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zurückging, um schliesslich mässig von NE durchzukommen. Hierbei erreichte
man 30° Nord-Br. in 23.0° West-Lg. am 7. November. Der östliche .Wind
war nur von kurzer Dauer, denn nachdem er etwas länger als einen Tag ge-
weht hatte, setzte ein leichter SW-Wind ein, der.bald stärker wurde, und in
25.8° Nord-Br. und 22.5° West-Lg. zum Sturme mit Stärke 10 ausartete. .. All-
mählich abflauend, blieb der Wind von derselben Richtung; erst nachdem 20°
Nord-Br. am 14. November in 19.s° West-Lg. geschnitten war, stellte sich be-
ständiger, wenngleich. schwacher und sehr nördlicher Passat ein, mit dem man
10° Nord-Br. am 21. November in 22.6° West-Lg.. erreichte. Nunmehr. wurde
der Wind allmählich östlich und südöstlich, und schnitt man mit diesem, ohne
durch Stillen und veränderliche. Winde aufgehalten zu sein, den Aequator am
29. November in 30.2° West-Lg., nach einer 34tägigen Reise. .
Am vorhergehenden Nachmittage peilte man die ‚Insel St.. Paul W108
16 Seem, entfernt. Eben nördlich und südlich des Aequators: wurde eine
Strömung beobachtet, welche nach WzS mit. einer Fahrt von 1 Seem. die Stunde
setzte. Ein frischer SE-Passat, welcher mit zunehmender Breite nach und. nach
östlicher und nördostlich lief, brachte das Schiff nach 10° Süd-Br. in 34° West-Lg.
und am 7, December. nach 20° Süd-Br. in 36° West-Lg.; Cap Roque wurde
in einem Abstande von ungefähr 30 Seem. passirt. Nachdem der Wind südlich
von 20° Süd-Br. eine volle Drehung rechtdrehend ausgeführt hatte, traten wieder
östliche Winde auf, welche‘ vorwiegend eine nordöstliche Richtung hatten, in
27.5° Süd-Br. aber sehr veränderlich wurden. Mit westlichen Winden gelangte
man am 17. December nach 30° Süd-Br. in 46.5° West-Lg. In 33° Süd-Br.
stellten sich abermals günstige NE-Winde ein, die bis ungefähr 40° Süd-Br. an-
hielten, dann aber westlichen Winden Platz machten. Diese waren grösstentheils
mässig und schwankend zwischen SW und NW, so dass 50° Süd-Br. am 4. Januar
1877 in 65.2° West-Lg. erreicht wurde. Am Nachmittage des 7. Januar trieb
die Bark in einer Entfernung von 2 Seem. unter Cap St. Diego, bei veränder-
lichen Winden und Windstillen, Der Capitain hatte dabei Gelegenheit, von 12 Uhr
Mittags bis 6 Uhr Nachmittags eine Strömung SzW 7 Seem.,, und später von
5 Uhr Nachmittags bis Mitternacht eine solche von NzE 13 Seom. zu beobachten.
Mit. rasch zunehmendem West-Winde war die „Anna Bertha“ kaum durch die
Strasse Le Maire passirt, als ein heftiger SW-Sturm durchbrach, der
indess bald nordwestlich abflaute, Zwei Tage später stellte sich ein neuer SW-
Sturm ein, Den Meridian des Cap Horn passirte man am 15. Januar in’57.6° Süd-
Br. nach 81 Tagen von Lizard; Auf der Weiterreise im südlichen Stillen Ocean
waren ‚anfangs nordwestliche Stürme dem. Fortgange der. Reise hinderlich.
50° Süd-Br. erreichte man am 25. Januar in 82.3s° West-Lg. während eines
schwachen SSW-Windes, und 40° Süd-Br. in 80.s° West-Lg. am 2. Februar bei
mässigem NW-Winde. Ein leichter SE-Passat setzte in 26.8° Süd-Br. und 78°
West-Lg. ein. Derselbe brachte das Schiff am 12. Februar .nach 20° Süd-Br.
und. 78.2° West-Lg. Nach einer kurzen Windstille frischte der Wind östlich
auf, um dann bei Annäherung ‚an‘ die Küste mehr südöstlich zu holen. .Am
16. Februar erreichte die „Anna Bertha“ nach einer Reise von 113 Tagen von
Lizard ab ihren Bestinmmungsort Callao.
2. Reise der Papenburger Schoonerbrigg „Wilhelm & Joseph“, Capt. C. Hille.
_ Die Papenburger Schoonerbrigg „Wühelm & Joseph“, Capt: C. Hille,
stand am 22. März 1876 in 48.2° Nord-Br. und 7° West-Lg. ausserhalb des
Kanals und setzte von dort ihre Reise von Hamburg nach La Guayra fort. Mit
NE-Wind konnte südwestlich weg gehalten werden; allein schon am 2, Tage in
44.6° Nord- Br. lief der Wind.südwestlich. 40° Nord-Br. wurde am 29, März
in 14.2° West-Lg. geschnitten. . Mit dem bald darauf durch Nord nach Ost um-
laufenden Winde, aus welchem sich der Passat entwickelte, kreuzte das Schiff
30° Nord-Br. am 7. April in 22.7° West-Lg. und 20° Nord-Br. am 14, April in
35.0° West-Lg., letzteren Parallel bei einem steifen Ost-Winde. " Mit mässigem
Passatwinde, der fast immer nahezu Ost war, und von der Strömung begünstigt,
ging die Reise in gewöhnlicher Weise vor sich... Auf dem 13. Grad nördlicher
Breite wurde die Länge abgelaufen. Die Insel Barbados bekam man am 26. April
in Sicht. Auf der Weiterreise passirte man St. Lucia und St. Vincent am
27. April, die Orchila- Inseln am Nachmittage des 29. April und ankerte am
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