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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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(Oberer Mississippi und Missouri das 
2—3fache der normalen); die erstere 
fel zum grossen Theile während des 
Fortschreitens des Orkans am 16. und 
17., die letztere während der Ausbil- 
dung des Minimums V vom 5. bis zum 
9.; und die geringe Regenmenge in 
den Golfstaaten, welche kaum */s der 
gewöhnlichen betrug. In der Gegend 
der Seen, des St. Lorenz und des 
Dhio, sowie in Minnesota war die 
Regenmenge ungefähr normal. 
höhe des Monats auf das Doppelte, 
in einzelnen Gebieten Nordwest- 
Deutschlands sogar auf das Dreifache 
der normalen; ähnlich war es am Nord- 
abhange der Alpen, am Südabhange 
wurde indessen die normale Regen- 
menge nicht erreicht. 
In Amerika war demnach der September 1877 jenem vom 1876 in vielen 
Stücken entgegengesetzt, indem der letztere einen mehr. winterlichen Charakter 
(hoher Druck im NW, tiefe Temperatur), der erstere einen mehr sommerlichen 
Anstrich trug (hoher Druck im Osten, tiefer im NW, hohe Temperatur, beson- 
ders (relativ) im NW, starke Regen in den Golfstaaten); namentlich war die 
Regenvertheilung in beiden Monaten eine fast ontgegengesetzte. 
Dagegen waren in Europa die Septembermonate von 1876 und 1877 nur 
mehr gradweise verschieden. War schon der September 1876 allgemein sehr 
kühl, so war der diesjährige so ausserordentlich kalt, wie seit Beginn der 
regelmässigen Beobachtungen in Centraleuropa, d. h. seit mehr als 100 Jahren, 
nicht vorgekommen ist. Die niedrigsten Mitteltemperaturen des Septembers aus 
den letzten 30 Jahren — dieselben fallen zumeist auf die Jahre 1849—1851, 
1863—1864 und 1870—1871 — waren an den meisten Orten noch immer 1 bis 
2 Grad höher, als jene des diesjährigen Septembers. Die abnorme Häufigkeit der 
Winde aus NW bis NE war gewiss eine der wesentlichsten Ursachen dieser 
merkwürdigen Kälte; doch genügt dieselbe allein und ohne Weiteres gewiss 
nicht zur Erklärung derselben, da die Witterung ausser von der Windrichtung 
von sehr vielen anderen Ursachen bestimmt wird. 
Aus den Reiseberichten S, M. S. „Medusa‘‘, Corv.-Capt, Hollmann.) 
Sturm vom 24. zum 25. August 1877 im Atlantischen Ocean. 
Der Commandant S. M. S. „Medusa“, hat über diesen Sturm, welchen er, 
auf der Reise von Dartmouth nach Madeira, im Atlantischen Ocean angetroffen 
hat, nachstehenden Bericht eingesendet. 
„Im Laufe des 23. August 1877 flaute der Wind vollkommen ab, die Luft 
wurde klar und .hell, es. bildete sich der schönste Tag heraus, den wir seit der 
Abreise von Kiel zu verzeichnen gehabt hatten. 
Das Barometer erreichte am Abend den hohen Stand von 779.87», Um 
zo überrraschender war der Umschlag, welchen das Wetter nun in kürzester 
Zeit und in rascher Folge erleiden sollte. Um 11* Abends kam ein leichter 
züdlicher Wind auf, unter dessen Einfluss der Himmel sich rasch mit „nimbus“ 
bezog, und welcher, indem er ganz gleichmässig an Stärke zunahm, bei fallendem 
Barometer am Vormittag des 24. August nach SSE und am Mittag nach SE ging, 
und von dieser Zeit an yon sehr heftigem Regen begleitet war. 
Um 4* p. m. wurden bei Windstärke 9 drei Reffe in die Marssegel gesteckt, 
aber noch Kurs (WSW) mit 11 Seem. Fahrt gelaufen, Das etwa 1%» die Stunde 
fallende Barometer, sowie der unaufhörliche starke Regen und die sehr drohend 
aussehende Luft machten es mir zur Pflicht, auf das mögliche Herannahen einer 
Cyklone Bedacht zu nehmen und danach die weiteren Maassregeln zu treffen. 
Ich liess um 5!/2* p. m., über Steuerbordbug beigedreht und bei Windstärke 10, 
alle Segel dicht reffen und das Grossegel festmachen.
	        
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