiebt.
Aus den St. Petersburger Beobachtungen ergiebt sich ein etwas grösserer mitt-
ierer Werth von 6.7‘. Nach den Angaben des Observatoriums, welche wieder
mit den Ermittelungen des Kaiserlichen Observatoriums in St. Petersburg stimmen,
beträgt die jährliche Abnahme der Declination jetzt 7.5‘. Zur Reduction der
magnetischen Declination auf die Mitte des Jahres 1860 (der Grund für die Wahl
dieses Jahres wird weiter unten klar werden) wurde die Veränderung zu 6.2“
angenommen, so dass sich für diese Epoche die magnetische Declination in
Helsingfors zu 6° 36‘ West ergiebt. Der Unterschied in der magnetischen
Declination zwischen Helsingfors und Jussar-ö wäre bei einem regelmässigen
Verlaufe der magnetischen Curven, wenn also keine Störung vorhanden sein
würde, zwischen 45 und 50 Minuten, um welche in Jussar-ö dieselbe grösser
wäre, so dass im Jahre 1860 die magnetische Declination bei dieser Insel un-
zefähr 7° 26‘ gewesen sein würde, Die magnetischen Karten der „Contributions
ste.“ geben für die Epoche 1843,5 für Ekends und Jussar-ö ungefähr eine De-
slination von 9° 45‘, welcher Werth, wenn auf die Periode 1860 reducirt, unter
Berücksichtigung der Zunahme der jährlichen Veränderung für die bezeichnete
Gegend, eine normale Declination von 7° 40‘, also nahe übereinstimmend mit
jem obigen Werthe ergeben würde.
Mit Beziehung auf die anderen Elemente des Erdmagnetismus iür die
betreffenden Gegenden lässt sich nur so viel sagen, dass zur strengen Ableitung
jer Werthe für das Jahr 1860 die genaueren Daten fehlen. Man wird aber
nicht weit von der Wahrheit sein, wenn man zwischen St. Petersburg und Jussar-ö
die Differenz zu 24‘ für die Inclination und für die Total-Intensität dieselbe
zleich Null annimmt.
Daraus ergiebt sich für die Epoche 1860,5 und für Jussar-ö die Total-
Intensität gleich 4.901 und die Inclination zu 71° 18‘. Die Horizontal-Intensität
ist hierfür 1.510 (controlirt durch St, Petersburg) oder, wenn die in dem
Gauss’schen Atlas benutzten Einheiten auch hier Anwendung finden, 449.7
ınd 1403.
Die normalen Werthe der magnetischen Elemente für die Inseln Jussar-ö
and Ekends, welche für den hier im Auge zu behaltenden Zweck und mit Rück-
sicht auf die Normalen dieser Werthe als identisch angenommen werden können,
wären sonach für 1860,5 wie folgt:
Magnetische Declination + 7° 38‘ (im Mittel)
” Inclination 71° 18
Total-Intensität 1403 (englische Einheit)
Horizontal-Intensität 450
Die wirklichen, in der Nähe der bezeichneten Inseln beobachteten Werthe
der Elemente weichen nun weit von diesen Normal-Werthen ab, wie dies so-
zleich des Näheren ausgeführt werden soll. Zunächst aber mögen hier einige
historische Angaben, die sich auf diese Störung in den magnetischen Verhält-
nissen beziehen, erwähnt werden.
Die Resultate einer der ersten Untersuchungen der in Frage stehenden
Localität sind in dem 13, Bande der Abhandlungen der Königlich Schwedischen
Akademie der Wissenschaften vom Jahre 1752 enthalten, welche wir hier nach
einer Uebersetzung von Abraham Gotthelf Kästner (Hamburg und Leipzig,
1755), im Auszug mittheilen.