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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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3. Das Ansegeln des Demerara-Flusses *) ist nur auf Grund eines guten 
Bestecks möglich, da keinerlei unterscheidbare Landmarken vorhanden sind, 
she man in der Nähe des Feuerschiffs ist. Die Barre, die in einer Breite von 
ungefähr 10 Seem, vor dem Fluss liegt, verflacht sich von Jahr zu Jahr; bei 
gewöhnlichem Hochwasser kann man auf nicht mehr als 5.s bis 5.5 Met. rechnen, 
bei Springfluth ist O0.s bis 0.5 Met. Wasser mehr. 
4. Die Barre’ von Georgetown ?) nimmt mit der Zeit an Wassertiefe ab. 
Falls nicht energische Maassregeln getroffen werden, ist ein Versanden derselben 
nnvermeidlich. Gegenwärtig kann man, mit Ausnahme der Fluth bei Nippzeit, 
stets auf 5.1 Met. Wasser rechnen und bei Springzeit auf 6 bis 6.3 Met. Da 
jedoch erfahrungsmässig die Höhe des Wassers von der Stärke des Windes, 
sowie von der Strömung im Fluss (d.h. von den Regenverhältnissen im Innern 
des Landes) abhängig ist, so kann Niemand mit Sicherheit vorhersagen, ob 15 
bis 30 Centimeter Wasser mehr oder weniger vorhanden sein wird. Dieser 
Umstand, sowie die grosse Breite der Barre, deren Passiren also viel Zeit für 
Segelschiffe in Anspruch nimmt, machen es oft unmöglich, die flachsten Stellen 
zenau zur Zeit des höchsten Wassers zu erreichen. Im Uebrigen ist das Ein- 
und Auslaufen gänzlich gefahrlos, da selbst im schlimmsten Fall, wenn das 
Schiff mitten auf der Barre stecken bleiben sollte, keinerlei Gefahr für dasselbe 
entsteht, da der Grund schr weich ist. 
5. Die in Para und Georgetown (Demerara) ermittelten Preise für Proviant, 
Kohlen und Wasser waren nach den von Capt. Donner gemachten Erhebungen 
folgende: 
Para, Frisches Rindfleisch ist stets und frisches Schweinefleisch nur 
Sonntags zu haben; ersteres kostet ‚A 1.10 und letzteres 4 2.20 pro Kilo. 
Frisches Brod kann bis zu 300 Kilo pro Tag erbacken werden; dasselbe ist 
gut und wurde pro Kilo „A, O.ss bezahlt. 
An Dauerproviant waren nur kleine Quantitäten vorhanden und wurden 
folgende Preise ermittelt: Bohnen ‚A 30.20, Splitterbsen „A 35.20 und Reis 
AM. 13.20 pro 50 Kilo; Kaffee „4 19.s0 pro 16 Kilo; Essig AM 2.64 pro Gallon; 
Thee A 5.68 pro Pfd.; Mehl „A 6l.eo pro 100 Pfd. enel.; Salzrindfleisch 
M. 165.00 und Salzschweinefleisch „A, 151.80 pro 200 Pfd. engl. Frische Kar- 
toffeln, aus Lissabon importirt, A, 4.40 pro 16 Kilo. 
Kohlen frei an Bord pro ton A, 66.00 bis 79.20. 
Wasser ist kostenfrei aus einem kleinen Flusse Una zum Kochen zu ent- 
nehmen und Trinkwasser ist in sehr guter Qualität von der städtischen Wasser- 
leitung, frei Bohlwerk, für A 4.40 pro Piepe zu haben. 
Georgetown (Demerara): Frisches Rindfleisch kostet 20 Cents, frisches 
Schweinefleisch 22 Cents, Hammelfleisch 38 Cents, Kalbfleisch 24 Cents und 
frisches Brod 10 Cents pro Pfd. in vorzüglicher Qualität, 
Salzrindfleisch kostet 18 Dollars, Salzschweinefleisch 32 Dollars, Mehl 
12 bis 14 Dollars, Erbsen 12 Dollars, Bohnen 14 Dollars und Reis 6 Dollars pro 
100 Pfd.; Kaffee 36 Cents und Thee 1.so Dollars pro Pfd.; Zucker 8 Dollars pro 
100 Pfd.; Rum einheimischer 1.so Dollars und importirter 2.so Dollars pro Gallon. 
Kohlen sind nicht immer mit Sicherheit als vorhanden anzunehmen und 
sind, wenn voıhanden, mit 14 bis 18 Dollars zu bezahlen; Zahlung erfolgt 
asancemässig in Z-Sterling und hat dasselbe einen festen Cours von 4.80 Dollars. 
Wasser wird während der Regenzeit aus Cisternen, sonst aus dem Fluss 
entnommen und gegen geringe Vergütung längsseit geliefert.?) 
6. Eine Bestimmung der Lage der rothen Tonnen auf der Panella-Bank 
in dem Hafen von Bahia, deren richtige Angabe in der britischen Admiralitäts- 
karte No. 506 (Tit. VIII, No. 54) in Folge des Festlaufens des Deutschen 
Dampfers „Salier“ bezweifelt worden war, ergab, dass sie genau mit der in der 
betreffenden Karte angegebenen übereinstimmt, 
') Vgl. „Ann. d. Hydr.“, 1875, pag. 97; The West India Pilot, Vol. I, 1872, pag. 52. 
2) s. West India Pilot, Part. I, 1872, pag. 50 —52, 
3) Einige Notizen über die Verproviantirung von Kriegsschiffen zu Montevideo und Santos 
nach den Krfahrungen des Capt, Donner sind weiter unten in diesem Heft pag. 97 mitgetheilt, 
A. d. BR.
	        
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