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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Sturm ausartete,- so stand er doch in keinem Verhältniss zu der enorm hohen 
See, welche mit der Zeit von SSE auf West herumgegangen war, und aus dieser 
Richtung noch lief, nachdem der stürmische WNW und NW schon 10 Stunden 
geweht hatte. 
Eigenthümlicher Weise blieb der Wind nun nicht, wie es zu vermuthen 
gewesen wäre, aus nordwestlicher Richtung stehen, sondern ging am Vormittag 
des 26. August auf SW zurück und blieb in der Richtung SW--WSW, 6—8, 
in Begleitung eines schweren Seeganges und vielen Regens bis zum 28. August 
feststehen, bei dem verhältnissmässig sehr hohen Barometerstand von 765mm 
und 760mm, ; 
Teifun bei Nagasaki am 26.. August 1877, 
(Nach einem Bericht des Corv.-Capt. Valois, Commandant S, M, Kbt. „Nautilus“.) 
Am 25, August d. J. war das Wetter bei Nagasakt noch klar und schön; 
während des ganzen Tages wehte ein NNE-Wind, von der Stärke 3—4, wobei 
zu bemerken .ist, dass dieser Wind während der letzten Monate sehr selten 
gewesen war; das Barometer fiel langsam von 755,7" auf 751.6"”- bis Mitter- 
nacht, zu welcher Zeit der Wind NEzN, von der Stärke 5—6, wurde. Der 
Himmel war von schweren Regenwolken bedeckt, welche mit grosser Geschwindig- 
keit in der Richtung des Windes zogen. Der Wind nahm nun stetig an Stärke 
zu und war sehr böig geworden, auch sank das Barometer immer tiefer (siehe 
nebenstehende Tabelle), Um 3 Uhr des Morgens am 26. August wehte ein 
schwerer Sturm, und waren alle Anzeichen eines näher kommenden Teifun’s 
vorhanden. Zwischen 7 und 8 Uhr des Morgens hatte der Sturm seine grösste 
Stärke (9—10), während schwere Regenböen vorüberzogen, von denen einzelne 
von so grosser Kraft waren, dass man durch die vom Winde zu Schaum ver- 
wandelten Wassertheile beinahe den Eindruck hatte, sich in einem Schnee- 
gestöber zu befinden. 
Das Barometer erreichte 9* 30=ir. a, m. seinen tiefsten Stand 727.0“, 
der Wind hatte inzwischen sich von NNE auf NzE gedreht. Nach 9* 30=in. 
fing das Barometer an, sehr schnell zu steigen, und auch der Wind änderte 
schnell seine Richtung, schon um 10% wehte er aus NNW und der Luft- 
druck betrug 729.4m-, Hierauf flaute der Wind schnell ab, so dass derselbe 
um 4% p. m. West (2—3) war und das Barometer 750.4" zeigte. Der Teifun war 
bereits vorübergezogen. Um 1* p. m. hatten die Regenböen aufgehört, und der 
Himmel klarte langsam auf, 
Nach den Angaben der nebenstehenden Tabelle hat sich Nagasaki auf 
der linken Seite des Centrums des Teifuns befunden, und muss dieser, etwa 
70—80 Seem. entfernt, bei Nagasaki in einer nach Norden gekrümmten Richtung 
vorübergezogen,. sein,.. ohne Nagasaki selbst zu berühren. Nach eingezogenen 
Erkundigungen ist der Teifun besonders heftig bei Kagosima gewesen. An 
demselben Tage, am 26. August, wehte der Wind sehr stark in Yokohama, doch 
nicht mit der Stärke eines VTeifun’s, auch fiel dort das Barometer nicht tiefer, 
als bis 759,40,
	        
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