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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

Vorbemerkung. 
Ueber die von dem Hydrographischen Bureau der Kaiserlichen Admiralität 
in Augriff genommene Bearbeitung von Segelanleitungen für die deutschen Küsten 
der Ost- und Nordsee, der beiden Belte, des Sundes, des Kattegat und des 
Skagerak sind in dem November-Hefte der „Annalen der Hydrographie und 
maritimen Meteorologie“ (1877, XI, pag. 523) einige einleitende Bemerkungen 
gegeben worden, auf welche hier verwiesen wird. 
| Die in diesen Segelanleitungen gegebenen Peilungen sind stets miss- 
weisend. 
Die Tiefen-Angaben beziehen sich auf den mittleren Wasserstand. 
Die Küste nördlich von Memel. 
Die russische Küste nördlich von der preussischen Grenze ist niedrig und 
fast ohne Unterbrechung bewaldet, Sie besitzt nur wenige Punkte, die einem 
vorbeisegelnden Schiffe zur Orientirung bezeichnet werden können, © 
Von WINDAU sieht man bei klarem Wetter in beträchtlichem Abstand 
einen hohen schlanken und einen niedrigen stumpfen Thurm, sowie mehrere 
Windmühlen. 
STEINORT oder STEENSORT heisst zwischen Windau und Libau ein 
Küstenvorspruug, welcher durch eine weisse Bake in Form einer abgestumpften 
Pyramide bezeichnet ist. , 
LIBAU hat zwei grosse Kirchthürme, welche weit in See hinaus sichtbar 
sind. Der eine verjüngt sich in mehreren Aufsätzen nach oben, und ist weiss, 
mit kleiner, grüner Kuppel, der andere ist roth (Rohbau) und trägt eine 
schlanke, graue Pyramide. Ausser diesen beiden hohen Thürmen ist noch ein 
kleinerer gelber Kirchthurm mit rother Spitze vorhanden. Sonst erkennt man 
bei der Annäherung noch folgende Objecte: 
Den rothen eisernen Leuchtthurm, auf welchem ein weisses festes Feuer 
mit Blinken brennt; den kleinen weissen, runden Thurm des rothen Hafenfeuers 
mit grüner Kuppel und einen grösseren weissen, viereckigen Thurm mit grünem 
Dach; alle drei Thürme befinden sich in der Nähe der Hafeneinfahrt, 
Zwischen Libau und Memel erheben sich an einigen Stellen der Küste 
niedrige bewaldete Hügel, welche die vollkommen ebene Gegend kennzeichnen. 
Sonst ist Alles einförmiger, niedriger Nadelwald mit einem Saume kleiner weisser 
Vordünen am Strande; von Dörfern oder Gehöften ist wenig oder nichts zu 
orblicken. Jene etwas höheren Waldpartien sind folgende: 
DIE SIEBENBERGE, eine Reihe zusammenhängender Hügel, die nur 
sehr wenig hervortreten. 
Der Wald von POLANGEN, der am Strande einen Hügel mit einer 
von Bäumen umgebenen Kapelle einschliesst. Nördlich vom Walde liegt das 
russische Grenzstädtchen Polangen. Man sieht von demselben nur wenige 
Häuser, Die Kirche, ein weisses Gebäude in Kreuzform mit grauem Dach, trägt 
in ihrer Mitte eine kleine grüne Thurmspitze. Sie liegt zwischen den Bäumen 
des Ortes sehr versteckt und ist erst in grösserer Nähe der Küste zu erblicken. 
Besser markirt sich die grosse Windmühle von Polangen, welche ziemlich frei steht. 
Auch auf preussischem Gebiet, welches südlich von Polangen seinen Anfang 
nimmt, setzt sich die Waldregion fort.
	        
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