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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

-1q 
Juli 1876. 
A, Nordamerika. B. Centraleuropa. 
1. Der mehr als gewöhnlich hohe 1. Der fortdauernd hohe Baro- 
Luftdruck in den südlichen atlanti- meterstand, besonders im Westen und 
schen und den Golfstanten, Südwesten; die mittlere Vertheilung 
des Luftdrucks war nahezu normal. 
2. a) Die Abwesenheit gut um- 
schriebener barometrischer Depressio- 
nen und ausgedehnter Stürme. 
b) Die zerstörenden Tornados, 
welche in Jowa in der Nacht des 4, 
auftraten, in Begleitung der Depression 
No. II, 
3. Das entschiedene Vorwalten 
von Winden aus Süd und SE in den 
Golfstaaten und dem unteren Missouri- 
thal, von Süd und SW in den süd- 
lichen atlantischen Staaten, Tennessee, 
dem Ohiothal und New-England. Im 
Norden und Nordwesten waren die 
Winde veränderlicher. 
4. Die anhaltend hohe Tempera- 
tur während des grösseren '"Theiles 
des Monats im ganzen Gebiet der 
Vereinigten Staaten östlich von den 
Rocky Mountains, wo die Hitze .an 
vielen Orten so stark wurde, dass sie 
zur Einstellung der Arbeit und zur 
Vergrösserung der Sterblichkeit in 
vielen der grossen Städte bis zum 
höchsten jemals verzeichneten Grade 
führte. Die Abweichungen von der 
normalen betrugen für die einzelnen 
Distrikte: 
St. Lawrence-Thal 
New-England; . 
Mittl. atl. Staaten ı 
Südl. » 
Golf-Staaten. . 
Untere Seenregion . 
Obere » . = 
Ohiothal u, Tennessee 
Oberes Mississippithal 
Unteres Missourithal . 
Minnesota . . 
5. Die grosse Regenmenge in 
den östlichen Staaten und in Jowa 
und Missouri. In diesen Gebieten 
übertraf die Regenmenge die normale 
durchschnittlich um !/s, im unteren 
Missourithal sogar um *%0; in den 
westlichen Golfstaaten, dem Ohiothal 
und dem oberen Missourithal blieb sie 
dagegen hinter der normalen zurück. 
Am Red River fanden Ueber- 
schwemmungen statt, welche die 
Baumwollenernte zwischen Red River 
Raft und Fulton sehr schädieten. 
2. Die zahlreichen, aber wenig 
erheblichen barometrischen Minima, 
welche sich nördlich vom Gebiet oder 
durch dessen Nordtheil bewegten. 
Hervorzuheben ist nur das Minimum VI, 
vom 12, bis zum 16., welches im 
nördlichen Theile Centraleuropas stür- 
mische West- und Nordwest- Winde 
verursachte, 
3. Die von diesen Druckverhält- 
nissen bedingte, im Allgemeinen ruhige 
Witterung bei entschiedenem Vorwal- 
ten der westlichen und nordwestlichen 
Winde, 
4. Die gleichmässige und ziemlich 
normale Temperatur; nur am Ende 
der 1. und 3. Dekade trat fast all- 
gemein Steigerung der Temperatur 
ein. Grösstentheils war der Monat 
etwas zu warm; die Abweichungen 
der Temperatur von der normalen 
betrugen im Durchschnitt für dio 
einzelnen Stationsgruppen: 
Deutsche Ostseeküste . '- 0.s°C 
% Nordseeküste - Os 
Preussen u. Posen. 1.1 
Schlesien. . .. Os 
Mark und Sachsen . - 06 
Hessen etc. . . . - 0,5 
Rheinprovinz etc, . a 
Württemberg . . - 05 
Niederlande . . . + 0.6 
Oesterreich a) nördl. — 0.2 
+ b) mittl. + 0.2 
» c) südl. — 0.7 
Schweiz . 4 Or 
5. Die grösstentheils geringe 
Regenmenge; dieselbe war zwar im 
Osten und in Baiern ziemlich normal, 
auf dem übrigen Gebiet betrug sie 
aber meistens nur die Hälfte der 
normalen.
	        
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