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dem getödteten Thier genommen wurden; die aus dem Sand genommenen
waren von unangenehmem Geschmack. ‚Auf dem Riff wächst eine kleine, salzig
schmeckende Auster. : ,. OHR
Der auf Mütel-Eiland gegraäbene Guano wird in Säcke geschaufelt; in
Karren, die auf Schienen laufen, bis ans Ufer befördert und dort in die Boote
verladen. Ob je so viel Lichterfahrzeuge dort sein werden, um mehrere Schiffe
yleichzeitig beladen zu können, ist: fraglich, man‘ mag stets genöthigt- sein, die
Schiffsboote mit zu: benutzen. - Um. die Boote auf der See ‘zu halten, wird eine
Boje in einiger Entfernung vom Strand verankert, von ihr bringt man ein Tau
nach Land und befestigt es. dort um einen Stein; dieses Holtau wird 'am Vorder-
ınd Hinterende des Bootes festgemacht, es erleichtert natürlich auch An- und
Abholen des Bootes; alle Boote müssen mit Ankern und Segeln versehen sein.
Die Ladeplätze liegen an der. Nordseite yon Miütel-Eiland, sind -also- dem See-
gange sehr ausgesetzt.” u ul Au
Als man mit der Britischen Bark „Harwich“ die Inseln verliess und in die
Nähe des ungefähr NW'AN von Mittel: Eiland liegenden Ortes kam, an welchem
„Doubtful Bank“ in der, Karte, vermerkt ist, sah man getrübtes Wasser und
(bei ungefähr %/4 Fluth) hochlaufenden Seegang. Seit einiger Zeit hatte man
3—9 Faden (14.6—16.5 Met.) Wassertiefe gefunden, dort nahm sie plötzlich zu
4'/a Faden (8 Met.) ab, harter Sandgrund; man steuerte sogleich ungefähr NNE,
and die Wassertiefe wurde fast unmittelbar nachher grösser; bis zu 13 Faden
(24 Met.) zeigte sie jedes Werfen des Lothes zunehmend, im Ganzen erreichte
3ie 18—22 Faden (33-—40 Met.); die in der Karte eingetragenen 18 Faden
(33 Met.) liegen also näher an der Douwbtful Bank‘ (die also jetzt nicht mehr
zweifelhaft ist), vielleicht bis’ in weniger als 3 Seem, Entfernung von ihr. 2,
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"Die Browse -Insel.)” 0
(Nach Berichten des Capt. Roggenburg, Führer der Papenburger Brigg „ Ubbina“, und.des
Capt. Rohtbar, Führer des Bremer Schooners „ARio‘*.)%) ı, a
(Mit einer Skizze.) 3) ; , © ee
Browse - Insel ist eine. kleine, . kaum !/4 Quadrat-Seem. enthaltende unbe-
wohnte Insel, ohne Wasserquelle oder Lagune, deren Oberfläche einem ungleich-
seitigen Dreiccke mit abgerundeten Ecken ähnlich. ist... Sie, erstreckt sich
ungefähr in der Richtung NW---SE ca. 3 Met. über der. Marke des höchsten
Wassers, bei gewöhnlichem Hochwasser ca. 5 Met. über dem , Wasserspiegel.
Gegenwärtig sind drei abgesonderte Theile der Insel kenntlich: ein.Plateau, der
dasselbe. umgebende Strand, und das Riff, auf welchem jene ‚beiden liegen
(8. Skizze). . Die längste Seite des Plateau’s ist nicht läuger als 370 Met. Der
Strand steigt ziemlich flach an und besteht nur aus zerbrochenen Korallen und
Muscheln; Seegang und Gezeit ändern die Aussenlinioen des Strandes fortwährend;
nach den aufgespülten. Muscheln zu schliessen, muss, die. Brandung, bei
stürmischem Wetter bis nahe an die Kuppe der Insel laufen. ,; Der höchste
Theil der Insel ist nach Capt. Roggenburg vollkommen flach. und::mit , Vege-
tation bedeckt; diese, ein farnähnliches. Kraut, begann im Februar. zu keimen
und brauchte 6 Wochen, um bis zu ca. 1 Met. Höhe anzuwachsen.und, zahlreiche,
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9) S. „Australia Directory“, Vol. III, 1863, pag. 150. Ihre Lage ist, nach Raper 14°
4‘ Süd-Br. und 123° 30 Ost-Lg. . ; "Ad Ro
’2) Diese Berichte über die Browse-Insel, welche ebenso, wie die Lacepkde-Inseln (s. S. 586)
als Gnano-Inseln in neuerer Zeit eine grössere Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hat,. als ‚es früher
der Fall war, sind uns durch Herrn Plath in Hamburg zur Veröffentlichung in diesen „Annalen“
zugegangen.‘ Capt. Roggenburg war am 21. Februar 1877 mit der Brigg „Ubbina“ von Adelaide
aus bei dieser Insel angelangt und hielt sich dort bis Mai auf, Capt. Rohtbar war Mitte März bis
Juni d. J. auf dieser Insel anwesend, ; . . A. d. R-
3) Die Skizze der Insel Browse und des Strandes ist nach einer Copie gemacht, welche Capt.
Rohtbar von den Zeichnungen der Gesellschaft zur Gewinnung des Guano auf dieser Insel genommen
hat, Die Zeichnung des sie umgebenden Felsenriffes ist nach seinen eigenen Angaben ang ertigt,
A. d. R.
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