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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Washington und den Mount Mitchell lieferten, sind im extenso in dem Jahres- 
bericht für 1873 veröffentlicht. 
Neben diesen Expeditionen muss jene auf der Insel St. Paul (Behrings- 
meer) erwähnt werden, welche letztere seitdem in eine vollständige permanente 
Station umgewandelt ist, die höchst interessante Aufschlüsse üben;das so wenig 
yekannte Klima der arktischen Meere sammelt. Dieselbe ist gegründet am 
18. August 1872, und die Beobachtungen haben seitdem ohne Unterbrechung 
fortgedauert. Endlich hat das Signal-Service bei der unglücklichen Nordpol- 
Expedition der „Polaris“ einen seiner Sergeanten, Frederic Meyer, mit- 
geschickt, mit allen erforderlichen Instrumenten; sein Bericht ist ebenf“!ls in 
dem Bande für das Jahr 1873 veröffentlicht. Die Geschichte dieser traurigen: 
Reise ist bekannt: abgegangen von New- York, am 29. Juni 1871, starb der Chef 
der Expedition, Capt. Hall, am 8. October, das Commando in unfähigen Händen 
zurücklassend. Nachdem der 82, Parallel überschritten worden war, ist der 
Sergeant Meyer mit 18 seiner Gefährten, worunter 8 Eskimos, von der 
„Polaris“ getrennt worden durch den Bruch der Eisschollen, welche das Schiff 
umgaben, wobei die werthvollen Beobachtungen, welche bis dahin von dem 
Repräsentanten des Signal-Service gesammelt waren, verloren gingen. Die 19 
Schiffbrüchigen sahen die Polaris sich entfernen, ohne ihnen Hülfe zu bringen 
und lebten vom 15. October 1872 bis zum 30. April 1873 auf einer treibenden 
Eisscholle, ohne Feuer, ohne anderen Schutz als eine Schneehütte und ohne an- 
dereLebensmittel, als einige bei dem Unglück gere£tete Provisionen und das Fleisch 
von Robben und Bären, bis zum Tage, da sie von der „Tigress“ aufgenommen 
wurden. Obwohl die werthvollsten Papiere verloren gegangen, ist der Bericht 
des Sergeanten Meyer sehr interessant, sowohl durch die Einfachheit, mit 
welcher er die Leiden der Schiffbrüchigen erzählt, als durch die Beobachtungen, 
welche er mit einem übermenschlichen Muthe fortgesetzt hat, während der 
ganzen Dauer seines Aufenthaltes auf der Kisscholle, wo er ohne Feuer 
während mehr als fünf Tagen, einer Temperatur von beständig unter — 40° 
ausgesetzt war. 
Neben diesen grossen Unternehmungen geht kein bemerkenswerthes 
Phänomen, Cyklon, grosser Sturm und dgl. vorüber, ohne dass das Signal-Service 
sofort einen seiner Offiziere an den Ort schickt, um eine Untersuchung an- 
zustellen. Die eingehenden Berichte, welche dabei erhalten werden, kommen 
in den Jahresberichten zur Veröffentlichung; im Jahre 1873 z, B., können wir 
hervorheben die Untersuchungen über den Cyklon vom 24—25. August in Neu- 
Schottland, jenen vom 22, März in Iowa, und endlich die Gewitter, welche vom 
14. bis 18. April in dem ganzen centralen Theile der Vereinigten Staaten ge- 
wüthet haben. 
5. Resultate, welche das Signal-Service erreicht hat. Wir 
haben oben bereits gesagt, dass das Signal-Service sich nur eine ganz be- 
schränkte Aufgabe gestellt hat, zu Wetterprognosen auf kurze Zeiträume hinaus 
zu gelangen, welche für den Handel, die Landwirthschaft und die Seefahrt 
nützlich wären. Es publicirt gleichzeitig die grösstmöglichste Masse von Be- 
obachtungen, um dieselben an alle zu vertheilen, welche dieselben zu benutzen 
wünschen; bis jetzt hat es jedoch alle Versuche zu Verallgemeinerungen und auch 
wissenschaftliche Untersuchungen unterlassen, welche es von einem speciellen 
und ausschliesslich praktischen Zwecke ableiten könnten.!) Um das Institut zu 
beurtheilen, muss man sich demnach vor Allem auf denselben Boden stellen, 
auf welchem es steht: man hat nicht zu fragen, ob es mehr, oder bessere wissen- 
schaftliche Arbeiten liefert, als analoge Institute anderer Länder, sondern blos 
ob es Erfolg hat auf der Bahn, welche es sich vorgezeichnet, und ob diese 
Baln selbst wirklich nutzbringend sei. Was den Erfolg betrifft, so ist nur an 
die oben mitgetheilte Thatsache zu erinnern, dass die Zahl der eingetroffenen 
. 1) Um Missverständnisse zu vermeiden, können wir nicht umhin zu bemerken, dass besonders 
bei dem gegenwärtigen, noch so wenig entwickelten Zustande der Meteorologie, die Arbeit an der 
Verbesserung der wissenschaftlichen Grundlage unbedingt Hand in Hand gehen muss mit der prakti- 
schen Anwendung des schon Gewonnenen auf die Wetterprognose, und dass dieser Gesichtspunkt 
auch von dem Signal-Service befolgt wird, wie seine zahlreichen Untersuchungen über Tornados ete. 
zeigen. Nur begiebt es sich dabei nicht auf das Feld der reinen Theorie, sondern begnügt sich 
mit der Bereicherung unserer Kenntniss von den Thatsachen, Der Uebersetzer.
	        
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