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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Jamit, zahlreiche Beobachtungen anzustellen und dieselben unmittelbar zu ver- 
arbeiten zum alleinigen Zweck, daraus Aussichten für die Witterung, auf kurze 
Zeiträume hinaus, abzuleiten. Gleichzeitig jedoch publicirt es alle die von ihm 
yesammelten Daten und vertheilt sie in liberaler Weise an die Gelehrten aller 
Länder, damit diese denselben diejenige weitere Verwerthung gäben, zu welcher 
es selbst nicht die Musse besitzt, Seit das neue System fertig organisirt ist 
und seine Fähigkeiten sich gezeigt haben, hat die Smithsonian Institution ihr 
Interesse für die meteorologischen Beobachtungen verloren, sie lässt dieselben 
nicht mehr anstellen, wie früher, sondern nimmt aus den Publicationen des 
Signal-Service für ihre allgemeinen Arbeiten die Daten in grösserer Reich- 
haltigkeit und Regelmässigkeit, als sie dieselben früher von ihren freiwilligen 
Beobachtern erhalten konnte. 
Dieses ist in kurzem die Geschichte der Gründung des meteorologischen 
Dienstes in den Vereinigten Staaten. Wir wollen nunmehr versuchen, dessen 
Organisation zu schildern, die vollständigste dieser Art in der Welt, und durch 
einige Beispiele ihr rasches Wachsthum und die Dienste, welche dieselbe zu 
leisten vermag, zu zeigen. 
l. Organisation des Dienstes. Personal und Instrumente. Das 
Signal-Service oder „Telegraphistencorps der Armee“ steht als solches unter dem 
Secretär des Krieges und hat zum unmittelbaren Leiter einen General der 
activen Armee mit dem Titel „Chief Signal Officer“, Seit der Gründung dieses 
Dienstes nimmt diese Stelle der General Albert J. Myer ein. 
Das ganze Personal, welches im Signal-Service angestellt ist, gehört zur 
Armee: die Vorsteher der verschiedenen Abtheilungen des Centralamtes in 
Washington sind Offiziere verschiedener Grade; jeder Station steht ein Sergeant 
vor, welcher den Titel „Observer-Sergeant“ führt und welchem (unter Um- 
ständen) als „Assistants“ Soldaten zugewiesen sind. Durch diese Art der 
Recrutirung der Beobachter und die Armee-Disciplin, welcher sie stets unter- 
worfen bleiben, ist der regelmässige Dienst gesichert; jede Unterlassung, jede 
Verzögerung in den Beobachtungen würde nach dem Militärstrafgesetz bestraft 
werden. 
Die Besoldung der Beobachter steigt mit der Zahl ihrer Dienstjahre. 
Es würde zu weitläuftig sein, hier die Gehälter von allen Jahren und allen 
Graden aufzuzählen, wir wollen nur die Durchschnittsziffern mittheilen. 
Die Besoldung besteht aus zwei Theilen, dem eigentlichen Gehalt und 
den Zuschüssen für die Nahrung, den Unterhalt und die Wohnung, welche 
sämmtlich an die, auf die einzelnen Stationen vertheilten, Angestellten nicht 
in natura geliefert werden können. Die Summe beträgt für die Sergeanten 
3322 Mark jährlich (Gehalt 874 Mark, Zuschüsse 2448 Mark) und 2626 Mark 
für die Assistenten (Gehalt 682, Zuschüsse 1944). Um diese Ziffern zu beur- 
theilen, darf man dieselben allerdings nicht direct mit den Besoldungen der 
Beamten unserer Behörden vergleichen, wegen der Verschiedenheit des Preises 
der Lebensbedürfnisse in beiden Ländern; immerhin können, trotz des theuren 
Lebens in Amerika, diese Besoldungen als sehr genügend angesehen werden, 
und dieser Liberalität verdankt das Signal-Serwice die Möglichkeit, für seine 
Zwecke, intelligente und eifrige Personen zu finden. Uebrigens ist es nöthig, 
zu bemerken, dass diese Besoldungen nicht in den specicllen Etat für meteoro- 
logische Zwecke in Amerika aufgenommen sind, weil. man nur ein militärisches 
Corps verwendet, welches schon früher bestand und auch ohne dieses bestehen 
würde, und dessen Besoldung inbegriffen bleibt in das allgemeine Budget der 
Kriegsverwaltung.*) 
Da der Hauptzweck der Organisation die unmittelbare Verwerthung der 
Wetterprognose zu Gunsten der Schifffahrt, des Handels und der Landwirthschaft 
ist, so haben die Stationen meistentheils in grossen Städten in der Nähe der 
Telegraphenämter errichtet werden müssen. Es entspringen hieraus einige 
Nachtheile für die Güte der Beobachtungen, welche man gesucht hat, so weit 
1) Im Jahre 1875 betrug das Budget des Signal-Service für sachliche Ausgaben 482,000 
Dollars; die persönlichen Ausgaben lassen sich nach dem Jahresbericht vom gleichen Jahre auf etwa 
370,000 Dollars berechnen, das Gesammtbudget also auf etwa 850,000 Dollars oder über drei 
Millionen Mark, die zum weitaus grössten Theile der Meteorolozie zu Gute kamen. 
Der Uebersetzer.
	        
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