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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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April kühleres Wetter. Am 7. März war starker Wind, so dass nur ein Boot 
mit Ladung an Bord geschafft werden konnte; am 13. April war der Wind 
stürmisch, Stärke 7, . 
Im Südost-Monsun ist (nach Capt. Rohtbar) der beste Zeitpunkt, die 
Guano-Boote vom Strande abzuholen, wenn die Fluth die Steine an der Meeres- 
kante des Riffes zu überfluthen beginnt; es ist alsdann schon Wasser genug 
vorhanden, um die Boote flott zu machen, und man kann ‚warten, bis sich die 
Brandung an der Aussenkante verliert. Vom Schiffe aus muss dann das Signal 
gegeben werden, ob es rathsam ist, das Riff zu verlassen, oder ob man an das 
Land zurückkehren muss. : 
. Treibholz wurde selten gesehen; wenn es aufgefischt wurde, zeigte es 
wenig Spuren, dass es längere Zeit im Wasser. gewesen war. Seegras schien 
in kleinen Mengen am Riffe zu wachsen. 
Beschreibung des Hafens von Point de Galle und Segelanweisung 
für denselben. Insel Ceylon. 
Die nachstehende Beschreibung des Hafens von Point de Galle und die 
Segelanweisung für denselben, welche, auf Grund neuer Original- Mittheilungen 
des:der früheren Indischen Marine angehörigen Commander A. Dundas Taylor, 
jetzigen Vorstandes der Vermessungs-Arbeiten der Indischen Regierung, die in 
dem „West Coast of Hindostan Pilot“ (1866) gemachten Angaben ergänzt und 
zum Theil berichtigen, sind der „Hydrographic Notice“ No. 7, von Calcutta, 1877, 
entnommen. Die dabei vorkommenden Peilungen sind missweisend; die Variation 
ist für das Jahr 1877 zu 0° 55‘ Ost angegeben. ; 
Ansegelung von Point de Galle!) Die Bucht von. Point de Galle 
liegt zwischen dem gleichnamigen Fort und dem östlich davon gelegenen sich 
abdachenden Lande, auf dessen höchstem Theil, in einer Höhe von 81 Met. eine 
weisse Säule steht, welche Edward’s Pillar benannt ist. Von hier erstreckt sich 
das Land nach SE und ‚endigt in der niedrigen Oonawatty-Spitze, welche sich 
weiter nach See zu erstreckt, als die schroffe SW-Spitze. Die Watering-Spitze 
bildet die östliche Grenze des Hafens; auf derselben. steht ein weisser Thurm, 
Die Spitze ist ein steiles felsiges Vorgebirge und liegt etwas über 1 Seem. in 
ESE'LE von dem Point de Galle-Leuchtthurm. Die gegenwärtige Hafeneinfahrt 
ist nur schmal, und der Ankerplatz ist durch die zahlreichen, gefährlichen, von 
0.9 bis 4.6 Met, unter der Meeresfläche liegenden Riffe sehr beschränkt. Im 
Innern der: Bucht befindet sich ein von Kokospalmen eingefasster, niedriger 
Sandstrand, und beinahe in der Mitte der Bucht liegen zwei felsige Vorgebirge, 
welche unter dem Namen G4ibbet Island und Glosenburg bekannt sind. 
Der :gegenwärtig von den Schiffen benutzte Ankerplatz, mit 11 bis 7 Met. 
Wasser, Sandgrund, ist an der Westseite der Bucht, querab vor dem Fort. Das 
Land in der Umgegend von Point de Galle ist verhältnissmässig niedrig und 
schlecht zu erkennen, dagegen ist die Lage der Bucht durch den auf der West- 
spitze derselben stehenden Leuchtthurm gut kenntlich. Auf dieser Spitze der Bucht 
ist auch das Fort und die Stadt erbaut; die nach See zu liegende Seite ist 
wegen einer Reihe Korallenriffe, auf welchen stets Brandung steht, unzugänglich. 
Von der erwähnten Spitze aus erstrecken sich einige Felseninseln, bis Yı Seem. 
weit nach Süden; sie sind aber leicht zu vermeiden, da sie sich über der Meeres- 
fläche befinden. Die Hauptgefahr besteht in der sehr starken, nach Ost oder 
West, je nach dem herrschenden Monsun, laufenden Strömung, welche über. die 
ausserhalb liegenden blinden Klippen hinwegsetzt, 
Der Hafen Point de Galle wird vielfach von Schiffen benutzt, welche hier auf 
Ordre. warten, da dieser Hafen mit allen Theilen von Indien, sowie über Aegypten 
mit Zuropa, und über Singapore mit China telegraphisch verbunden ist. Vor- 
4) S. „West Coast of Hindostan Pilot“, London 1866, pag. 39; „Indian Ocean Directory“ von 
Findlay, 1870, pag. 846; 1876, pag. 934; „Sailing Directions for the Bay of Bengal“ von Imray, 
1866, pag. 33; „Indian Ocean Directory“ von Rosser und Imray, 1874, pag. 426 und „The India 
Directory“, Part I von Horsburgh (Dundas Taylor), 1874, pag. 431. „Hydr, Mitth,“, 1874, 
pag, 229; „Ann. d. Hydr.“ etc., 1876, pag. 499. 
Ann, d, Nydr, 1877, Heft XI (December).
	        
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