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6. Insel Oneeheow oder Niihau.
Cook’s Ankerplatz, an der SW-Seite der Insel, ist der hohen nord-
westlichen Dünung, welche häufig hinein steht und in einiger Entfernung von
der Küste Brandung erzeugt, ausgesetzt. Der Grund besteht aus grossen Felsen
und an einigen Stellen aus Sand. Nahe am Strande stehen einige Hütten, eine
Kirche, sowie ein Galgen, welcher zum löschen und laden von Booten be-
nutzt wird, ,
Ankerplatz, I, Br. M. S. „Peterel“ ankerte auf 16.5 Met. Wasser, Sand
und Felsengrund, als die Insel Tahoora SW, das Ende des bei der Spitze Kona
befindlichen Riffes N°AE, und die Kirche NEzE!/4E peilten.
Landungsplatz. Der Landungsplatz im nordöstlichen Theil der Bucht
ist durch einige Felsen, die einen natürlichen Wellenbrecher bilden, geschützt
und befindet sich gleich innerhalb einer Lavastelle, welche, von See gesehen,
wie eine Landspitze aussieht. Bei gewöhnlichem Wetter ist eine Landung leicht
ausführbar, aber bei hoher Dünung ist ein Landen unmöglich,
Segelanweisung. Den von NEkommenden, nach Cook’s Ankerplatz bestimmten
Schiffen, wird anempfohlen, nördlich des Eilandes Orechoua, welche nahe der Nord-
spitze der Insel Oneeheow liegt, und längs der westlichen Küste der Insel Onee-
heow zu steuern, da der Passat an dieser Seite der Insel eine mehr nördliche
Richtung hat.
Von der kleinen Insel Oreehoun muss man !/a Seem., und von der steil
und schroff erscheinenden Westküste der Insel Onecheow muss man ungefähr
2 Kblg. abbleiben. Die Spitze Kona, welche ungefähr 5 Seem. in Nord von
Cook’s Ankerplatz liegt, ist eine lange, niedrige, sandige Landspitze, in deren
Nähe, 3 Met. unter der Meeresfläche, eine Klippe liegt. Dem Riffe, welches
sich in kurzer Entfernung ausserhalb dieser Klippe erstreckt, darf man sich
nicht mehr als auf %/4 Seem. nähern, wo man Tiefen von 24 bis 27 Met. erhält.
Von hier nimmt die Wassertiefe nochmals zu, so dass man mit 36 Met. Loth-
leine keinen Grund erhält, bis der Landungsplatz EzN peilt, woselbst die
Wassertiefe wieder allmählich auf 22 bis 16.5 Met. abnimmt.
Da die Dünung beinahe ohne vorherige Anzeichen in die Bucht einsetzt,
müssen Segelschiffe stets segelfertig liegen, um bei den ersten Anzeichen
nach See flüchten zu können.
Proviant, Walfischfänger kommen zuweilen nach Cook’s ‚Ankerplate, um
frisches Fleisch einzunehmen, jedoch da die Schafe nur wegen ihrer Wolle allein
gehalten werden, ist frisches Fleisch nur in sehr geringen Quantitäten zu
bekommen.
Während des Aufenhaltes I. Br. M. S. „Peterel“ sollten sich nach Angabe
ungefähr 70,000 Schafe auf der Insel Oneeheow befinden. -
Winde. Zur Zeit als I. Br. M. S. „Peterel“ zwischen den Sandwich-
Inseln, in den Monaten September, October und zum Theil noch im November,
kreuzte, wurde der Passatwind häufig von Regen, Windstillen und südlichen
Winden, mit Ausnahme in den zwischen den Inseln befindlichen Fahrwassern,
unterbrochen.
An den West- und SW-Seiten der Insel Mowee waren südöstliche Winde
vorherrschend, jedoch wurden dieselben gelegentlich von dem über die niedrige
Meorenge wehenden Passatwind unterbrochen. Die südöstlichen Winde wurden
bis in die Kamalia-Bucht und bis nach Makee’s Landungsplatz gefühlt.
Während der Nacht ist nahe den Inseln Windstille vorherrschend.
Zusätze zu der Beschreibung einzelner Häfen auf den Inseln
Tortola, San Domingo und Jamaica. Grosse Antillen.
Nach den Berichten verschiedener Commandanten britischer Schiffe sind
in der „Hydrographic Notice“ No, 17, London, 1877, nachstehende Zusätze zu
den in dem „West-India Pilot“, Vol. 2, enthaltenen Beschreibungen veröffentlicht
worden. Die dabei vorkommenden Peilungen sind missweisend.