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Das Grund- oder Gürtelriff, wolches die Inseln umgiebt, scheint aus-
gedehnter zu sein, als die Karte zeigt. Es ist an der Nordseite nicht zusammen-
hängend, doch liegen abgesonderte Riffe oder Ucberreste des früher zusammen-
hängenden Riffs nördlich und nordöstlich von Mittel-Eiland, ungefähr da, wo die
Admiralitätskarte Klippen angiebt, .
Der Nordseite der Inseln sollte man sich nicht mehr als bis zu 1%,
höchstens bis zu einer Seemeile nähern; innerhalb 1!/2 Seem. Entfernung ist
der Ankergrund sehr schlecht. Der beste Ankerplatz ist: das einzige aus
Stein gebaute Haus am NE-Ende von Mittel-Eiland S—5SzE peilend und
1%/2 Seem, entfernt, Wassertiefe 4!/2 Faden (9 Met.) bei Niedrigwasser und
Springzeit. An andern Stellen ist der Grund so voll Klippen, dass die
Ankerketten von Schiffen sich bei wiederholtem Schwaien um die Steine gelegt
hatten. Dadurch kann die Kette in einer Bö bei hohem Seegange brechen, oder
der Anker kann seinen Halt verlieren, und es ist fraglich, ob ein zweiter, und
selbst ein dritter Anker in solchem Boden das treibende Schiff hält. Die Rhede
ist geschützt gegen Wind und See von WSW durch S bis SE, aber offen gegen
Wind und See von West durch Nord und Ost bis ESE.
Die Gezeiten laufen ungefähr gleich lang, jede 6 Stunden, nur der
Wasserweg an dem Südstrande und der oben erwähnte Bootskanal machen eine
Ausnahme. ‚Bei steigendem Wasser setzt nämlich der Strom nicht eher in den
Kanal hinein, als bis das Grundriff bedeckt ist. Das Steigen und Fallen bei
Springzeit beträgt ungefähr 18 Fuss oder 6 Met., die Geschwindigkeit der
Springzeit 4’! Seem. in der Stunde. Die Richtung der Gezeitenströmung ist
parallel der Linie, in welcher die Inseln liegen; ist die Strömung schwach, so
liegt das Schiff in den Wind oder quer Wind und Strom.
An der Ostseite des Grundriffs muss ein Zusammentreffen von Strömungen
oder Gezeiten stattfinden, dort bildeten sich nämlich Stromwirbel, in denen
Schiffe bei leichter und mässiger Brise dem Ruder Gehorsam versagten. NE-Wind
bringt hohe Dünung, die bei Mondwechsel 3 Tage anhält; der Seegang soll so
hoch laufen können, dass er die hohen Stellen der Insoln bespült, zuweilen
sollen die Inseln vollständig überschwemmt sein.
Frisches Wasser ist nicht auf den Inseln vorhanden, theils bringen es
die Schiffe für die Bewohner mit, theils holt es ein Leichter ‚yon Beagle-Bay am
Festlande. Dorthin könnte auch ein Schiff segeln, wenn solches nicht etwa als
Abweichung von der Reise betrachtet werden könnte.
Die Eingeborenen in Beagle-Bay sind durch den Menschenraub ciniger
Perlfischer scheu und feindselig geworden. Sie sollen nicht gestatten, dass man
im Lande weiter, als bis zur Quelle geht, aber gern für eine Entschädigung
durch Hartbrod, am liebsten für Schildkröten, Wasser in die Boote bringen.
Ihre Waffen sind nur Speer und Wurfsichel, beide aus einem harten, röthlichen
Holze gemacht; der Speer hat nicht einmal einen Stein oder eine Gräte
als Spitze.
Der Wind war von Ende Februar bis zu den ersten Tagen des April,
meistens südlich, leicht und mässig; im April war der Wind mehr östlich, noch
nach dem 20, Mai ist jedoch SW-Wind notirt, Ende Mai und im Juni ist starker und
mässiger östlicher und südöstlicher Wind vorherrschend. Morgens verändert der
Wind am meisten, zuweilen kam Morgens eine Art Landbrise von den Inseln.
Regen fiel nur während eines Sturmes aus NNE am 13. bis 14. April. Zwei
bis drei Tage vor und selbst nach Voll- und Neumond wehte in starker Brise
eine Art Harmattan aus Ost und ENE; ‚er führte eine aussergewöhnlich
trockene und Alles austrocknende Luft mit sich.
Das Schiffs- (Quecksilber-) Barometer stie® von Mitte März bis Ende
März wenig, in der ganzen Zeit von Mitte März bis Mitte Juni aber um 0.3“=7.6"P-;
Die Temperatur bei einem au Bord ziemlich geschützt hängenden Thermometer
blieb sich von Mitte März bis in die ersten Tage des Mai ziemlich gleich,
von Anfang bis Ende Mai nahm sie um 5.6° C., von Anfang Juni bis in die
zweite Hälfte des Juni um weitere 5.6° C. ab.
Mitte März legten und brüteten die Vögel und zwar bis Ende April, zur
selben Zeit kamen viel Schildkröten hierher, um Eier zu legen, die sie tief in
den Sand vergruben: die Schildkröteneier schmeckten aber nur, wenn sie aus