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Tage der Wind auf NW und NWzW, die ostnordöstliche Dünung verminderte
sich jedoch sehr langsam. Vom 17. bis 20. Juli blieb der Wind günstig, wenn
auch flau, zwischen SSE und SSW schwankend, Der Kurs war auf die Insel
Rasa (d. h. niedrige Insel) gesetzt, um die geographische Lage derselben be-
stimmen zu können. Am 20. Juli, Mittags 12 Uhr, nach dem Besteck in
24° 26.3‘ Nord, 130° 58.2‘ Ost von Greenwich, sollte die Insel recht in der
Kurslinie (N 76° E) 10 Scem, voraus sein. Trotz guten Ausgucks von der
Marsraa war kein Land in Sicht; erst um 12 Uhr 30 Minuten kam die Insel
in Ost, also etwas an Steuerbord, in Sicht. Nach sorgfältiger Abstands-
bestimmung, unter Annahme eines Stromes, wie solcher für die vergangenen
24 Stunden gefunden war, d. i. nach N 72° E, O.s Seem. pcr Stunde, wurde die
geographische Lage der Insel bestimmt und zwar zu 24° 28.6‘ Nord-Br. und
131° 26.0‘ Ost-Lg. im Mittel aus drei Chronometerbestimmungen. Die in der
„List of reported dangers in the North-Pacific-Ocean“ (Washington, 1871, pag. 45,
No. 371) angegebene wahrscheinliche Lage ist 24° 26.0‘ Nord-Br. und 131° 5.0‘
Ost-Lg. Die Insel selbst?) ist ungefähr in ihrer grössten Länge, von NE nach
SW, 2.5 bis 3 Seem. lang und 40 bis 50 Met. hoch, mit kurzem Buschwerk hbe-
wachsen. Die Umrisse werden durch nachstehende Vertonung veranschaulicht.
ESESE
6—8 Seem. Abst.
+
Rasa -Insel.
Die Küsten sind steil abfallend, wenigstens an der Nordwestseite der
Insel, wo die See heftig dagegen brandete. Von einem Riff, welches sich von
der Nordspitze herausstrecken sollte, konnte Nichts bemerkt werden.
Von Rasa wurde der Kurs auf die Insel Dolores gesetzt, um die in der
erwähnten „List of reported dangers“ (sub No. 357 und 358) ausgesprochenen
Zweifel etwa zu berichtigen, Das nächste Mittagsbesteck ergab jedoch eine
ziemlich bedeutende nördliche Versetzung, und da der Wind die Wahl des
Kurses nicht gestattete, passirte S. M. S. „Hertha“ die (zu 24° 45' Nord-Br.
and 134° 10‘ Ost-Lg.) angegebene geographische Lage der Insel auf ungefähr
40 Seem. Abstand; somit konnte kein Ergebniss erlangt werden.
Vom SW-Monsun wurde während der. ganzen Reise nichts gemerkt.
Sobald der Wind westlich von Süd war, wurde es still; mit SE stellte sich
leichte Brise ein, welche am 23. Juli auf ESE und Ost ging, stetig auffrischend
bis zu Stärke 6. Am 24. Juli kam plötzlich eine sehr hohe südsüdöstliche
Dünung auf, jedoch ohne jegliche Aenderung der Windrichtung. Am 25. und
26. Juli hatte das Wetter ein drohendes Aussehen, bei einem für die Gegend
abnorm hohen Barometerstand (763.6”). Die Dünung blieb dieselbe und da
das Schiff mit dem östlichen Winde bis in die Nähe der Küste von Japan ge-
kommen war, musste mit Backbordhalsen nach Süden gewendet werden. Die
Segelführung blieb, der hohen recht von vorne kommenden Dünung wegen, eine
beschränkte.
Mit allmälig sich nach südöstlicher Richtung drehendem Winde kam am
29. Juli die Insel Aoga in Sicht und waren wir am 30. Juli Mittags ungefähr
5 bis 6 Seem. von derselben entfernt. Mittags-Breite und Peilung ergaben für
die Insel dieselbe Breite, wie solche seiner Zeit von uns ermittelt worden war,
a. ji. 32° 28.5‘ Nord. Die Länge jedoch stellte sich im Mittel aus drei Chrono-
4) Vgl. Findlay’s Nortlı Pacific Directory, 1870, pag. 890, wo auch verschiedene Angaben
für die Position dieser Insel enthalten sind. Die der Bestimmung S. M. S. „Hertha“ am nächsten
kommende ist die der Bark „Aurore“, nämlich zu 24° 29° Nord-Br. und 131° 12‘ Ost-Lg.z immerhin
st die Lage der Insel bisher zu weit westlich (um 46 bis 14 Bogenminuten) angegeben. Vgl. ferner
auch Rosser-Inmray, North Pacific Pilot, Part. II, 1870, pag. 122, mit Ansicht der Insel, nach
Peilung der Mitte der Insel in SSE, 10 Seem. Abstand: '"Uhe China Sea Directory, Vol. IV,
1873, pag. 134. A. a. R.