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Schiffsfahrwasser, Bei Hochwasser Springzeit sind auf der Barre
6.4 Met. Wasser, aber Schiffe von mehr als 3.7 Met. Tiefgang sollten nicht ein-
laufen, denn selbst mit diesem Tiefgang ist es noch sehr schwierig. Die einzigen
Tage, an denen man solches versuchen kann, ist der Tag bei Voll- und Neu-
mond und die darauf folgenden 3 Tage. Segelschiffe von 2.4 bis 3.0 Met. Tief-
gang können zu jeder Zeit einsegeln.
Segelanweisung für das Einsegeln. KEin Fremder darf nicht ver-
suchen, bei Hochwasser die Barre zu überschreiten, da die Untiefen dann nicht
zu sehen sind; die beste Zeit dazu ist bei % Fluth oder bei !/4 Ebbe. Man
halte sich auf 9 Met. Wasser von der Brandung entfernt, bis der Flaggenmast
auf der Spitze Tangalane Nord und die Mitte der Flussmündung NzW peilt,
dann steuere man NzW, achte aber auf den stark (3 bis 4 Knoten) nach SW
ausserhalb der Barre setzenden Strom. Wenn man die äussere Brandungslinie
passirt hat, kann man das Fahrwasser an seinem ruhigen Wasser erkennen.
Hier ändere man seinen Kurs um einen halben Strich nach Back- oder Steuer-
bord, um eine nur 1.3 bis 1.5 Met. unter dem Wasserspiegel liegende Untiefe
zu vermeiden. Sobald man die Barre passirt hat, vertieft sich das Wasser in
der sogenannten „Well“ bis auf 6.4 und 7,3 Met., woselbst ein Schiff ankern kann.
Von hier nimmt die Wassertiefe bis nahe auf die Spitze Tangalane bis auf
12.8 und 14.6 Met zu.
Sobald man sich in der Mitte zwischen der Barre und dem Flaggenmast
auf der Spitze Zangalane befindet, muss man etwas mehr östlich steuern, um
die Untiefe zu vermeiden, welche bei der Spitze Hippopotamus zu sehen ist;
hierauf muss man den Flaggenmast etwas über den Steuerbordbug halten, um
die Bank, welche sich von der Spitze Tangalane erstreckt und stark abfallend
ist, zu vermeiden, Sobald der Flaggenmast und die Hütten daselbst ESE peilen,
ändere man seinen Kurs auf WzN nach dem inneren Theile der Spitze Hippo-
potamus, an deren Nordseite man auf 11 Met. Wasser, Lehmgrund, querab von
dem IZndian-Kraal (Indianer-Dorf) und gegenüber der Mündung eines kleinen
Baches, ankern kann. Man findet auch auf 9 Met. Wasser ungefähr 1 Seem.
nördlich der Spitze Tangalane, nahe der östlichen Seite des Flusses und nicht
weit ab von der Mündung eines kleinen Baches, noch einen Ankerplatz.
Von dem Ankerplatz bei der Spitze Hippopotamus aus kann man sich un-
gefähr 2 Kblg. von dem Westufer des Flusses halten, mit Ausnahme der, 3 Seem.
oberhalb des Indianer-Dorfes befindlichen flachen Uferstelle, querab von einem
Mangrove-Sumpf, woselbst sich eine flache Bank vom Ufer aus erstreckt. Wenn
man den der Factorei beinahe gegenüber befindlichen Flaggenmast passirt hat,
kann man auf die andere Seite des Flusses gehen und auf 7.3 Met. Wasser bei
der Stadt Quilimane ankern. Die Wassertiefen vor der Spitze Hippopotamus bis
Quilimane sind bei Niedrigwasser 4.6 bis 6.4 Met.
Lootsen. Zuweilen übernimmt einer der Führer der arabischen Schooner,
welche mit dem Fahrwasser hier gut vertraut sind, das Lootsen eines Schiffes
über die Barre. Man zahlt dafür 15, dafür muss derselbe aber auch ein Boot
und die dazu gehörige Besatzung miethen, um diese wieder zurückzubringen. Da
diese Gelegenheit nicht oft geboten ist, so darf man sich nicht darauf verlassen. ')
Der auf der Spitze Tangalane zum Signalisiren befindliche Mann über-
nimmt das Lootsen, nachdem das Schiff die Barre passirt hat, bis zu der 12
Seem. entfernten Stadt, aber man gebraucht eigentlich, nachdem man die Barre
passirt hat, keinen Lootsen mehr.
Segelanweisung für das Verlassen des Flusses. Quitimane ist
für das Verlassen nach See ein ungünstiger Ort, da beladene Schiffe nur bei
Springzeit die Barre passiren können. Diese Zeit ist um 4* 20=» Morgens,
wenn es noch finster ist, oder am Nachmittag, wenn die Seebrise frisch weht.
Es muss ein Schiff die Stadt früh des Morgens verlassen, mit der Landbrise
den Fluss abwärts segeln und nahe am Ostufer, querab eines Bassins ungefähr
1 Seem. nördlich der Spitze Tangalane ankern. Dieser Ankerplatz ist der gün-
stigste, wenn man nach See gehen will, und wird von den Arabern benutzt. Am
‘) Nach einer Mittheilung des portugiesischen Marine-Lieutenants Jose d’Avila ist jetzt
ein guter Regierungslootse daselbst.